Das ukrainische Gesundheitsministerium hat die Übersicht über den Zustand der medizinischen Infrastruktur des Landes im Zuge der anhaltenden vollen Invasion Russlands aktualisiert. Laut offiziellen Angaben des Ministeriums haben die russischen Truppen seit Beginn der Invasion 2687 medizinische Einrichtungen zerstört oder beschädigt. Es handelt sich dabei um Krankenhäuser, Polikliniken, feldmedizinische und hebammenkundliche Punkte sowie andere Einrichtungen, die durch Beschuss und andere Kampfhandlungen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

Umfang der Zerstörungen

Der erfasste Wert von 2687 Einrichtungen spiegelt den kumulativen Schaden wider, der dem Gesundheitswesen im Laufe der Kriegsjahre zugefügt wurde. Das Gesundheitsministerium betont, dass die Angriffe weiterhin eine direkte Bedrohung für den Betrieb medizinischer Einrichtungen und für den Zugang der Bürger zu medizinischer Versorgung darstellen. Einige Einrichtungen sind teilweise beschädigt und bedürfen einer Reparatur, während andere vollständig zerstört wurden und einer umfassenden Wiederherstellung oder des Neubaus von Gebäuden an deren Stelle bedürfen.

Funktionsfähigkeit des Systems unter Kriegsbedingungen

Trotz der Schäden funktioniert das ukrainische Medizinsystem weiter. Wo dies möglich ist, werden die Einrichtungen wiederhergestellt und in Betrieb genommen; in den übrigen Fällen wird die Patientenversorgung in alternativen Räumlichkeiten gewährleistet und die Patientenströme zwischen den funktionierenden Einrichtungen umverteilt. Dieser Ansatz ermöglicht es, ein grundlegendes Niveau der Verfügbarkeit medizinischer Versorgung auch in den von Beschuss betroffenen Regionen aufrechtzuerhalten.

Prioritäten der Wiederherstellung

Das Ministerium nennt die Wiederherstellung der medizinischen Infrastruktur eine der Schlüsselrichtungen der staatlichen Arbeit unter Bedingungen eines vollumfänglichen Krieges. Vollständig zerstörte Einrichtungen bedürfen nicht nur einer Reparatur, sondern einer grundlegenden Wiederherstellung oder des Neubaus medizinischer Einrichtungen, was erhebliche Ressourcen und Zeit erfordert. Parallel dazu wird daran gearbeitet, die bestehenden Einrichtungen zu unterstützen und deren Widerstandsfähigkeit gegenüber neuen Bedrohungen zu gewährleisten.

Angriffe auf zivile und logistische Infrastruktur

Die Beschädigung medizinischer Einrichtungen fügt sich in den breiteren Kontext gezielter Angriffe auf die zivile Infrastruktur der Ukraine ein. Infolge der Angriffe werden regelmäßig Bildungseinrichtungen und Krankenhäuser in Mitleidenschaft gezogen, ebenso wie gezielt Objekte der Logistik getroffen werden. Laut vorliegenden Informationen wurden Angriffe auf Lager und Produktionsbetriebe ukrainischer Einzelhändler und Logistikunternehmen geflogen, darunter „Epizentr“, Rozetka, „Nowa Poshta“, „Silpo“, Novus sowie Betriebe und Lager, die mit Liqui Moly, Puma und Intertop in Verbindung stehen. Der Gesamtschaden an der zivilen Infrastruktur wächst weiter und erfordert eine systematische Wiederherstellung.