Bei den Landtagswahlen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, die am 20. September 2026 stattfanden, errang die rechtsextreme Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) einen überzeugenden Sieg. Laut Angaben, die zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels aufgrund der laufenden Stimmenauszählung noch nicht offiziell sind, zog die AfD auf Platz eins mit rund 33–38 % der Stimmen ein. Parallel fanden am selben Tag in Berlin Wahlen zum Abgeordnetenhaus statt, bei denen laut Prognosen die Linke mit etwa einem Viertel der Stimmen führt. Damit schließen die Ergebnisse der beiden Abstimmungen eine Reihe von Wahlen im Osten des Landes ab, die unmittelbar mit der politischen Zukunft des Bundeskanzlers Friedrich Merz zusammenhängen.
Ergebnisse in Mecklenburg und Berlin
Laut vorläufigen Daten landeten die Sozialdemokraten in Mecklenburg-Vorpommern auf dem zweiten Platz. Die Linke und die Grünen überquerten die Fünf-Prozent-Hürde, während die konservative Partei Merz' (CDU/CSU) und der linkspopulistische Bund, angeführt von Sahra Wagenknecht, knapp an der Parlamentsgrenze hängen. In Berlin sieht das Bild anders aus: Auf dem ersten Platz die Linke, auf dem zweiten die Konservativen Merz', während die rechtsextreme AfD nur den dritten Platz mit etwa 16 % der Stimmen belegt. Der Wagenknecht-Bund wird voraussichtlich nicht in das Berliner Abgeordnetenhaus einziehen.
Widersprüchliche Daten
Wichtig ist zu betonen, dass die Zahlen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch instabil sind. Verschiedene Quellen nennen unterschiedliche Spannbreiten für die AfD – von 33 % bis 38 % – aufgrund der inoffiziellen Auszählungsphase. In einigen Berichten heißt es zudem, die Sozialdemokraten hätten etwa 35 % erreicht, was eine Diskrepanz erzeugt: Bei dieser Zahl wäre der Abstand zwischen dem ersten und dem zweiten Platz minimal, und in manchen Interpretationen könnte der zweite Platz über der unteren Grenze des AfD-Ergebnisses liegen. Bis zum Abschluss der offiziellen Auszählung und der Veröffentlichung der endgültigen Protokolle sind diese Abweichungen als vorläufig zu betrachten, und die endgültige Kräfteverteilung kann sich noch ändern.
Kontext: AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt
Die aktuellen Wahlen waren die Fortsetzung einer Reihe von Abstimmungen im Osten Deutschlands. Zwei Wochen zuvor, am 7. September, hatte die AfD bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt einen überzeugenden Sieg errungen und fast 44 % der Stimmen geholt, während die Konservativen im Vergleich zu den vorherigen Wahlen fast die Hälfte ihrer Unterstützung verloren. Nach eigenen Worten Merz' stellt diese Entwicklung eine schwere Erschütterung für Deutschland dar. Der Kanzler warnte zudem, dass das Ergebnis die Unterstützung für die Ukraine und die allgemeine westliche Politik beeinflussen könnte, und bemerkte, dass der überraschende Sieg der AfD das Team des russischen Diktators Wladimir Putin freuen werde.
Gefahr für das Kanzleramt und die Suche nach einem Nachfolger
Aufgrund der Ergebnisse in beiden Ländern diskutieren die Medien bereits eine mögliche Ablösung Merz' durch einen anderen Politiker ohne vorgezogene Wahlen. Am Abend des Wahltags rief der Kanzler die Parteiführung zusammen, um direkt zu fragen, ob sie ihn in seinem Amt unterstützen. Als möglicher Nachfolger wird am häufigsten der Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes genannt. Experten betonen, dass die Reihe der Ostwahlen faktisch zum Stresstest für den Koalitionskurs Berlins wurde und die Kräfteverhältnisse im Bundestag mittelfristig neu ordnen könnte.
Blick aus der Ukraine
Die Folgen dieser Wahlen werden auch im ukrainischen Expertenfeld bewertet. Der ehemalige ukrainische Konsul in München, Kanzler der Ukrainischen Freien Universität, Dmytro Schewtschenko, hatte darauf hingewiesen, dass der Sieg der AfD bei den Regionalwahlen sich mit der Zeit auf die Hilfe für die Ukraine und die Lage der ukrainischen Landsleute in Deutschland auswirken könnte. Damit erhält die innenpolitische Krise in der Bundesrepublik auch eine außenpolitische Dimension, die in den kommenden Monaten beobachtet werden wird.