Die tansanische Fluggesellschaft Air Tanzania hat am 4. September offiziell den Betrieb ihrer Linienflüge auf der Route Moskau – Daressalam eingestellt. Wie RBC-Ukraine unter Verweis auf eine Erklärung des Luftfahrtunternehmens berichtet, wurde die Entscheidung aus Gründen der Flugsicherheit vor dem Hintergrund von Warnungen vor Bedrohungen für zivile Flugzeuge im Luftraum Russlands getroffen. Passagieren, die Tickets für die gestrichenen Flüge gekauft hatten, versprach das Unternehmen eine Erstattung.

Kurzlebiges Flugangebot

Die direkte Flugverbindung zwischen Moskau und Daressalam war erst im Juli 2026 aufgenommen worden, die regulären Flüge hielten also weniger als zwei Monate. Der Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Flüge ist derzeit unklar. In russischen Medien, insbesondere auf dem Portal m24.ru, wird darauf hingewiesen, dass eine mögliche Einstellung des Flugplans von Air Tanzania Tausende russische Passagiere betreffen könnte, für die diese Route eine der wenigen Direktverbindungen nach Ostafrika war.

Kontext: „Himmel wird geschlossen“

Die Entscheidung des tansanischen Luftfahrtunternehmens fügt sich in einen breiteren Kontext ein. Erst kürzlich erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass der Luftraum Russlands aufgrund der Drohnenaktivität für die zivile Luftfahrt gefährlich werden könne, und kündigte das „Schließen des Himmels“ Russlands an. Er rief internationale Fluggesellschaften und Versicherungen auf, die damit verbundenen Risiken zu berücksichtigen. Nach dieser Erklärung begannen nach Berichten russischer Medien ausländische Luftfahrtunternehmen, Flüge nach Moskau und zurück zu streichen – insgesamt ging es um rund dreißig gestrichene Flüge.

Reaktion anderer Fluggesellschaften

Das tansanische Unternehmen war nicht das einzige, das seine Routen überprüfte. Zuvor hatte die israelische Fluggesellschaft El Al aus Sicherheitsgründen Flüge in die russische Hauptstadt eingestellt. Der indische Luftfahrtanbieter Air India beschloss, die Routen seiner Flüge aus den USA nach Indien so zu ändern, dass er den russischen Luftraum vollständig umgeht. Auch türkische Fluggesellschaften begannen, einzelne Flüge in Richtung Russland zu streichen.

Widersprüchliche Angaben

In den Veröffentlichungen zum Thema gibt es Abweichungen in der Formulierung, wer genau als Erster Flüge gestrichen hat. RBC-Ukraine bezeichnet Air Tanzania in der Schlagzeile als „erste ausländische Fluggesellschaft“, die nach der Warnung Selenskyjs Flüge nach Russland gestrichen hat. Gleichzeitig wird im selben Text und in anderen Quellen angegeben, dass die israelische El Al die Flüge nach Moskau „zuvor“, also vor dem tansanischen Unternehmen, eingestellt hatte. Die Version der „ersten“ Fluggesellschaft hängt also vom Bezugspunkt ab: Bezieht man sich auf den Zeitpunkt der Erklärung Selenskyjs, so ist Air Tanzania der erste reagierende Luftfahrtanbieter; betrachtet man die allgemeine Chronologie der Einstellungen, so handelte El Al früher. Die Unterschiede in den Zahlen und der Positionierung des „Ersten“ bleiben in den ursprünglichen Erklärungen ungeklärt.

Was kommt als Nächstes

Stand 4. September 2026 wurden keine genauen Zeitpunkte für die Wiederaufnahme der Flüge von Air Tanzania auf der Route Moskau – Daressalam genannt. Das Unternehmen beschränkte sich auf die Angabe, dass Passagieren der gestrichenen Flüge das Geld erstattet wird. Experten und Branchenverbände, darunter ATOR, kommentieren die Situation als Teil eines allgemeinen Trends, bei dem ausländische Fluggesellschaften ihre Routen angesichts der Risiken im Luftraum Russlands überprüfen. Die Dynamik der Streichungen und Umflüge des russischen Himmels wird voraussichtlich zunehmen, sofern die Warnungen vor Bedrohungen für die zivile Luftfahrt bestehen bleiben.