Am 2. September wurde in den Flughäfen Moskaus eine deutliche Welle von Ausfällen internationaler Flüge verzeichnet. Laut RBC-Ukraine, unter Berufung auf den Telegram-Kanal „Agentstvo Nowosti“, stellten ausländische Fluggesellschaften insgesamt 27 Flüge zu den Flughäfen der russischen Hauptstadt und zurück ein. Das Medium schätzt die Gesamtzahl der nicht durchgeführten Abflüge auf etwa 30. Die meisten gestrichenen Flüge fielen in die Nacht- und frühen Morgenstunden – genau in diesen Zeitfenstern arbeiteten die Flughäfen demnach mit Einschränkungen.
Wie die Fluggesellschaften ihre Entscheidungen begründen
Die Carrier, die Flüge einstellten, gaben eigene Formulierungen, die sich nicht auf eine einzige Ursache reduzierten. Pegasus, deren mehrere Nachtflugzeuge in der Nacht zum 2. September Moskau nicht erreichten und zu ihren Abflughäfen zurückkehren mussten, begründete die Streichung der Nachtflüge mit „technischen operativen Gründen“ und betonte, dass die übrigen Abflüge planmäßig durchgeführt würden. Turkish Airlines verknüpfte die Änderungen ihrerseits mit dem Austausch zweier schmaler Rumpfflugzeuge durch ein breites Rumpfflugzeug. Dabei setzten die Flugzeuge anderer Fluggesellschaften ihre Flüge fort, was auf einen selektiven und nicht totalen Charakter der Ausfälle hindeutet.
Einschränkungen und Vorfälle am 1.–2. September
Die Welle von Ausfällen am 2. September war eine Fortsetzung der Ereignisse des Vortags. Am 1. September gab es deutlich weniger Ausfälle: In Wnukowo blieben lediglich zwei Flugzeuge aus – die Flüge von Flydubai aus Dubai und Iraqi Airways aus Bagdad, in Domodedowo nur der Flug von „Belavia“ aus Minsk. Wie das Medium anmerkt, galten in den Moskauer Flughäfen am 1. und 2. September Betriebsbeschränkungen, die mit Drohnenangriffen und der Umsetzung des Plans „Kober“ zusammenhingen und damit operative Risiken für internationale Carrier schufen.
Diplomatischer Kontext
Die Medienfront der Ereignisse wird von den Erklärungen Kiews geprägt. Am 1. September erklärte Wladimir Selenskyj, dass der russische Luftraum aufgrund der massenhaften Präsenz ukrainischer Drohnen für die zivile Luftfahrt gefährlich werde. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha teilte mit, dass die Ukraine die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) offiziell über die Schließung des russischen Luftraums informiert habe. Vor diesem Hintergrund warnten die VAE laut TASS ebenfalls die Fluggesellschaften vor operativen Risiken bei Flügen nach Russland, was die Entscheidungen der Carrier aus der Region zusätzlich beeinflussen könnte.
Widersprüchliche Angaben
Die Darstellungen der Seiten weichen deutlich voneinander ab. Ukrainische Medien und Selenskyjs Erklärung deuten die Ausfälle als direkte Reaktion auf die Warnung vor der Schließung des Luftraums, untermauert durch die Vorfälle mit der Rückkehr der Pegasus-Flugzeuge. Die Fluggesellschaften selbst nennen jedoch keine politische Ursache, sondern verweisen auf technische und organisatorische Umstände (operative Gründe bei Pegasus, Wechsel des Flugzeugtyps bei Turkish Airlines), und ein Teil der Flüge wurde weiterhin durchgeführt. Eine russische Quelle (fedpress.ru) wertet den Narrativ von der „Schließung des Luftraums“ gar als gescheiterten „Erpressungsversuch“ und behauptet, dass die Ausländer nicht auf Flüge verzichten. Zudem gibt es in den Angaben selbst eine Diskrepanz: An einer Stelle ist von „etwa 30“ gestrichenen Flügen die Rede, an anderer von exakt 27 Flügen ausländischer Fluggesellschaften, was eine unterschiedliche Zählmethodik widerspiegeln könnte (alle Ausfälle versus nur ausländische Carrier). Der Fakt der Ausfälle ist somit bestätigt, aber ihr kausaler Zusammenhang mit Selenskyjs Aussage bleibt Gegenstand der Interpretation.