Der niederländische Technologiekonzern ASML, weltweiter Monopolist für fortgeschrittene Lithographieanlagen, sieht sich mit einem beispiellosen Kapazitätsengpass konfrontiert. Die aktuellen Lieferpläne des Unternehmens decken die Nachfrage der führenden Halbleitergiganten für die Jahre 2027 und 2028 bereits nicht mehr ab. Die Marktlage entwickelt sich so rasant, dass große Akteure der Mikroelektronikindustrie inzwischen Produktionsslots für die Jahre 2029 und 2030 anfragen.
Aggressive Kapazitätsausweitung und Finanzkennzahlen
ASML-Chef Christophe Fouquet hat offiziell bestätigt, dass Kunden nahezu täglich zusätzliche Tools anfragen. Die Unternehmensleitung prüft intensiv Möglichkeiten, die Produktionsmengen über die bereits genehmigten strategischen Pläne hinaus zu steigern. Im Juli hatte ASML noch eine Produktionsausweitung um 30% bis 2027 sowie ein weiteres mögliches Wachstum um 30% bis 2028 angekündigt, doch die heutigen Realitäten erfordern weitreichendere Schritte.
Marktindikatoren und der China-Faktor
Angesichts der enormen Nachfrage hat ASML die untere Grenze seiner Umsatzprognose für 2026 auf beeindruckende 44 bis 45 Milliarden Euro angehoben. Die Finanzmärkte reagierten prompt: Die Aktien des Unternehmens legten in Amsterdam um 2,8% auf rund 1.552 Euro zu. Seit Jahresbeginn sind die Papiere damit um 64% gestiegen. Ungeachtet aller regulatorischen Hürden und Exportkontrollen macht der chinesische Markt weiterhin rund ein Fünftel des Jahresumsatzes von ASML aus.
Großflächige Infrastrukturexpansion und Bedeutung für die Branche
Um dem gewaltigen Bedarf gerecht zu werden, investiert ASML massiv in die Infrastruktur. So entsteht derzeit ein neuer niederländischer Campus, dessen erster Bauabschnitt im Jahr 2029 fertiggestellt sein wird – genau dieser Zeithorizont wird nun von Kunden nachgefragt. Die einzigartige Monopolstellung von ASML macht den Auftragsbestand zu einem unverzichtbaren Indikator für die tatsächlichen Absichten der KI-Industrie, da der Kauf einer Lithografiemaschine von einem Alleinanbieter physische Investitionen statt bloßer Umsatzversprechen darstellt.