Statt einer gewöhnlichen Buchpräsentation mit Bühne, Mikrofonen und Reden organisierte der Verlag NO LIMITS für die Gäste eine echte Reise auf dem Dnipro. Alan Badajew und Olga Nawrozka stellten den zweiten Teil des Fantasy-Romans „Hort. Peršy charykternyk“ im Rahmen eines Pressetrips vor, dessen Route durch echte ukrainische Orte führte, die Teil der von den Autoren erschaffenen Welt der „Chroniken der Kraft“ wurden. Die Teilnehmer der Fahrt stiegen in Boote um, durchfuhren das überflutete Dorf Husynzja, sahen die Erlöser-Kirche, die mitten im Fluss steht, und verwandelten den Lysa-Hura-Berg in die Bühne des ukrainischen Fantasy. Das Konzept war einfach und radikal: nicht über die Welt des Buches zu erzählen, sondern den Leser buchstäblich in den Raum zu versetzen, aus dem diese Welt hervorging.
Der Dnipro als Weg zwischen den Welten
In dieser Geschichte erfüllte der Fluss nicht nur die Rolle eines Verkehrskorridors zwischen den Punkten der Route. Im Laufe der Bootsfahrt verwoben sich die realen Landschaften allmählich mit der Mythologie des Romans: Jeder weitere Stopp eröffnete ein neues Element der Welt, und die Grenze zwischen dokumentarischer Geografie und Fantasy-Erzählung wurde immer durchlässiger. Von diesem Startpunkt aus brachen die Teilnehmer des Pressetrips mit Booten auf dem Dnipro auf und durchliefen faktisch einen Teil der Route, die die Figuren von „Hort“ zurücklegten. Dieser Ansatz verwandelte die Präsentation in ein immersives Erlebnis: Die Gäste hörten keine Erzählung über die Welt – sie befanden sich in ihr.
Die überfluteten Husynzja: ein Tempel mitten im Fluss
Einer der eindrucksvollsten Punkte der Route war das überflutete Dorf Husynzja. Nach der Errichtung des Kanewer Stausees geriet die Ortschaft unter Wasser, doch die Erlöser-Kirche (Spas-Preobranska) blieb erhalten und steht heute faktisch mitten im Dnipro. Im Kontext der „Chroniken der Kraft“ wirkte diese Location wie eine fertige Fantasy-Dekoration: Wasser, Tempel, Entferntheit vom Ufer und das Gefühl eines Raums, der außerhalb der üblichen Zeit existiert. Den historischen Kontext der Route ergänzte die Historikerin und Führerin Nina Bellini, die an einzelnen Punkten über die Orte erzählte, an denen die Reise vorbeiführte, und die realen historischen Schichten mit dem mythologischen Narrativ des Romans verband.
Der Lysa-Hura-Berg als Bühne des ukrainischen Fantasy
An einzelnen Punkten der Route warteten auf die Gäste theatrale Szenen: Schauspieler brachten Gestalten und Episoden aus dem Roman zum Leben, und die Präsentation hörte allmählich auf, einem traditionellen Buchereignis zu ähneln. Die Fantasy-Geschichte legte sich über die realen ukrainischen Landschaften, und die Figuren, die der Leser normalerweise nur auf den Seiten kennenlernt, erschienen buchstäblich auf der Route. Dort wurde auch eine der Schlüsselszenen des Buches mit der vedischen Priesterin Rachmanka – einer der zentralen Heldinnen der Geschichte – nachgestellt. Der Lysa-Hura-Berg wurde zur natürlichen Kulisse für den Abschluss der Route: Statt Bühne und Reden tauchte man die Gäste durch Weite, Schauspielerisches und die Atmosphäre des Ortes selbst in die Welt des Romans ein.
„Chroniken der Kraft“: vom 40.000er-Auflage zu den Dnipro-Schwellen
Der zweite Teil „Hort. Peršy charykternyk“ erschien am 24. August 2026 in den Buchhandlungen der gesamten Ukraine. Das neue Buch setzt die Geschichte des ersten Kosaken-Charykternyk Hort und Rachmanka fort: Die Autoren tauchen die Helden tiefer in die Welt der ukrainischen Mythologie ein und enthüllen ihr Verhältnis zu den Göttern. Im Roman werden neue Figuren, Prüfungen und Kraftorte auftauchen, und zusammen mit den Helden werden die Leser die Dnipro-Schwellen und Chortytsja erreichen. Zur Erinnerung: Die Welt der „Chroniken der Kraft“ wurde dem ukrainischen Publikum erst vor einem Jahr zum ersten Mal vorgestellt. In dieser Zeit verkaufte sich der erste Teil in einer Auflage von über 40.000 Exemplaren und schaffte es in die Top fünf der erfolgreichsten Buchneuheiten des Jahres 2025.
Von den Seiten auf die große Leinwand
Alan Badajew und Olga Nawrozka arbeiten bereits an der nächsten großen Etappe – der Verfilmung der „Chroniken der Kraft“. Laut Angaben des Verlags schließen die Autoren das Drehbuch des ersten Films ab, der die Geschichte von Hort von den Buchseiten auf die große Leinwand bringen soll. Wenn die Präsentation des zweiten Teils die Möglichkeit bot, buchstäblich einen Teil des Weges seiner Helden zu gehen, dann planen die Macher als nächsten Schritt, diese Welt noch größer zu machen – nun in Kinoform. Das Konzept der „Chroniken der Kraft“, das ukrainische Geschichte, Mythologie und moderne Popkultur vereint, erhält so nicht nur eine literarische, sondern auch eine visuelle Fortsetzung.