Am 4. September 2026 führte die Nationalbank der Ukraine eine Banknote mit dem bisher höchsten Nennwert – 2.000 Hrywnja – in den Bargeldverkehr ein. Auf der Banknote ist das Porträt von Wassili Stus – ukrainischer Dichter, Dissident und Held der Ukraine – abgebildet. Die Banken konnten bereits am Einführungstag neue Banknoten vom Regulierungsorgan erhalten und sie Kunden über die Kassen ausgeben; das vollständige Erscheinen der Banknote in Geldautomaten und Terminals wird nach der Umstellung der Technik möglich, für die die NBU zwei Monate ab der Präsentation am 10. Juli vorgesehen hat.
Kein direkter Zusammenhang zwischen neuem Nennwert und Kurs
Der Finanzanalyst Andrej Schewtschyschin betonte in einem Kommentar gegenüber RBC-Ukraine, dass die Ausgabe einer Banknote mit dem Nennwert von 2.000 Hrywnja kein Signal für eine bevorstehende Abschwächung der ukrainischen Währung ist. Nach seinen Worten besteht kein direkter Zusammenhang zwischen dem Erscheinen eines neuen Nennwerts und möglichen Änderungen des offiziellen oder Bargeldkurses der Hrywnja, daher sollte die bloße Einführung der Banknote in den Umlauf vom Markt nicht als „Warnbanknote“ gewertet werden.
Wie der Kurs mit der Inflation zusammenhängt
Gleichzeitig wies der Analyst darauf hin, dass Währungskurs und Inflation in gewissem Maße miteinander verknüpft sind. „Der Kurs und die Inflation hängen zusammen, weil eine Kursänderung zu einem Anstieg der Importgüter führt und sich so auf die Inflation auswirkt“, erklärte Schewtschyschin. Damit werden die gestiegenen Preise für Importgüter infolge von Kursschwankungen auf die inländischen Preise übertragen und erzeugen Inflationsdruck.
Kaufkraft der Hrywnja
Für die Bewertung des Zustands der nationalen Währung ist nach Worten des Experten nicht nur ihr Verhältnis zu Fremdwährungen, sondern auch die Preisentwicklung im Inland wichtig. „Das heißt, die Kaufkraft gerade der Hrywnja, nicht des Dollars oder einer anderen Währung“, fügte der Finanzanalyst hinzu und wies auf die Notwendigkeit hin, die reale Kaufkraft des Geldes im alltäglichen Zahlungsverkehr zu betrachten.
Technische Bereitschaft des Bankensektors
Die NBU stellte die Banknote am 10. Juli 2026 vor und gab den Banken ein zweimonatiges Zeitfenster für die kostenlose Umstellung der Technik, die für die Sortierung und Ausgabe von Bargeld zuständig ist. Das bedeutet, dass zum Zeitpunkt der Einführung in den Umlauf die Infrastruktur bereits bereit sein sollte und Kunden die neuen Banknoten sowohl an den Kassen als auch schrittweise in Geldautomaten und Terminals im Zuge der Abschluss der technischen Arbeiten erhalten können.