In der Nacht zum 20. August wurden in Sewastopol und den angrenzenden Gebieten der besetzten Krim eine Serie von Explosionen registriert, nach denen in mehreren Städten der Halbinsel die Stromversorgung ausfiel. Laut Angaben, die RBC-Ukraine unter Verweis auf die Partisanenbewegung „ATSCH“ zitiert, waren in Sewastopol nachts starke Explosionen zu hören, woraufhin in mehreren Ortschaften der Strom ausfiel. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung kommentierten die sogenannten „Krim-Behörden“ die Lage nicht; offizielle Erklärungen zu den Ursachen der Ausfälle und zum Umfang der Schäden lagen nicht vor.

Geographie der Ausfälle und getroffene Objekte

Laut denselben Berichten wurden die Explosionen im Bereich eines Kraftwerks (TZW) in Simferopol registriert. Infolgedessen blieben, so die Quellen, Sewastopol, Simferopol und Dschankoj ohne Strom. Parallel dazu berichten ukrainische Medien über einen massiven Drohnenangriff auf die Krim: So werden Schäden an der TZW Balaklawa und an einer Wasserversorgungsanlage in Sewastopol erwähnt, was auf Angriffe auf die Energie- und Kommunalinfrastruktur der Halbinsel hindeutet.

Kontext: Serie von Angriffen auf militärische und energetische Infrastruktur

Der nächtliche Blackout ereignet sich vor dem Hintergrund einer ganzen Serie von Angriffen. Vor einigen Tagen trafen ukrainische Streitkräfte, den vorliegenden Angaben zufolge, Lager-, Ausbildungs- und Führungsstandorte für Kampfdrohnen sowie einen Kommandoposten in der Krim und in der Region Cherson – es geht um Gwardejskoje, Nowofedorowka und Oleniwka. Bereits zuvor, in derselben Woche, hatten Drohnen in Sewastopol einen Blackout verursacht: An Energieobjekten wurde ein besonderer Modus eingeführt, es kam zu Internetunterbrechungen. Somit erscheint der Ausfall vom 20. August als Fortsetzung eines systematischen Drucks auf die energetische und militärische Infrastruktur.

Angriffe außerhalb der Krim

Die Operationen beschränken sich nicht nur auf die Krim. In der Nacht zum 12. August wurden in Noworossijsk nach einem massiven Drohnenangriff mutmaßliche Treffer an Kriegsschiffen sowie an Getreide- und Öltarminals registriert. Dies unterstreicht, dass nicht nur rückwärtige Objekte, sondern auch die Hafen- und Militärinfrastruktur in angrenzenden Gebieten angegriffen werden, was die Belastung der Logistik und der Stromversorgung der Region verstärkt.

Widersprüchliche Angaben

In den Quellen gibt es Abweichungen bei den Daten und der Liste der getroffenen Objekte. Einige Veröffentlichungen und Zeugenaussagen ordnen den großen Angriff auf Sewastopol und den Blackout dem 13. August zu, während die Meldungen über nächtliche Explosionen und Ausfälle in Sewastopol, Simferopol und Dschankoj auf die Nacht zum 20. August datiert werden. Außerdem weisen einige Quellen auf die TZW in Simferopol hin, andere auf die TZW Balaklawa und die Wasserversorgungsanlage in Sewastopol. Da es keine offiziellen Bestätigungen der russischen oder „krimischen“ Behörden gibt und Teile der Angaben auf die Partisanenbewegung „ATSCH“ und Zeugen zurückgehen, bedürfen die genaue Chronologie und die vollständige Liste der getroffenen Objekte einer weiteren Verifikation.