Im September 2026 ging in der Ukraine die Online-Plattform Defence Tech Academy an den Start, die auf die Ausbildung von Fachkräften für die Rüstungsindustrie ausgerichtet ist. Dies teilte Mitgründer des Projekts, Alexej Ignatenko, in seinem LinkedIn-Profil mit, worauf RBC-Ukraine aufmerksam machte. Die Plattform startete mit fünf Lernprodukten, die an Projektmanager, Vertriebsfachkräfte, Juristen und Experten für technische Dokumentation gerichtet sind, und verzeichnete bereits die ersten Anmeldungen und ersten Studierenden.
Fünf Programme und die tatsächliche Marktnachfrage
Laut Ignatenko wurde das Projekt mehrere Monate vor dem offiziellen Start in LinkedIn angekündigt, im September begann die Plattform dann gemeinsam mit dem Drohnenhersteller Blyskavka Tech und der Bildungsinitiative „Letzter Kapitalist' ihre Arbeit. Die Themen der ersten Programme wurden nicht nach den internen Präferenzen des Teams ausgewählt, sondern auf der Grundlage der tatsächlichen Marktnachfrage: der Anzahl offener Stellen in den entsprechenden Bereichen und der Möglichkeit, starke praxiserfahrene Experten als Dozenten zu gewinnen. Deshalb deckt das Startpaket Kompetenzen ab, ohne die es nach Einschätzung der Gründer heutzutage schwer ist, ein systematisches MilTech-Unternehmen aufzubauen und zu skalieren.
Langfristige Strategie: zwei Entwicklungspfade
Das Team von Defence Tech Academy formuliert die langfristige Strategie als zweigleisig: Einerseits hilft die Plattform neuen Fachkräften, in den MilTech-Sektor zu wechseln, andererseits entwickelt sie diejenigen weiter, die bereits in der Branche tätig sind, und trägt so zum Wachstum ukrainischer Rüstungsunternehmen bei. Parallel zum Start der ersten Programme entwickelt das Team bereits eine zweite, umfassendere Richtung – Ingenieurprogramme. Genau hier hat die Akademie das ambitionierteste Ziel: einer der führenden Anbieter neuer Ingenieure für ukrainische MilTech-Unternehmen zu werden. Für die Ingenieurkurse planen die Entwickler, den Einstieg so zugänglich wie möglich zu halten, und verzichten bewusst auf die Maximierung des Umsatzes pro Student zugunsten einer Erhöhung der Gesamtzahl der Menschen, die die nötigen Kompetenzen erwerben.
Wichtige Kennzahlen und kostenlose Projekte
Eine der wichtigsten KPIs von Defence Tech Academy wird die Anzahl der Absolventen sein, die dank der absolvierten Ausbildung tatsächlich in den MilTech-Sektor wechseln. Darüber hinaus plant die Akademie den Start kostenloser Bildungsprojekte: Einige davon werden für ein breites Publikum geöffnet, andere sind nur aktiven Militärangehörigen zugänglich. Dieser Ansatz ermöglicht es nach Vorstellung der Gründer, gleichzeitig die Aufgaben der Personalversorgung der Branche und der gesellschaftlichen Verantwortung gegenüber den Militärangehörigen zu lösen.
Kontext: wachsende Nachfrage nach Personalausbildung im MilTech
Der Start von Defence Tech Academy erfolgt vor dem Hintergrund eines allgemeinen Anstiegs des Interesses an der Personalversorgung der Rüstungsbranche. So berichtete der Gründer der UAS-Schule KILLHOUSE Academy, Wiktor Pawlow, zuvor RBC-Ukraine, dass ihre Ausbildungsstätte im August einen schweren bodengebundenen Robotikkomplex Protector zur Ausbildung der Kursteilnehmer erhalten habe. Die Nachfrage nach Schulungen im Umgang mit unbemannten Bodenfahrzeugen bleibt hoch: Die Wartezeit auf die Kurse verkürzte sich nur von sechs auf vier Monate. Diese Daten bestätigen, dass der Mangel an qualifizierten Fachkräften im Verteidigungsbereich der Ukraine weiterhin erheblich ist und Bildungsinitiativen wie Defence Tech Academy und KILLHOUSE Academy zu einem wichtigen Element der MilTech-Entwicklung des Landes werden.