Der ukrainische Immobilienmarkt zeigte im ersten Halbjahr 2026 Anzeichen einer allmählichen Erholung. Laut einer von OLX Immobilien durchgeführten und von RBC-Ukraine veröffentlichten Studie waren die wichtigsten Trends der Preisanstieg bei einzelnen Objekten in den Regionen sowie eine überproportionale Verteuerung der Mieten im Vergleich zum Kauf von Wohnraum.

Entwicklung des Verkaufsmarktes

Analytische Daten zeigen, dass die Anzahl der Verkaufsangebote für Wohnungen in den ersten sechs Monaten um 4 % gestiegen ist. Parallel dazu nahm auch das Interesse der Käufer zu: Die durchschnittliche Anzahl der Kommentare pro Anzeige stieg um 3 %. Die Medianpreis für Wohnungen in US-Dollar stieg in diesem Zeitraum um 3 % und erreichte im Juni einen Wert von 61.090 Dollar.

Der deutlichste Preisanstieg wurde auf dem Sekundärmarkt für Einzimmerwohnungen verzeichnet. Die Situation in den verschiedenen Städten ist jedoch heterogen: Während die Immobilienpreise in Odessa in allen Stadtteilen um 2–4 % stiegen und in Lwiw die Preise in den Stadtteilen Scheliezndorohny und Frankiwskyi um 12 % bzw. 9 % anstiegen, blieben die Preise in Kiew überwiegend stabil oder sanken. So fielen die Preise im Dniprowskyi-Rajon der Hauptstadt um 10 %.

Das kontrastreichste Szenario entwickelte sich in Dnipro, wo die Preisspanne zwischen den Stadtteilen extreme Werte erreichte: von einem Anstieg von 17 % im Soborny-Rajon bis hin zu einem Rückgang von 22 % im Schewtschenko-Rajon. Trotz der Schwankungen im Wohnungsmarkt blieb der Medianpreis für Einfamilienhäuser nahezu unverändert und betrug 78.494 Dollar.

Mietmarkt: Die Nachfrage übersteigt das Angebot

Der Markt für langfristige Mietverhältnisse zeigte eine aggressivere Dynamik. Das Angebot ging um 5 % zurück, während das Interesse der Mieter jedoch sprunghaft anstieg: Die durchschnittliche Anzahl der Kommentare pro Wohnung erhöhte sich um 30 % auf 15,1. In diesem Zusammenhang stieg der Medianpreis für Mietwohnungen in der Ukraine um 15 %.

Bei der Verteuerung der Mieten für Einzimmerwohnungen führten mehrere Städte an, während die Preise in Winniza, Schytomyr und Cherson auf dem gleichen Niveau blieben. Uschhorod behielt seinen Status als teuerste Stadt für die Miete von „Ein-Zimmer-Wohnungen“. Im Segment der Einfamilienhäuser führt Kiew mit einem Medianpreis von 112.026 Hrywnja an. Gleichzeitig sanken die Mietpreise für Häuser in Mykolajiw und Iwano-Frankiwsk um 33 % bzw. 21 %.

Prognosen für das zweite Halbjahr

Oksana Ostaptschuk, Leiterin des Bereichs Vertriebsentwicklung bei OLX Immobilien, prognostiziert, dass der Markt in der zweiten Jahreshälfte aktiv bleiben wird, jedoch ohne plötzliche Preissprünge. Eine allmähliche Verteuerung von Wohnraum ist zu erwarten, die mit dem Inflationsniveau und dem Anstieg der Baukosten vergleichbar sein wird.

Auf dem Primärmarkt wird der Preisanstieg pro Quadratmeter durch die steigenden Materialkosten, den Mangel an qualifiziertem Personal und die Verschärfung der Anforderungen an Neubauprojekte bedingt sein, einschließlich der obligatorischen Einrichtung von Schutzräumen, Notstromversorgung und Parkplätzen.

Ein saisonales Aufleben des Verkaufsmarktes wird im Zeitraum von August bis Oktober erwartet. Die größte Nachfrage wird in Kiew, Lwiw und Uschhorod prognostiziert. Im Segment der Einfamilienhäuser werden Objekte mit autonomer Heizung und Reserveenergiequellen, insbesondere vor Beginn der Heizperiode, für Käufer zur Priorität.

Auch im Mietsegment wird im Herbst traditionell ein Anstieg der Aktivität erwartet. Wichtige Faktoren zur Stützung der Nachfrage bleiben staatliche Programme, insbesondere „Esel“, sowie Initiativen zur Wiederherstellung und Wohnbaugutscheine für Binnenvertriebene.