Der Kommandeur der Luftwaffe der Streitkräfte der Ukraine, Oberst Alexander Djakiv, erklärte, dass die Verträge über die Lieferung westlicher Kampfflugzeuge an die Ukraine die Lokalisierung der Produktion und der Wartung der Flugzeuge auf ukrainischem Gebiet vorsehen. Dies teilte er in einem Interview mit, das auf dem YouTube-Kanal der Luftwaffe der Streitkräfte der Ukraine veröffentlicht wurde und auf das RBC-Ukraine verweist. Laut Djakiv sind große Rüstungskonzerne, die bereit sind, der Ukraine Kampfflugzeuge zu liefern, auch bereit, die Produktion zu lokalisieren und entsprechende technische Unterstützung zu leisten.

Bereitschaft der Partner und Vertragsbedingungen

„Was die Lokalisierung der Produktion betrifft, so sind die großen Konzerne, die bereit sind, uns Flugzeuge zu liefern, auch bereit, die Produktion in der Ukraine zu lokalisieren; sie sind bereit, uns zu helfen“, betonte Djakiv. Er fügte hinzu, dass die entsprechenden Bestimmungen bereits in den bestehenden Verträgen über die Lieferung ausländischer Kampfflugzeuge festgehalten sind: „In den Verträgen über die Lieferung von Flugzeugen ausländischer Produktion, die wir bereits haben, ist dies festgeschrieben, und wir werden dies in der Ukraine tun.“ Die Lokalisierung ist somit kein separates Verhandlungsthema, sondern eine untrennbare Bedingung der bereits unterzeichneten Lieferabkommen.

Sicherheit als Hauptbeschränkung

Trotz der formalen Bereitschaft der Partner und der vertraglichen Verpflichtungen wies Djakiv direkt auf das entscheidende Hindernis hin – die angespannte Sicherheitslage. „Sie verstehen doch: Es gibt eine bestimmte Sicherheitslage, nur in der wir dies tun können. Es macht keinen Sinn, hier Kapazitäten einzusetzen, um Flugzeuge unter solchen Bedingungen zu reparieren, in denen die Luftangriffsmittel des Gegners bis Ujghorod, Tscherniwzi und Lwiw reichen“, erklärte der Kommandeur der Luftwaffe. Laut seinen Worten ist das Aufstellen von Produktions- und Servicekapazitäten in diesen Regionen solange nicht sinnvoll, wie russische Waffensysteme die westlichen Gebiete der Ukraine erreichen können, was die Erhaltung der Ausrüstung und des Personels betrifft.

Gripen E und F-16: Was bereits angekündigt wurde

Der Kontext für Djakivs Aussage ist die kürzliche Erklärung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der vor einigen Wochen ankündigte, dass ukrainische Piloten in Kürze auf neue Kampfflugzeuge Gripen E umsteigen werden. Laut dem Staatsoberhaupt verläuft die Vorbereitung auf die Indienststellung der schwedischen Jagdflugzeuge schneller als ursprünglich geplant. Parallel dazu wird Belgien bis Ende 2026 sieben F-16-Jagdflugzeuge an die Ukraine übergeben: drei davon in kampfbereitem Zustand und vier weitere zur Verwendung als Ersatzteilspender. Beide Lieferwege enthalten laut Djakiv Verpflichtungen zur Lokalisierung.

Widersprüchliche Angaben

In den Erklärungen der Beteiligten lässt sich eine gewisse Diskrepanz zwischen den formalen Verpflichtungen und der praktischen Durchführbarkeit erkennen. Einerseits sind die Verträge bereits unterzeichnet und enthalten direkte Bestimmungen zur Lokalisierung der Produktion und der Wartung in der Ukraine. Andererseits räumt der Kommandeur der Luftwaffe selbst ein, dass das tatsächliche Aufstellen von Produktionskapazitäten solange unmöglich ist, wie der Gegner die Möglichkeit behält, die westlichen Regionen anzugreifen. Zwischen der rechtlichen Verpflichtung und der operativen Fähigkeit, diese zu erfüllen, besteht somit eine zeitliche Lücke, deren Dauer nicht offengelegt wird. Darüber hinaus fehlt in den öffentlichen Quellen konkrete Information darüber, welche Konzerne genau und an welchen Betrieben in der Ukraine die Lokalisierung durchführen werden, sowie zu den Zielzeitpunkten für den Start der ersten Serienlinien.

Aktueller Fuhrpark und Modernisierungsaufgabe

Angesichts der Ankündigungen über westliche Luftfahrzeuge setzen die ukrainischen Luftstreitkräfte weiterhin die sowjetischen Jagdflugzeuge MiG-29 und Su-27 ein, die das Rückgrat des bestehenden Fuhrparks bilden. Auf Fotos von Flugplätzen werden Maschinen mit den charakteristischen Erkennungszeichen der Luftwaffe der Ukraine festgehalten, darunter auch mit Elementen der Tarnausstattung. Der Übergang auf Gripen E und F-16 und in перспективе auf lokalisierte Produktion und Service-Wartung wird zum entscheidenden Schritt der Transformation des Luftwaffenkomponenten der Streitkräfte der Ukraine. Doch, wie Djakiv betont, werden die Tempi dieses Übergangs nicht nur von der Logistik der Lieferungen, sondern auch von der Fähigkeit bestimmt, sichere Bedingungen für die industrielle Tätigkeit auf dem Staatsgebiet zu gewährleisten.