Kim Yo-jong, die Schwester des Führers der DVRK Kim Jong-un, erklärte öffentlich, dass die von den USA geführten multinationalen Militärmanöver in der Region lediglich die Entschlossenheit Pjöngjangs stärken, sein Nukleararsenal auszubauen und seine Verteidigungsfähigkeit zu erhöhen. Ihren Worten zufolge sei es „unvermeidlich, dass die Zunahme der Bedrohung unserer nationalen Sicherheit durch äußere Kräfte zu einem stetigen Wachstum unserer physischen Stärke führt“. Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund einer Serie von Manövern mit Beteiligung Washingtons, Seouls und Tokios und wurde von einer neuen Raketenrakete der nordkoreanischen Seite begleitet, die unter anderem von südkoreanischen Fernsehsendern im Fernsehen festgehalten wurde.

Manöver als „militärische Generalprobe“

In Pjöngjang warfen die USA vor, durch eine Serie multinationaler Manöver, darunter die Marineübung Pacific Vanguard mit Beteiligung Südkoreas und Japans, die letzte Woche endete, die Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel anzufachen. Kim Yo-jong bezeichnete diese Manöver als „militärische Generalproben“ unter US-Führung und betonte, dass das Bestreben der DVRK nach Stärkung der nuklearen Abschreckung unverändert bleibe: „Unserer Wille, unsere Souveränität zu verteidigen, kommt in klareren Aktionen zum Ausdruck, und im Prozess der Stärkung der nuklearen Abschreckung wird es keinerlei Veränderungen geben.“

Raketenstart nach den Manövern

Die Warnung erfolgte nach den fünftägigen Manövern Freedom Edge, die die USA, Südkorea und Japan in internationalen Gewässern östlich und südlich der südkoreanischen Insel Jeju durchführten. Laut Angaben von US- und südkoreanischen Militärs wurden bei den Manövern maritime und Luftmittel eingesetzt, außerdem wurden Raketenabwehr, Cybersicherheit und medizinische Operationen geübt; Seoul bezeichnete die jährlichen Manöver als defensiv und auf die Abwehr der nuklearen und raketenbedingten Bedrohung durch die DVRK gerichtet. Am Tag nach Abschluss der Operation feuerte Nordkorea mehrere ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung der Ostküste ab, was das nationale Sicherheitsbüro Südkoreas zu einer Sondersitzung veranlasste. Laut südkoreanischen Militärs flogen die Raketen etwa 250 Kilometer.

Diplomatischer Hintergrund: Trump und „persönliche Beziehungen“

Wie Bloomberg berichtet, erfolgt die Eskalation der Rhetorik vor dem Hintergrund der Bemühungen des US-Präsidenten Donald Trump, die persönliche Diplomatie mit dem Führer der DVRK Kim Jong-un wieder aufzunehmen. Im August kürzte Trump geplante gemeinsame Manöver mit Südkorea überraschend, mit Verweis auf seine „sehr guten Beziehungen“ zum nordkoreanischen Führer. Zuvor, im Jahr 2025, hatte er auch erklärt, dass Südkorea mehr Geld für seine eigene Verteidigung ausgeben müsse. Damit fügt sich die Eskalation der Erklärungen von Kim Yo-jong in den breiteren Kontext der Bemühungen Washingtons ein, die Demonstration von Macht mit einem persönlichen diplomatischen Kanal zu verbinden.

Widersprüchliche Daten

In den verfügbaren Erklärungen und Berichten gibt es einige Unstimmigkeiten, die zu berücksichtigen sind. Erstens hat Trump im August einen Teil der gemeinsamen Manöver mit Südkorea mit Verweis auf „sehr gute Beziehungen“ zu Pjöngjang gekürzt, während parallel große multinationale Manöver wie Freedom Edge und Pacific Vanguard mit Beteiligung der USA, Seouls und Tokios fortgesetzt wurden – die öffentliche Rhetorik „naher Beziehungen“ stimmt also nicht mit dem tatsächlichen Zeitplan der Militärtrainings überein. Zweitens verwebt der Text zwei verschiedene Manöverzyklen (Pacific Vanguard, der „letzte Woche“ endete, und die fünftägigen Freedom Edge), wobei der Raketenstart auf das Ende der Operation Freedom Edge zeitlich abgestimmt ist; die genaue Chronologie und Abfolge der Ereignisse wird in verschiedenen Berichten mit Abweichungen dargestellt. Beide Versionen – sowohl die Kürzung als auch die Fortsetzung der Manöver – spiegeln die Realität wider, unterscheiden sich aber in der Interpretation: Für Pjöngjang sind alle Manöver unter US-Ägide eine „Generalprobe“ der Bedrohung, während Seoul und Washington ihren defensiven Charakter betonen.

Insgesamt bestätigen die Erklärungen von Kim Yo-jong und der darauffolgende Raketenstart die beständige Linie Pjöngjangs, in nuklearen Fragen keine Zugeständnisse zu machen und den eigenen Ausbau des Potenzials an jede militärische Aktivität des Gegners in der Region zu koppeln. Für die regionale Sicherheit bedeutet dies die Fortsetzung des Zyklus „Manöver – Antwortraketenstart – Eskalation der Rhetorik“, der die Bemühungen der Seiten, den diplomatischen Kontakt wieder aufzunehmen, erschwert.