Der lange politische Widerstand innerhalb Brüssels ist zu Ende. Die Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich auf ein 21. Sanktionspaket gegen Russland geeinigt. Derzeit befindet sich das Dokument in der Phase der endgültigen technischen Abstimmungen, bevor es offiziell verabschiedet wird.
Ein EU-Beamter, mit dem die Korrespondentin von Radio Liberty sprach, bestätigte die Durchbruchs-Informationen in den Verhandlungen. Laut dem Diplomaten wird die technische Arbeit am Text des Pakets abgeschlossen. Es wird erwartet, dass das schriftliche Verfahren zur Genehmigung des Dokuments noch heute Nachmittag eingeleitet wird.
Sackgasse und Suche nach Kompromissen
Der Weg zur Annahme neuer Beschränkungen erwies sich für die Europäische Union als schwierig. Noch am 15. Juli konnten die Botschafter der EU-Mitgliedstaaten keine Einigung erzielen, und die Verhandlungen gerieten ins Stocken. Doch innerhalb der letzten Woche gelang es den Diplomaten, die wichtigsten Widersprüche zu klären.
Es wurde bekannt, dass bestimmte Staaten Widerstand leisteten. Griechenland war gegen ein Verbot des Transports von russischem verflüssigtem Erdgas. Österreich verteidigte hingegen die Interessen der Raiffeisen-Bank. Auch Bulgarien, Frankreich und Italien versuchten, Beschränkungen gegenüber bestimmten natürlichen Personen und ehemaligen Militärs Russlands zu blockieren.
Druck auf die „Schattenflotte“
Neben der Vorbereitung des Sanktionsdokuments verstärkt die Europäische Union den Druck auf die „Schattenflotte“ Russlands. Im Mittelmeer haben Kräfte der EU den Öltanker MV SOUTH STAR beschlagnahmt. Das Schiff wird verdächtigt, unter einer fremden Flagge zu segeln.
Zusätzlich ermöglichten Operationen der EUNAVFOR ATALANTA europäischen Kräften, andere Schiffe der „Schattenflotte“ zu inspizieren, was auf eine Erweiterung der Taktik zur Bekämpfung der Umgehung von Sanktionen hindeutet.