Fehler und Ungenauigkeiten im Arbeitsbuch sind kein automatischer Grund für die Ablehnung der Gewährung einer Bevorzugungspension. Dies erklärte die Juristin für Pensionsnachkalkulationen Aljona Tschmona der YK «Prychodko und Partner» in einem Kommentar für RBC-Ukraine. Ihren Worten zufolge kann der Pensionsfonds der Ukraine einen Arbeitszeitraum nicht anrechnen, wenn im Dokument bestimmte formale Mängel vorliegen; der bloße Umstand, dass eine Arbeit ausgeübt wurde, die das Recht auf eine Bevorzugungspension begründet, verschwindet jedoch nicht wegen formaler Unzulänglichkeiten bei der Eintragung.

Die Erläuterungsbescheinigung als legales Bestätigungsinstrument

Das zentrale Instrument in der Situation, in der im Arbeitsbuch keine Angaben vorhanden sind, die das Recht auf eine Bevorzugungspension bestimmen, ist die Erläuterungsbescheinigung des Unternehmens, der Einrichtung, der Organisation oder deren Rechtsnachfolgers. Diese Norm ist in Punkt 20 der Ordnung verankert, die durch die Kabinettsverordnung der Ukraine vom 12. August 1993 Nr. 637 genehmigt wurde. Die Juristin betonte, dass eine solche Bescheinigung nicht nur die Bestätigung der Tatsache der Beschäftigung im Unternehmen ist, sondern ein Dokument, in dem Informationen enthalten sein müssen, die es ermöglichen, gerade den bevorzugten Charakter der ausgeübten Arbeit festzustellen. Eine korrekt ausgestellte Bescheinigung muss erklären, warum ein bestimmter Arbeitszeitraum einer bestimmten Person zur bevorzugten Dienstzeit zu rechnen ist. Den Worten Tschmonas zufolge ist dies keine Möglichkeit, das Arbeitsbuch zu ersetzen, sondern ein gesetzlich vorgesehener Mechanismus zur Bestätigung der darin fehlenden Angaben.

Die Bescheinigung OK-5 und die Rolle des Arbeitgebers bei der Datenerfassung

Als weiteren wichtigen Beweis in Streitfragen über die bevorzugte Dienstzeit nannte die Juristin die Bescheinigung OK-5, die auf der Grundlage der Daten der personalisierten Erfassung erstellt wird – der vom Arbeitgeber eingereichten Berichterstattung. Tschmona wies darauf hin, dass Informationen über die Sonderdienstzeit im Register der versicherten Personen nicht automatisch nur auf der Grundlage einer Erklärung des Arbeitnehmers entstehen. Gerade der Arbeitgeber, der die Berichterstattung über seine Arbeitnehmer einreicht, vermerkt die Codes der Sonderdienstzeit, die das Recht der Person auf eine Bevorzugungspension bestätigen. Diese Angaben gelangen in das Register der versicherten Personen und werden anschließend in der Bescheinigung OK-5 wiedergegeben, die der Pensionist zur Bestätigung seines Rechts anfordern kann.

Was tun, wenn das Unternehmen liquidiert wurde

Eine schwierigere Situation entsteht, wenn das Unternehmen, bei dem die Person gearbeitet hat, bereits liquidiert wurde und die benötigten Dokumente nicht erhalten geblieben sind. Dabei, so betonte Tschmona, ist die Liquidierung des Unternehmens für sich genommen kein Grund, warum die Person das Recht auf Anrechnung des entsprechenden Arbeitszeitraums bei der Pensionsgewährung verliert. Für solche Fälle gilt eine gesonderte Ordnung zur Bestätigung der Dienstzeit, die durch die Verordnung des Vorstands des Pensionsfonds der Ukraine vom 10. November 2006 Nr. 18-1 genehmigt wurde. Gemäß diesem Dokument kann die Dienstzeit, wenn die Dienstzeitdokumente wegen der Liquidierung des Unternehmens oder aus anderen Gründen fehlen, auf der Grundlage von Zeugenaussagen in der durch das Gesetz bestimmten Ordnung und unter den gesetzlich festgelegten Bedingungen bestätigt werden.

Praktische Empfehlungen für Pensionisten

Der Oberste Gerichtshof der Ukraine wies ebenfalls darauf hin, dass Erläuterungsbescheinigungen gerade dann benötigt werden, wenn im Arbeitsbuch keine Angaben vorhanden sind, die das Recht auf eine Bevorzugungspension bestimmen. Das bedeutet, dass die Rechtsprechung das Recht des Bürgers auf Bestätigung der Dienstzeit durch alternative Dokumente unterstützt. Die Juristin erinnerte daran, dass Pensionisten, die Anspruch auf mehrere Arten von Leistungen haben, den vorteilhafteren вариант selbst wählen und bei Bedarf ihre Entscheidung ändern können, indem sie persönlich eine Erklärung im Servicezentrum des Pensionsfonds oder online über das Web-Portal elektronischer Dienste einreichen. Somit sollten formale Fehler im Arbeitsbuch künftige Pensionisten nicht beunruhigen: Die Gesetzgebung sieht mehrere Mechanismen zum Schutz ihres Rechts auf eine Bevorzugungspension vor.