Frankreich bereitet in Koordination mit Italien die Lieferung von Luftabwehrsystemen SAMP/T samt Aster-Raketen an die Ukraine vor, die die Luftverteidigung der ukrainischen Städte stärken sollen. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf Quellen des Ukrinform im Élysée-Palast. Parallel erwägen die Länder, die Patriot-Systeme produzieren oder bereits im Einsatz haben, mehrere Optionen für eine schnelle Lieferung an Kiew vor dem Einbruch des Winters. Genauere Termine nennt die französische Seite vorerst nicht und beschränkt sich auf die Formulierung einer „laufenden Arbeit“.
Paris bereitet die Lieferung von SAMP/T in Koordination mit Rom vor
Laut Quellen im Élysée-Palast handelt Frankreich parallel zu anderen Lieferkanälen und bereitet gemeinsam mit Italien die Übergabe von SAMP/T-Komplexen mit Aster-Raketen an die Ukraine vor. In Paris wird betont, dass allein die Patriot-Systeme für Kiew nicht ausreichen würden – ein breiteres Spektrum an Luftverteidigungsmitteln sei erforderlich. Genau deshalb arbeitet die französische Seite gleichzeitig an mehreren Ansätzen, um der ukrainischen Seite ein umfassendes PAK-Paket zu gewährleisten. In französischen Kreisen wird anerkannt, dass der Winter für die Ukraine aufgrund der Angriffe auf die zivile Infrastruktur erneut eine schwere Bewährungsprobe werden wird, zugleich wird jedoch betont, dass es den russischen Truppen trotz der verheerenden Folgen der Beschuss für die Zivilbevölkerung bis jetzt nicht gelungen ist, die Frontlinie zu durchbrechen.
Die Patriot-Frage: mehrere Szenarien ohne konkrete Zeitrahmen
Im Élysée-Palast wurde bestätigt, dass die Frage neuer Patriot-Lieferungen an die Ukraine aktiv diskutiert wird. Die Länder, die diese Systeme produzieren oder bereits im Arsenal haben, erwägen verschiedene Übertragungsszenarien – von der Bereitstellung fertiger Komplexe bis hin zur Organisation einer lizenzierten Fertigung. Genauer Termine nennt die französische Seite nicht und beschränkt sich auf die Formulierung einer „laufenden Arbeit“. Dies deutet darauf hin, dass der Prozess auf der Stufe der Abstimmung zwischen mehreren Regierungen steht und sich nicht auf eine einseitige Entscheidung eines Staates reduziert.
Selenskyj besteht auf Stärkung der Luftverteidigung vor dem Hintergrund der Taktikänderung Russlands
Laut Quellen ist es gerade Präsident Wolodymyr Selenskyj, der am aktivsten auf eine Stärkung des ukrainischen Luftverteidigungsschirms drängt. Grund dafür ist die Änderung der Taktik und der Waffentypen durch Russland für Angriffe auf das ukrainische Territorium. Kiew hat der NATO eine aktuelle Liste der Prioritäten für die Luft- und Raketenabwehr vor dem nächsten Treffen im „Ramstein“-Format übergeben. Zuvor hatte Verteidigungsminister Jewhen Tyschtschenko (Anm.: im Original „Jewheni Chmara“) die weiteren Arbeitsrichtungen im Rahmen der Vorbereitung auf die Sitzung der Kontaktgruppe für die Verteidigung der Ukraine mit dem NATO-Generalsekretär besprochen.
Widersprüchliche Angaben
Zwischen den verschiedenen Quellen bestehen Abweichungen in den Details. Erstens weist der Haupttext auf die Koordination Frankreichs mit Italien in der Frage der SAMP/T-Lieferung an die Ukraine hin, während die Angaben von UNIAN (Quelle ID 2) vom Bestreben Frankreichs berichten, eine neue Version von SAMP/T gemeinsam mit Deutschland zu produzieren. Diese Informationen widersprechen sich nicht direkt – es geht um verschiedene Aspekte: die Übergabe fertiger Komplexe und die gemeinsame Fertigung einer neuen Generation, doch die öffentliche Darstellung erzeugt den Eindruck einer Uneindeutigkeit bei der Partnerwahl. Zweitens verwendet die deutsche Ausgabe DW (Quelle ID 3) die kategorieschere Formulierung „Frankreich wird der Ukraine SAMP/T-Luftabwehrkomplexe bereitstellen“, während die Quellen im Élysée-Palast lediglich von einer „laufenden Arbeit“ ohne Garantien und Zeitrahmen sprechen. Drittens bleibt die Patriot-Frage auf der Stufe der „aktiven Diskussion“ mit „verschiedenen Szenarien“, was nicht mit einem beschlossenen Lieferbeschluss gleichzusetzen ist. Somit variiert der Grad der Bestimmtheit in den öffentlichen Erklärungen von „wir bereiten vor“ bis „wir diskutieren“, und keine Quelle fixiert ein unterzeichnetes Dokument oder einen genehmigten Zeitplan.
Der breitere Kontext: von Storm Shadow zu Patriot-Lizenzen
Gesondert ist zu beachten, dass laut Angaben von UNIAN (Quelle ID 4) die Übertragung der Fertigungstechnologien für Storm-Shadow-Raketen der erste Schritt zum Erwerb von Patriot-Lizenzen durch die Ukraine werden könnte. Diese Diskussionslinie ergänzt das Bild: Die Frage der Luftverteidigung für Kiew wird nicht nur als logistische Aufgabe der Übergabe fertiger Komplexe betrachtet, sondern auch als strategische Frage der technologischen Souveränität und der langfristigen Produktionskooperation mit westlichen Partnern.