Ukrainische Prominente nutzen ihre Bekanntheit immer häufiger nicht nur für Sportverträge, Drehs oder Konzerte. Eine Reihe von Stars investiert in eigene Produktionen, startet Technologieprojekte, eröffnet Sportstätten oder schafft Marken, die auf den ersten Blick nichts mit ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit zu tun haben. Laut Angaben der Publikation Styler (ein Projekt von RBC-Ukraine), veröffentlicht im September 2026, umfassen die Business-Portfolios ukrainischer Prominenter die Glasindustrie, digitale Plattformen, Gastronomie, Juwelierwesen und adaptive Kleidung für Veteranen.

Alexander Usyk: Vom Boxring zur Glasproduktion und zu digitalen Plattformen

Unter den ukrainischen Sportlern verfügt Alexander Usyk nach Einschätzung von Styler über das vielfältigste Business-Portfolio. Im Jahr 2022 wurde der Boxer Miteigentümer des Unternehmens „Usyk Sklo“, das sich mit der Formgebung und Veredelung von Flachglas befasst. Usyks Anteil an der Gesellschaft beträgt 85 %. Die zweite Richtung ist die digitale Plattform Ready to Fight, die mit Sportlern, Trainern und Managern der Boxindustrie zusammenarbeitet. Im Jahr 2026 entwickelt sich das Projekt weiter: In der Struktur, deren letzter Begünstigter Usyk ist, wurde ein eigener ukrainischer Medienservice Ready to Fight registriert.

Elina Switolina und Serhij Stachowski: SVITO Padel Club auf dem Podil

Im Jahr 2026 betrat Elina Switolina zusammen mit Serhij Stachowski den Sportbereich bereits nicht mehr als professionelle Tennisspielerin, sondern als Unternehmerin. Am 4. Mai ging auf dem Podil der SVITO Padel Club in Betrieb – ein Raum, der auf dem Gelände des GARAGE in einer ehemaligen Tetra-Pak-Halle geschaffen wurde. Im Club befinden sich sieben überdachte Padel-Courts, eine Lounge-Zone, Umkleiden und gemeinsame Flächen mit dem Fitness-Club Smartass. Das Projekt wird von der Gesellschaft „37Grup“ entwickelt, an der Switolina 50 % hält und an der Stachowski und dem Fonds von Wsewolod Koschmjak je 25 % gehören. Für den SVITO war das Jahr 2026 nicht einfach: Im September wurde der Club durch die Druckwelle nach einem russischen Angriff auf Kiew beschädigt. Bereits am 16.–17. September begann das Lokal, seinen Betrieb schrittweise wieder aufzunehmen, zunächst mit einem, dann mit drei Courts.

Dasha Astafjewa und die Buchplattform UnderBooks

Dasha Astafjewa ging über den klassischen Show-Business-Bereich hinaus. Im Jahr 2023 stellte sie UnderBooks vor – eine Plattform mit modernen und klassischen ukrainischen Büchern, insbesondere in Audioform. An der Synchronisation arbeiteten professionelle Sprechstimmen und ukrainische Künstler, darunter auch Astafjewa selbst. Im Jahr 2026 funktioniert das Projekt weiter als digitale Plattform mit Buchinhalten. Dabei präzisierte Astafjewa später, dass der Gründer und Eigentümer der Plattform ihr Partner sei, während sie an der Entwicklung des Projekts beteiligt ist.

Jewheni Klopotenko: Gastronomie als Geschäftsmodell

Für den Küchenchef Jewheni Klopotenko wurde die Gastronomie nicht nur ein Fernsehbewerb. Er ist Miteigentümer des Restaurants „100 Jahre nach vorn“ in Kiew, das gemeinsam mit Inna Popereschnjuk betrieben wird. Das Lokal funktioniert im Jahr 2026 weiter, und seine Konzeption basiert auf der Neuinterpretation der traditionellen ukrainischen Küche. Im Februar 2026 startete Klopotenko eine weitere Business-Richtung – den Lieferdienst „Muza“ für warme Gerichte der ukrainischen Küche, der in Kiew, Lwiw, Dnipro und Riwne über Lieferdienste tätig ist.

Natalja Denisenko und Oleh Saporozhnyj: Juweliermarke und adaptive Kleidung

Die Schauspielerin Natalja Denisenko startete im Jahr 2025 die Juweliermarke UNA. In der eigenen Beschreibung nennt das Unternehmen es eine Schmuckmarke, die aus dem langjährigen Traum der Schauspielerin entstanden ist, eigene Stücke zu schaffen. Derzeit funktioniert ein Online-Shop mit einem Katalog für Damen- und Herrenschmuck. Der Schauspieler Oleh Saporozhnyj entwickelt das Projekt Unique Human – adaptive Kleidung für Veteranen mit Amputationen. Die Richtung wuchs aus seiner Freiwilligenarbeit nach Beginn des vollflächigen Krieges hervor. Im Jahr 2026 sprach Saporozhnyj öffentlich über die Suche nach Finanzierung und die Entwicklung dieser Richtung: Das Team arbeitet an Kleidung, die für Menschen mit Prothesen bequem sein und ihnen helfen soll, in den Alltag zurückzukehren.

Widersprüchliche Angaben

Die einzige wesentliche Präzisierung in den Materialien von Styler betrifft die Rolle von Dasha Astafjewa im Projekt UnderBooks. Ursprünglich wurde die Plattform als ihr persönliches Projekt vorgestellt, jedoch präzisierte Astafjewa später, dass der Gründer und Eigentümer ihr Partner sei, während sie an der Entwicklung beteiligt ist. Somit kann die Formulierung „Astafjewas Business“ in Schlagzeilen und Berichten hinsichtlich der tatsächlichen Anteilsverteilung irreführend sein. Für die übrigen Personen – Usyk, Switolina, Klopotenko, Denisenko und Saporozhnyj – wurden in den vorliegenden Materialien keine Widersprüche zwischen den Versionen festgestellt.