Ein Spaziergang durch den Wald führt oft zu Pilzen, die so gar nichts mit den gewohnten Steinpilzen, Butterpilzen oder Pfifferlingen gemein haben. Darunter befinden sich korallenartige Arten, deren verzweigte Fruchtkörper an Hirschgeweihe, Baumäste oder Meereskorallen erinnern. Genau deshalb werden sie im Volksmund als "Hirschgeweihe" und in einigen Regionen als "Oparbart" bezeichnet. Der Blogger Jaroslaw Fischtschenko merkt in einem Video auf seiner Facebook-Seite "Charakternik Schou" an, dass sich hinter diesem Namen meist korallenartige Pilze mit zahlreichen Verzweigungen verbergen, die dünn und zerbrechlich oder im Gegensatz dazu dick und fleischig sein können. Die Färbung solcher Pilze variiert von hellgelb über goldgelb, weiß, rosa bis hin zu rötlich, was sie optisch sehr vielfältig macht.

Um welche Pilze es sich handelt und wo sie wachsen

Unter den "Hirschgeweihen" gibt es Vertreter der Gattung Ramaria (Ziegenbärte). Insbesondere die Gelbe Koralle und die Goldgelbe Koralle sind verschiedene Arten, die in ihrer Form ähnlich sein können, sich aber in Nuancen und anderen morphologischen Merkmalen unterscheiden. In einer wissenschaftlichen Studie, die in der Zeitschrift Journal of Ethnopharmacology veröffentlicht wurde, beschrieben Forscher verschiedene Arten korallenartiger Pilze und deren Verwendung als Nahrung in bestimmten Regionen. Dabei betonen die Autoren: Der Status der Essbarkeit hängt von der jeweiligen Art ab und nicht nur von der äußeren Ähnlichkeit. Ramarien kommen in Waldökosystemen vor, unter anderem in der Nähe von Bäumen, aber nicht alle wachsen auf alten Stümpfen oder umgestürzten Stämmen: Viele Arten entwickeln sich direkt auf dem Boden und interagieren mit den Baumwurzeln. So ist in der wissenschaftlichen Beschreibung der Schönen Koralle (Ramaria formosa) angegeben, dass dieser Pilz auf dem Boden in Bergwäldern wächst.

Wann man sie antreffen kann

Der Zeitpunkt des Erscheinens korallenartiger Pilze hängt von der Art, dem Klima und den Wetterbedingungen ab. Einige "Hirschgeweihe" wachsen fast das ganze Jahr über und sind sogar in der Lage, im Winter zu fruchten, sodass man ihnen nicht nur während der klassischen Pilzsaison begegnen kann. Auch der Standort ist nicht universell: Er wird durch die konkrete Art bestimmt und nicht durch den allgemeinen Typ des "Korallenpilzes".

Warum man bei ihnen vorsichtig sein muss

Einige Ramaria-Arten gelten als essbar und werden in der Küche verwendet: In Regionen, in denen bestimmte Arten traditionell verzehrt werden, fügt man sie Suppen hinzu, brät sie mit Zwiebeln an oder verwendet sie nach Vorbehandlung in anderen Gerichten. Unter den korallenartigen Pilzen gibt es jedoch auch gefährliche Vertreter, und ihre äußere Ähnlichkeit erschwert die Bestimmung. In einem medizinischen Bericht, der im BMJ Case Reports veröffentlicht wurde, wird ein Fall von Massenvergiftung beschrieben, der laut den Autoren mit dem Verzehr von Pilzen zusammenhängt, zu denen auch die Blühende Ziegenbart-Art (Ramaria rufescens) gehörte. Dieser Fall zeigt anschaulich, warum man nicht alle Pilze dieser Art als ungefährlich betrachten darf.

Die Hauptregel des Pilzsammlers

Die Essbarkeit lässt sich weder allein nach Farbe oder Geruch bestimmen noch sollte man sich ausschließlich auf Fotos oder Volksnamen verlassen — derselbe Spitzname kann sich auf verschiedene Arten beziehen. Es gibt auch keine universelle Regel, wonach es ausreicht, "Hirschgeweihe" 15 Minuten lang zu kochen, um sie sicher zu machen: Eine thermische Behandlung garantiert nicht die Neutralisierung von Toxinen eines unbekannten oder giftigen Pilzes. Daher lautet die einfache und wichtigste Regel: Zuerst muss die Art verlässlich bestimmt und erst danach entschieden werden, ob sie zum Verzehr geeignet ist. Bei Zweifeln belässt man den ungewöhnlichen Pilz am besten im Wald.