Laut Financial Times, unter Berufung auf westliche Sicherheitsvertreter und eine dem Kreml nahestehende Quelle, wandte sich Iran im Jahr 2026 an Moskau und bat um die Bereitstellung moderner Versionen der Schlägdrohne „Geran'. Den Informanten der Zeitung zufolge haben sich die Fähigkeiten Russlands im Drohnenbereich in den letzten Jahren erheblich gesteigert, und genau diese verbesserten Maschinen wolle Teheran in einem potenziellen Konflikt gegen Israel und die USA einsetzen. Es geht um die russische Version der Drohnen, die Moskau 2023 auf der Grundlage der iranischen „Schahed' in Serienproduktion aufnahm – seitdem haben sich Konstruktion und technische Merkmale der Geräte deutlich verändert.

Vom „Schahed' zur „Gerani': Die Evolution der Konstruktion

Die erste Generation „Geran-1' kann eine Kampfladung von bis zu 20 kg tragen und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 185 km/h – Parameter, die dem ursprünglichen iranischen Prototyp nahekommen. Deutlich leistungsstärker ist die „Geran-5' mit Strahltriebwerk: Berichten zufolge setzte Russland dieses Modell erstmals im Januar 2026 ein. Sie kann bis zu 600 km/h erreichen, eine Kampfladung von bis zu 90 kg tragen und bis zu 1000 km zurücklegen. Die Änderungen betreffen nicht nur die Flugleistungen: Die „Geran-4' erhielt einen aerodynamischeren vorderen Rumpf, und die Konstruktion der „Geran-5' ähnelt eher einer Lenkflugkörper als einem klassischen „Schahed'.

Strahltriebwerke und künstliche Intelligenz

Die Modernisierung betraf auch die Lenksysteme. Während frühe „Gerani' relativ einfache Steuersysteme hatten, sind neuere Versionen laut FT mit Wärmebildkameras und Lenksystemen auf Basis künstlicher Intelligenz ausgestattet. Das macht sie deutlich schwerer zu bekämpfen als die ersten Modelle, die Russland nach Erhalt der iranischen technologischen Grundlage zu produzieren begann. Ein Schlüsselfaktor war die Installation von Strahltriebwerken in den Schlägdrohnen: Die Geräte wurden viel schneller und schwerer abzufangen, was das Gleichgewicht im Konflikt mit Luftverteidigungssystemen verändert.

Erklärungen aus Kiew und das Abfangproblem

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass das Land derzeit nicht über ausreichend Mittel zur Zerstörung der neuen schnellen Drohnen verfüge; nach seinen Angaben entwickeln jedoch bereits mehr als 60 Unternehmen entsprechende Lösungen. Das bestätigt, dass das Abfangen der strahlgetriebenen „Gerani' eine der drängendsten technologischen Aufgaben für die Seiten bleibt, die mit diesen Geräten konfrontiert sind.

Widersprüchliche Daten

Die von FT und westlichen Quellen dargelegte Version einer Massenproduktion und eines Einsatzes strahlgetriebener „Gerani' widerspricht den Aussagen der ukrainischen Spionage. Laut dem Hauptnachrichtendienst (HUR), wie in offenen Quellen dargelegt, hat Russland im Gegenteil die Produktion von strahlgetriebenen Drohnen-Kamikazes eingestellt und wird die Drohne „Geran-3' nicht herstellen. Somit behauptet eine Seite eine Erweiterung und Modernisierung der Strahlreihe und deren Übergabe auf Antrag Teherans, während die andere das Abbau der entsprechenden Produktion behauptet. Der Unterschied in den Einschätzungen könnte damit zusammenhängen, dass unter „strahlgetriebenen Modellen' in verschiedenen Quellen unterschiedliche Modifikationen verstanden werden (z. B. „Geran-3' gegenüber „Geran-5'), jedoch bleibt ein direktes Widerspruch hinsichtlich des aktuellen Produktionsstatus der Strahldrohnen und erfordert zusätzliche Verifizierung.

Unabhängig von den Unterschieden in den Details zeigt allein die Tatsache, dass sich Iran an Russland mit fortschrittlichen Schlägdrohnen wandte, falls sie sich bestätigt, dass der technologische Austausch zwischen den beiden Ländern in umgekehrter Richtung verläuft: Jetzt kann Moskau als Lieferant verbesserter Versionen auftreten, die ursprünglich eine iranische Entwicklung waren.