Das US-Repräsentantenhaus hat einen weiteren prozeduralen Schritt zur Prüfung eines Gesetzentwurfs über neue Sanktionen gegen Russland und Iran unternommen. Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf die Veröffentlichung des Washington-Korrespondenten von Radio Swoboda, Alex Raufoglu, im Netzwerk X berichtet, könnte die finale Abstimmung über das Dokument bereits am 16. September stattfinden. Damit bewegt sich die Initiative, die bereits das Oberhaus passiert hat, nun auf eine mögliche Annahme durch das Unterhaus und eine weitere Überweisung zur Unterschrift an den Staatschef zu.
Prozeduraler Schritt im Repräsentantenhaus
Der Geschäftsordnungsausschuss des Unterhauses hat am 14. September die Verfahrensweise zur Prüfung des Dokuments mit neun Stimmen gegen drei genehmigt. Die prozeduralen Debatten sollen am 15. September beginnen, die Abstimmung über die Prüfungsregeln wird voraussichtlich um 20:30 Uhr Kiewer Zeit erwartet. Falls diese Regeln verabschiedet werden, könnte die endgültige Abstimmung über den Gesetzentwurf selbst bereits am nächsten Tag – dem 16. September – stattfinden. Damit verkürzt sich das entscheidende Zeitfenster für die Annahme des Dokuments im Unterhaus auf zwei Tage.
Was der Gesetzentwurf vorsieht
Das Dokument sieht die Möglichkeit vor, dass der US-Präsident Zölle von bis zu 100 % für die größten Käufer von russischem Öl und Gas, insbesondere China und Indien, einführt. Außerdem sieht der Gesetzentwurf Sanktionen gegen russische Oligarchen, Beamte, Militärangehörige und Mitglieder ihrer Familien vor, ebenso wie gegen Finanzinstitute, Energieprojekte und Schiffe, die mit dem sogenannten Schattenflotte verbunden sind. Im Wesentlichen kombiniert die Initiative ein tarifpolitisches Druckmittel gegen Importeure russischer Energieträger mit gezielten Beschränkungen gegen konkrete Personen, Strukturen und Vermögenswerte.
Position des Senats und der Weg zur Unterschrift
Der US-Senat hat den Gesetzentwurf bereits unterstützt: Im August erhielt das Dokument 86 Ja-Stimmen bei 11 Nein-Stimmen. Falls auch das Repräsentantenhaus die Initiative billigt, kann sie zur Unterschrift an den US-Präsidenten Donald Trump weitergeleitet werden. Das bedeutet, dass nach der Annahme durch das Unterhaus für das Dokument nur noch der letzte formale Schritt – die Unterschrift des Staatschefs – bleibt, nach dem es in Kraft tritt.
Kontext: Sanktionen gegen den WTB und Druck auf den Iran
Eine Erinnerung an den parallelen Druckkanal: Die USA haben im Rahmen des Drucks auf den Iran neue Sanktionen gegen die russische Bank WTB verhängt. Das US-Finanzministerium warf der Finanzinstitution vor, die Umgehung der gegen Teheran verhängten Beschränkungen zu unterstützen. Die Behörde erklärte, sie werde weiterhin Unternehmen und Strukturen identifizieren, die dem iranischen Regime finanzielle, technologische oder sonstige wesentliche Unterstützung leisten. In diesem Kontext erscheint der besagte Gesetzentwurf als Erweiterung der Sanktionsarchitektur, die die russische und die iranische Agenda in ein einheitliches Paket von Beschränkungen verbindet.