Ab dem 3. September 2026 wird in Kiew die temporäre Buslinie 1M in der Relation „Sporthalle – U-Bahnhof Lesnaja“ in Betrieb genommen. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf die Stadtverwaltung Kiews, die die Entscheidung in ihrem Telegram-Kanal veröffentlichte. Der Start der Linie fällt mit einer anhaltenden Verkehrskrise in der Hauptstadt zusammen, die durch tägliche Luftalarme und die Einschränkung des oberirdischen U-Bahn-Verkehrs verschärft wird.
Linienverlauf und Kapazität der Linie
Laut Angaben der Stadtverwaltung Kiews (KGGA) wird die Linie 1M entlang des oberirdischen Abschnitts der roten U-Bahn-Linie verlaufen und eine zusätzliche Verbindung zwischen dem rechten und dem linken Dnepr-Ufer sicherstellen. Der Linienverlauf führt durch das Zentrum der Hauptstadt, über die Metro-Brücke und den Browarski-Prospekt. In den Stoßzeiten sollen 12 Busse im Einsatz sein, was die Belastung der verbliebenen oberirdischen Verkehrsmittel verringern und die Umsteigeknoten teilweise entlasten soll.
Hintergrund: Verkehrskrise durch Alarme
Die Stadtverwaltung betont, dass der Busstart mit den anhaltenden Angriffen von Drohnen zusammenhängt: In letzter Zeit werden in Kiew täglich etwa zehn Luftalarme ausgerufen. Wegen der Bedrohung durch Angriffe ist der U-Bahn-Verkehr auf der roten Linie eingeschränkt – Züge verkehren nur zwischen den Stationen „Akademhorodok“ und „Arsenalna“. Infolgedessen ist ein erheblicher Teil der Fahrgäste vom linken Ufer faktisch seiner gewohnten Möglichkeit beraubt, auf das rechte Ufer zu gelangen, was die Ursache für die Einführung der temporären Busverbindung war.
Temporärer Charakter der Maßnahme und Alternativen
Die KGGА betont, dass die Linie 1M ausschließlich eine temporäre und zusätzliche Verbindung darstellt und keine vollständige Ersatzlösung für den Betrieb des oberirdischen U-Bahn-Abschnitts ist. Den Fahrgästen wird erinnert, dass der Dnepr auch mit anderen oberirdischen Verkehrsmitteln überquert werden kann, die weiterhin funktionieren. Der neue Bus wird daher als Unterstützung und nicht als endgültige Lösung des Problems betrachtet.
Systemische Lösungen der Regierung
Erinnern wir daran, dass der Ministerrat der Ukraine bereits mehrere Lösungen vorgeschlagen hat, die darauf abzielen, die Lebensfähigkeit der Stadt bei anhaltenden Alarmen zu gewährleisten. Der Start der Buslinie 1M fügt sich in dieses Maßnahmenpaket ein und soll die Mobilität der Einwohner der Hauptstadt bis zur Wiederherstellung des regulären Betriebs des oberirdischen U-Bahn-Abschnitts unterstützen. Über die Dauer des Betriebs und mögliche Anpassungen der Linie wird die Regierung zusätzlich informieren.