Seit dem 3. September 2026 verkehrt in Kiew eine provisorische zusätzliche Buslinie Nr. 1-M, die den Sportpalast mit der U-Station „Lesnaja“ verbindet. Dies teilte die Stadtverwaltung von Kiew (Kyjiwska Mysteska Deršawnaja Administracija, KMDA) mit, während das kommunale Unternehmen „Kyjwpasstrans“ die Details zur Route und zu den Betriebsbedingungen offenlegte. Die neue Verbindung soll in einer Situation, in der der oberirdische Abschnitt der Swjatoschynsko-Browarska-U-Bahn-Linie nicht im regulären Betrieb funktioniert, eine zusätzliche Verbindung zwischen dem rechten und dem linken Ufer der Hauptstadt sicherstellen.

Route und Logistik: 12 Busse in der Stoßzeit

Laut „Kyjwpasstrans“ werden in der Zeit des höchsten Fahrgastaufkommens gleichzeitig 12 Busse auf der Linie Nr. 1-M eingesetzt. Das Fahrzeug folgt durch das Stadtzentrum, überquert die Metro-Brücke und fährt entlang des Browarski-Prospekts bis zur U-Station „Lesnaja“ und zurück. Die KMDA betont, dass die Linie Nr. 1-M eine provisorische und zusätzliche Busverbindung ist und keine vollständige Ersatzlösung für den Betrieb des oberirdischen U-Bahn-Abschnitts darstellt. Dies ist eine wesentliche Einschränkung: Die Behörden positionieren den Bus als Hilfsinstrument und nicht als langfristigen infrastrukturellen Ersatz.

Vollständige Route: von der Esplanade bis zum Browarski-Prospekt

Die Busse folgen der folgenden Route: Esplanadna-Straße – Rohnedinska-Straße – Schota-Rustaweli-Straße – Bassajna-Straße – Mechnikow-Straße – Klow-Spusk – Krepostnoi-Gasse – Mychajlo-Hruschewskyj-Straße – Knjasij-Ostrozhskyj-Straße – General-Almazow-Straße – Staronawodnyzka-Straße – Mychajlo-Mychnowskyj-Boulevard – Nabereschnoje-Schossse – Metro-Brücke – Browarski-Prospekt – Rajsa-Okipna-Platz – Jewhen-Swertjutschko-Straße – Browarski-Prospekt – Hryhorij-Narbut-Prospekt – Andrij-Malyшко-Straße – Browarski-Prospekt – Hetman-Pawlo-Polubotko-Straße – Überführung über den Browarski-Prospekt – Kjoto-Straße – Browarski-Prospekt – Metro-Brücke – Nabereschnoje-Schossse – Mychajlo-Mychnowskyj-Boulevard – Nawodnyzka-Platz – Staronawodnyzka-Straße – General-Almazow-Straße – Knjasij-Ostrozhskyj-Straße – Mychajlo-Hruschewskyj-Straße – Krepostnoi-Gasse – Klow-Spusk – Mechnikow-Straße – Bassajna-Straße – Esplanadna-Straße. Damit umfasst die Route die wichtigsten Arterien des rechten Ufers, den zentralen Abschnitt mit der Überquerung der Metro-Brücke und einen erheblichen Teil des linken Ufers entlang des Browarski-Prospekts.

Kontext: nicht die einzige Verbindung zwischen den Ufern

Die KMDA erinnert daran, dass zwischen dem rechten und dem linken Ufer von Kiew bereits die Buslinien Nr. 21, 22, 51, 55, 73, 91, 101, 109, 110, 111, 112, 114, 115, 118 sowie die Trolleybuslinien Nr. 47 und 50 verkehren. Der Start der Linie Nr. 1-M hebt diese Routen weder auf noch dupliziert sie sie vollständig — sie soll ein konkretes Verbindungsdefizit entlang der Achse schließen, die auf den nicht funktionierenden oberirdischen U-Bahn-Abschnitt fällt. Dennoch, angesichts der Tatsache, dass in der Stoßzeit 12 Fahrzeuge auf die Linie eingesetzt werden, kann von einer erheblichen Verstärkung der Verkehrsbelastung auf der Metro-Brücke und der angrenzenden Straßeninfrastruktur gesprochen werden.

Politischer Hintergrund: Appell des Verteidigungsrats an die Regierung

Der Start der provisorischen Linie erfolgt vor dem Hintergrund breiterer Diskussionen in Kiew über die Verkehrszugänglichkeit bei regelmäßigen Luftalarmen. Zuvor hatte der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, mitgeteilt, dass der Verteidigungsrat der Hauptstadt die Regierung aufgefordert hat, Änderungen in den Sicherheitsprotokollen der Stadt vorzunehmen. Insbesondere bittet Kiew um die Lockerung der Ausgangssperre, um die Einschränkung des Betriebs der Syrezko-Petscherska-U-Bahn-Linie während der Alarme aufzuheben und um die Einführung von Beschränkungen für den Autoverkehr zwischen dem linken und dem rechten Ufer innerhalb der Stadt zu unterlassen. Ziel dieser Initiativen ist es, den Bewohnern zu ermöglichen, schneller nach Hause oder zu den Schutzräumen zu gelangen. In diesem Sinne erscheint die Buslinie Nr. 1-M nicht nur als Verkehrsmaßnahme, sondern als Element einer umfassenden Strategie zur Aufrechterhaltung der Mobilität der Bevölkerung bei erhöhter Bedrohungslage.

Was das für die Fahrgäste bedeutet

Für die Bewohner des rechten Ufers, deren tägliche Bewegung auf das linke Ufer zuvor auf den oberirdischen Abschnitt der Swjatoschynsko-Browarska-Linie gestützt war, bedeutet das Erscheinen der Linie Nr. 1-M die Schaffung einer vorhersehbaren oberirdischen Alternativroute mit klarer Anbindung an die U-Bahn an beiden Enden. Der Status „provisorisch“ lässt jedoch die Frage nach der Dauer des Betriebs offen und ob die Linie verlängert, gekürzt oder in eine permanente umgewandelt werden wird. Die KMDA nennt derzeit keine konkreten Fristen, innerhalb derer die Linie Nr. 1-M funktionieren wird, was eine gewisse Unsicherheit bei der Planung der Fahrten erzeugt.