Die Stadtverwaltung von Kiew (KGHA) führt vor dem Winter eine umfassende Aktualisierung der Daten zu mobilitätseingeschränkten Einwohnern der Hauptstadt durch. Laut offiziellen Angaben, die auf Anfrage von RBC-Ukraine übermittelt wurden, leben in der Stadt rund 26.000 alleinstehende ältere Menschen, die von den territorialen Zentren für soziale Betreuung begleitet werden, sowie mehr als 160.000 Menschen mit Behinderung, von denen etwa 15.000 Kinder sind. Insgesamt geht es um fast 186.000 Einwohner, deren Daten derzeit von den Sozialdiensten präzisiert werden.
Keine „Vertreibungsslisten“, sondern eine Bedarfskarte
Die Stadtverwaltung wies die Deutung entschieden zurück, die Stadt bilde Listen von Menschen für eine „Vertreibung“ im Falle einer großflächigen Stromausfalls. „Die Stadt bildet keine Listen von Menschen für eine ‚Vertreibung‘ im Falle eines großflächigen Stromausfalls. Es geht um die Aktualisierung der Informationen zum tatsächlichen Wohnort von Menschen aus mobilitätseingeschränkten Gruppen, die im Bedarfsfall zusätzliche Hilfe in einer Notsituation benötigen könnten“, betonte die KGHA. Die Zugehörigkeit einer Person zur entsprechenden Kategorie bedeutet nicht automatisch, dass sie verlegt werden muss. Die Sozialdienste ermitteln, wo die Vertreter der schutzbedürftigen Gruppen tatsächlich wohnen und welche konkrete Hilfe sie benötigen könnten. Die Orte für eine mögliche vorübergehende Unterbringung werden je nach den Bedürfnissen der betroffenen Personen und der sich entwickelnden Lage bestimmt.
Wer bereits in der Datenbank ist und wer sich melden muss
Die KGHA präzisierte, dass Personen, die bereits von einem territorialen Zentrum oder einem Bezirksamt für Sozial- und Veteranenpolitik begleitet werden, sich nicht erneut zur Aufnahme ihrer Daten melden müssen – die entsprechenden Angaben liegen den Sozialdiensten bereits vor und werden lediglich aktualisiert. Aktuelle Informationen sollen es den städtischen Diensten ermöglichen, schnell Kontakt mit der Person aufzunehmen, ihren Zustand und ihre Bedürfnisse zu ermitteln und die nötige Hilfe zu organisieren. In einigen Fällen kann es um eine vorübergehende Verlegung gehen; die Stadtverwaltung nennt jedoch weder im Voraus die endgültige Zahl solcher Personen noch konkrete Orte für alle möglichen Szenarien.
Budget und Finanzierungsquellen
Eine separate Ausgabe im lokalen Budget für die Bildung von Listen oder die vorübergehende Verlegung von Menschen ist nicht vorgesehen. Die Maßnahmen zur Vorbereitung und zur Bereitstellung der nötigen Unterstützung können insbesondere durch wohltätige und internationale Organisationen finanziert werden. Das bedeutet, dass ein erheblicher Teil der Logistik und der materiellen Versorgung im Falle einer echten Notsituation auf NGOs und Partnerstrukturen entfallen wird und nicht ausschließlich auf das Stadtbudget.
Kontext: Winterliche Widerstandsfähigkeit Kiews
Die Arbeit erfolgt unter Kriegsrecht und anhaltenden Bedrohungen von Angriffen auf die kritische Infrastruktur. Die KGHA betont, dass es um die Vorbereitung auf verschiedene mögliche Notsituationen geht und nicht um die Vorhersage eines konkreten Szenarios. Vor Kurzem teilte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko mit, dass die Hauptstadt die wesentlichen Maßnahmen zur Wintervorbereitung bis zum Beginn der Heizsaison abschließen wird; derzeit sind bereits etwa 50 % der Arbeiten erledigt. Anfang August besprachen Klitschko und die Zentralregierung den Winter-Widerstandsfähigkeitsplan für Kiew, für dessen Umsetzung mehr als 20 Milliarden Hrywnia bereitgestellt werden.
Widersprüchliche Daten
Zwischen der offiziellen Erklärung der KGHA und dem Material von RBC-Ukraine wurden keine wesentlichen Abweichungen in den Zahlen festgestellt. Wichtig ist jedoch die methodische Einschränkung: Die genannten Zahlen (26.000 und 160.000) spiegeln die Anzahl der Personen in den entsprechenden Kategorien wider, nicht die Zahl derjenigen, die verlegt werden sollen. Die KGHA weist ausdrücklich darauf hin, dass die tatsächlichen Bedürfnisse noch ermittelt werden und die endgültigen Zahlen abweichen können. Eine zusätzliche Quelle (regions.ru) beschreibt die Praxis der Hilfe für alleinstehende ältere Menschen in einer anderen Stadt (Ozersk) im Rahmen der „Woche der Barmherzigkeit“ und enthält keine Daten, die der kiwer Statistik widersprechen, bestätigt aber das gemeinsame russisch-ukrainische Modell der Arbeit von Sozialarbeitern mit schutzbedürftigen Gruppen.