In Kiew ist die erste kommunale spezialisierte Fahrschule der Ukraine für Veteranen und Veteraninnen mit Behinderung in Betrieb gegangen, insbesondere für Menschen mit Einschränkungen des Bewegungsapparats infolge von Amputationen der Extremitäten. Dies teilte der Bürgermeister der Hauptstadt, Vitali Klitschko, am 25. August 2026 in seinem Telegram-Kanal mit und betonte, dass die Stadt das Unterstützungssystem für die Verteidiger und Verteidigerinnen der Ukraine weiter ausbaut. Seinen Worten zufolge hat die Fahrschule die erforderliche Prüfung des Lehrfahrzeugs bestanden und ist bereit, die ersten Schüler aufzunehmen.
Spezialausgestattete Fahrzeuge und adaptives Fahren
Für die praktischen Übungen in der Kategorie „B“ stehen den Veteranen speziell ausgestattete Fahrzeuge zur Verfügung, die auf Klitschkos Antrag vom Wohltätigkeitsfonds der Familie Dschurynski übergeben wurden. Das Servicezentrum des Innenministeriums leistete seinerseits Unterstützung bei der Begleitung und Umsetzung des Projekts. Die Ausbildung umfasst zwei Hauptszenarien: Eine Person kann das Fahren von Grund auf erlernen und einen Führerschein erwerben oder – falls sie vor der Verwundung bereits Fahrerfahrung hatte – eine Umqualifizierung durchlaufen und das Fahren mit adaptiver Ausrüstung beherrschen, insbesondere mit Handschaltung. Auf dem im Kanal des Bürgermeisters veröffentlichten Foto ist ein Veteran mit zwei Beinprothesen zu sehen, der das Einsteigen in das Auto übt, was die Zielgruppe der Schule anschaulich verdeutlicht.
Das Prinzip „Gleich zu gleich“ und die Verkehrslogistik
Die Ausbildung wird von zertifizierten Instruktoren geleitet, darunter Veteranen selbst, die die erforderliche Schulung durchlaufen, Prüfungen abgelegt und die Berechtigung erhalten haben, andere zu unterrichten. Das Schlüsselprinzip der Arbeit der Schule lautet „Gleich zu gleich“: Ein Instructor, der eine ähnliche Erfahrung durchlebt hat, kann die Bedürfnisse und Einschränkungen des Schülers besser verstehen. Für diejenigen, die zum Ausbildungsort nur schwer selbst gelangen können, steht der Verkehrsdienst „Kiew Military Hub“ zur Verfügung, was die Zugangsbarriere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität beseitigt.
Ein umfassender Pfad der automobilen Mobilität
Klitschko betonte, dass die Ausbildung in der Fahrschule kein isoliertes Angebot sein sollte. Die Stadt gestaltet einen sogenannten umfassenden Pfad der automobilen Mobilität des Veteranen: Nach Abschluss des Lernens ist Kiew bereit, den Kauf eines Autos teilweise zu kompensieren, dessen Umrüstung gemäß den individuellen Bedürfnissen der jeweiligen Person teilweise zu erstatten sowie der Umqualifizierung und der Beschäftigungsförderung zu helfen. Laut Angaben des Bürgermeisters hat Kiew 2026 Veteranen, die infolge von Kampfhandlungen eine Behinderung erlitten hatten, den Kauf von 34 Autos in Höhe von mehr als 20 Millionen Hrywnia erstattet. Der erste Kurs in der Fahrschule ist bereits zusammengestellt – 17 Veteranen haben den Wunsch geäußert, die Ausbildung zu absolvieren.
Ausblick auf die Erweiterung
Vitali Klitschko teilte mit, dass die Kurse der spezialisierten Fahrschule in Zukunft für alle Menschen mit Behinderung geöffnet werden sollen, die eine solche Ausbildung benötigen, und nicht nur für Veteranen. Damit ist das in der Hauptstadt gestartete Pilotprojekt als Modell angelegt, das auf ein breiteres Publikum skaliert werden kann. Experten merken an, dass die Einführung des kommunalen Formats der Fahrschule die finanzielle Belastung der Veteranen selbst verringert und einen nachhaltigen Mechanismus zur Integration von Menschen mit Behinderung in den alltäglichen städtischen Raum durch eigenständige Mobilität schafft.