Der Stadtrat von Kiew hat Änderungen in der Verordnung über die Gewährung zusätzlicher Vergünstigungen und Garantien für bestimmte Kategorien von Kiewer Bürgern im Rahmen des städtischen Sonderprogramms „Unterstützung der Kiewer – Verteidiger und Verteidigerinnen“ verabschiedet. Dies teilte die Pressestelle der Kiewer Stadtverwaltung (KGHA) mit, auf die sich RBC-Ukraine beruft. Laut Marina Chonda, stellvertretende Leiterin der KGHA für die Ausübung der kommunalen Selbstverwaltungsrechte, hat die Stadt die Liste der Dokumente überarbeitet, die Veteranen und Mitglieder ihrer Familien für die Inanspruchnahme der im Programm vorgesehenen Vergünstigungen und Hilfen einreichen müssen. „Unsere Aufgabe ist es, das Verfahren so einfach und verständlich wie möglich zu gestalten“, betonte sie und fügte hinzu, dass dort, wo die Stadt die benötigten Informationen aus staatlichen Registern beziehen kann oder wo ein Dokument zur Bestätigung des Anspruchs auf Hilfe nicht erforderlich ist, es von der Person nicht mehr verlangt wird.
Streichung verpflichtender Bescheinigungen und Ersetzung der Dokumentenliste
Zu den wichtigsten Neuerungen gehört die Aufhebung des verpflichtenden Charakters der Bescheinigungen nach den Formularen Nr. 5 und Nr. 6, die den Militärdienst und die Teilnahme an Kampfhandlungen bestätigen. Solche Bescheinigungen werden nunmehr „bei Vorliegen“ eingereicht, was nach Einschätzung der KGHA die Bestätigung der tatsächlichen Teilnahme an Kampfhandlungen vereinfacht. Darüber hinaus kann der Bürger anstelle der Dokumente aus der zuvor festgelegten Liste ein anderes Dokument einreichen, das den entsprechenden Sachverhalt bestätigt. Als Beispiel führt die Verwaltung einen Auszug aus dem Einheitlichen staatlichen Register der Kriegsveteranen (EGRVV) an. Damit wird der formale Papierstapel durch den Grundsatz „bestätige den Sachverhalt mit jedem verfügbaren Dokument“ ersetzt, was die Verwaltungslast für die Antragsteller verringert.
Aufhebung der jährlichen Wiedereinreichung von Dokumenten
Die verabschiedeten Änderungen heben zudem die Notwendigkeit auf, jährlich erneut Dokumente für die Gewährung der entsprechenden Zahlungen einzureichen. Wie die KGHA erklärte, muss eine Person, deren Anspruch auf eine bestimmte Zahlung bereits bestätigt wurde, nicht jedes Jahr denselben Dokumentensatz erneut zusammenstellen und einreichen. Dies beseitigt eines der aufwendigsten Elemente des bisherigen Verfahrens – das regelmäßige „Zurücksetzen“ bereits geprüfter Daten und das erneute Durchlaufen bürokratischer Schritte, obwohl sich die tatsächliche Situation des Antragstellers nicht geändert hat.
Vereinfachung für Familien vermisster Verteidiger und Wahlrecht des Status
Die in Kiew eingeführten Änderungen vereinfachen die Gewährung von Hilfe für Mitglieder der Familien von Verteidigern und Verteidigerinnen, die vermisst wurden: Zur Bestätigung des entsprechenden Status genügt nunmehr ein Auszug aus dem Einheitlichen Register der unter besonderen Umständen vermissten Personen. Zudem ist die Möglichkeit vorgesehen, die Grundlage für die Gewährung zusätzlicher Vergünstigungen und Garantien zu wählen. Wenn ein Kiewer Bürger oder eine Kiewer Bürgerin mehrere Status besitzt, die im Rahmen der Verordnung Anspruch auf zusätzliche Vergünstigungen und Garantien begründen, kann die Person selbst wählen, auf welcher Grundlage sie die entsprechenden Vergünstigungen in Anspruch nimmt. Zur Bestätigung der gewählten Kategorie muss ein entsprechender Ausweis oder ein Auszug aus dem Einheitlichen staatlichen Register der Kriegsveteranen vorliegen.
Erweiterung der Rechte für Kinder und neue Bedingungen für die Gesundheitsförderung
Die Aktualisierung der Verordnung erweitert die Möglichkeit, bestimmte Vergünstigungen für volljährige Kinder von Verteidigern und Verteidigerinnen im Alter bis 23 Jahre zu erhalten, sofern sie ihre Ausbildung fortsetzen – also eine Sekundar- oder Hochschulbildung absolvieren. Die Bedingungen für die Gesundheitsförderung der Kinder von Verteidigern und Verteidigerinnen wurden gesondert geändert: Nunmehr ist die wesentliche Bedingung, dass das Kind und der Verteidiger bzw. die Verteidigerin, die Anspruch auf den entsprechenden Service haben, in Kiew registriert sein müssen. Diese Punkte erweitern nach dem Willen der Autoren der Änderungen den Umfang des Programms und machen es gezielter auf junge Mitglieder der Veteranenfamilien zugeschnitten.
Kontext: staatliches Programm zur Unterstützung von Veteranen
Die städtischen Änderungen fügen sich in den breiteren Kontext der staatlichen Politik zur Unterstützung von Veteranen ein. Wie in den Materialien erinnert wird, hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zuvor dem Kabinett der Minister die Entwicklung eines neuen Programms zur Unterstützung von Veteranen beauftragt. Damit ergänzt und überholt die Vereinfachung der Verfahren auf Ebene des Kiewer Stadtrats die Ausgestaltung eines einheitlichen staatlichen Mechanismus und beseitigt bereits jetzt, auf kommunaler Ebene, einen Teil der bürokratischen Hürden. Für die Antragsteller bedeutet dies, dass eine Reihe von Vergünstigungen und Zahlungen mit einem kleineren Dokumentensatz und ohne jährliche Wiederverifizierung bereits festgestellter Rechte beantragt werden kann.