Die Metinvest-Gruppe von Rinat Achmetow ändert angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels in der Metallurgiebranche grundlegend ihre Strategie für die Ausbildung und Gewinnung von Personal. Dies erklärte die Direktorin für nachhaltige Entwicklung und Personalbeziehungen des Unternehmens, Tatyana Petruk, auf dem Jugendforum „Generation der Erneuerung: Rückkehr der ukrainischen Jugend und Entwicklung des Humankapitals für die Zukunft der Ukraine“, das in Kiew stattfand. Ihren Worten zufolge hat das Unternehmen faktisch eine „durchgängige Route“ für künftige Arbeitnehmer aufgebaut – von der beruflichen oder Hochschulbildung bis zum ersten Arbeitsplatz, zur Einarbeitung und zur weiteren Karrieretransformation. „Das ist nicht nur eine Frage der Zusammenarbeit mit Berufsschulen oder Hochschulen. Das ist ein durchgängiges System, das wir in unserem Unternehmen aufbauen“, betonte Petruk.

Durchgängiges System: von der Berufsschule bis zur Karriere

Eine der wichtigsten Richtungen der Personalpolitik von Metinvest bleibt die Partnerschaft mit Einrichtungen der beruflichen und technischen Bildung. Das Unternehmen arbeitet mit mehr als 40 Berufsschulen in den Regionen seiner Präsenz zusammen, in denen Studierende bereits während ihres Studiums eine betriebliche Praxis absolvieren. Laut Petruk hat Metinvest im Jahr 2025 fast 500 Absolventen von Berufsschulen eingestellt – das entspricht rund 13 % aller neuen Mitarbeiter der Gruppe im Jahresverlauf. Ein eigenes Personalreservoir stellt die eigene Hochschule des Unternehmens dar – die „Metinvest Polytechnika“, an der derzeit mehr als 1400 Studierende lernen. Die Universität hat bereits über 100 Bachelorabsolventen und mehr als 300 Masterabsolventen hervorgebracht, und rund 30 % der Absolventen bleiben nach dem Studienabschluss im Unternehmen. Die Bildungsprogramme werden unter Berücksichtigung der künftigen Bedürfnisse der Produktion gestaltet: In die wissenschaftlichen Gremien werden Vertreter der Wirtschaft einbezogen, die helfen zu bestimmen, welche Fachkräfte die Betriebe in drei bis fünf Jahren benötigen werden.

Steel Force: Gewinnung von Jugend aus dem Ausland

Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen aktiv daran, die ukrainische Jugend zurückzugewinnen, die im Ausland studiert. Dafür gibt es das Programm Steel Force. Im Jahr 2025 nahmen daran 28 Studierende im Vereinigten Königreich und in Polen teil, und im Jahr 2026 wurde das geografische Spektrum des Programms auf Italien, Rumänien und Bulgarien erweitert. Aus etwa 300 eingereichten Bewerbungen wurden 53 Teilnehmer ausgewählt. Nach dem Eintritt der jungen Fachkräfte in die Betriebe von Metinvest werden Programme zur Einarbeitung, Mentoring und finanziellen Unterstützung im ersten Arbeitsjahr angewandt.

Umschulung in 3–5 Monaten statt in einem Jahr

Der Fachkräftemangel hat Metinvest dazu gezwungen, die berufliche Umschulung erheblich zu beschleunigen. Während die Vorbereitung eines Arbeiters auf einen neuen Beruf früher 9–12 Monate dauerte, wurde diese Frist jetzt auf 3–5 Monate verkürzt. „Früher standen in den Betrieben von Metinvest Schlangen von Bewerbern. Heute nehmen wir alle, die wollen, und schulen sie bereits im Betrieb aus“, erzählte Petruk. Ihren Worten zufolge hat der Personalmangel bereits einen direkten Einfluss auf die Produktionsplanung: Die Betriebe müssen nicht nur die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Ausrüstung, sondern auch die tatsächliche Anzahl der Arbeitnehmer berücksichtigen, die den Produktionsprozess sicherstellen können. Im Unternehmen wird betont, dass die Überwindung des Fachkräftemangels ein gleichzeitiges Arbeiten mit der Berufsbildung, der Jugend, den Ukrainen im Ausland und den Menschen erfordert, die bereit sind, neue Berufe direkt in der Produktion zu erlernen.

Veteranen und Ingenieure: das Personalreservoir der Zukunft

Zu ergänzen ist, dass Metinvest mehrfach als bester Arbeitgeber für Veteranen und Ingenieurstudenten ausgezeichnet wurde: Derzeit entfällt fast ein Drittel der Veteranen, die zu Betrieben des Großunternehmens zurückgekehrt sind, auf das Unternehmen. Die Hochschule „Metinvest Polytechnika“ bietet Veteranen ein bevorzugtes Aufnahmeverfahren für aussichtsreiche Ingenieurberufe – sie werden ohne Prüfungen, nur auf Grundlage eines Gesprächs aufgenommen. So umfasst die Personalstrategie der Gruppe gleich mehrere Ebenen: Berufsbildung, Hochschule, internationale Gewinnung von Jugend, beschleunigte Umschulung in der Produktion und die Integration von Veteranen in das Ingenieurpersonal.