Das ukrainische Verteidigungsministerium hat offiziell einen erheblichen Defizit in der Verteidigungsförderung bestätigt, der laut dem Minister Jewhen Hmarny 27 Milliarden Dollar beträgt. Dies erklärte der Leiter des Ressorts gegenüber Journalisten während eines öffentlichen Auftritts vor einem Stand mit dem Logo des Verteidigungsministeriums der Ukraine, wie RBC-Ukraine berichtet. Hmarny betonte, dass das Ministerium bereits ausgearbeitete Lösungen für das Problem habe und es nicht um die Suche nach Mitteln „von Null“ gehe, sondern um eine Neugestaltung der Fristen und Quellen bereits vereinbarter finanzieller Unterstützung.
Beschleunigung des europäischen Kredits als erster Hebel
Die erste vom Minister genannte Richtung ist mit dem europäischen Kredit verbunden, dessen Eingang für das nächste Jahr geplant war. Laut Hmarny erwägt Kiew die Möglichkeit, diesen Betrag vorzeitig zu erhalten, um ihn für aktuelle Verteidigungsbedürfnisse einzusetzen, die nicht warten können. Dieser Mechanismus der vorzeitigen Finanzierung ermöglicht es, einen Teil des „Lochs“ im Budget zu schließen, ohne neue Geber anzuziehen und ohne das Gesamtvolumen der Verpflichtungen der Partner zu ändern.
Zusätzliche Beiträge der Partnerländer
Die zweite Variante ist die Anziehung zusätzlicher Finanzierung aus den Partnerstaaten. Der Minister wies auf zwei Kategorien hin: Länder, die sich noch nicht dem entsprechenden Finanzrahmen für die Unterstützung der Ukraine angeschlossen haben, und solche, die bereits daran teilnehmen, aber in der Lage sind, ihre Beiträge zu erhöhen. Genau auf diesen Richtungen, so seine Worte, beabsichtigt Kiew in nächster Zeit die Verhandlungstätigkeit zu konzentrieren.
Konkreter Plan zur Mittelverwendung für die Partner
Hmarny merkte an, dass die Ukraine im Verlauf der Verhandlungen den Partnern keine abstrakten Bitten um Geld vorstellen werde, sondern einen konkreten Plan zur Mittelverwendung. Dieser werde die vor den Verteidigungskräften stehenden Aufgaben, die dafür erforderlichen Projekte, die erwarteten Ergebnisse und die Umsetzungsfristen umfassen. Dieser Ansatz soll, wie vom Ressort beabsichtigt, die Transparenz erhöhen und die Entscheidungsfindung auf der Seite der Geber beschleunigen.
Widersprüchliche Daten
In offenen Quellen gibt es Abweichungen in den Details. Erstens werden in der Zitat des Ministers zwei Richtungen direkt genannt – die Beschleunigung des EU-Kredits und die zusätzlichen Beiträge der Partner –, während in den Zusammenfassungen mehrerer Medien (darunter im Block „Wir erinnern daran“ desselben Materials) drei Varianten der Deckung, einschließlich interner Kreditaufnahmen, auftauchen. Zweitens schreibt ein Teil der Medien (etwa bagnet.org) die Aussage über den 27-Milliarden-Dollar-Defizit dem Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu, während in der Primärquelle von RBC-Ukraine die Informationsquelle der Verteidigungsminister Jewhen Hmarny ist. Die Höhe des Defizits von 27 Milliarden Dollar wird dabei von mehreren unabhängigen Quellen bestätigt.
Der zentrale Fakt – das Vorhandensein eines 27-Milliarden-Dollar-Defizits und das Vorliegen ausgearbeiteter Mechanismen zu dessen Deckung durch das Verteidigungsministerium – ist somit bestätigt, während die genaue Anzahl der Richtungen und der Autor der ursprünglichen Aussage in verschiedenen Veröffentlichungen variieren. Für Kiew bedeutet dies, dass in den kommenden Monaten der Verhandlungspfad mit der EU und den Partnerstaaten zum Hauptinstrument zur Schließung der Lücke im Verteidigungsbudget wird.