In der Nacht zum 6. September 2026 fuhren russische Truppen einen der massivsten Luftangriffe der letzten Zeit gegen das ukrainische Territorium. Laut den Luftstreitkräften der ukrainischen Streitkräfte setzte der Gegner 108 Waffensysteme ein – überwiegend Drohnen verschiedener Typen. Der Angriff erfolgte gleichzeitig aus fünf Richtungen: Millerowo, Oriol, Kursk, das sogenannte „TOT Donezk“ sowie Gwardejskoe in Richtung „TOT AR Krim“. Ein solches Ausmaß und die Mehrvektorigkeit des Schlags erforderten den gleichzeitigen Einsatz aller Glieder des Luftverteidigungssystems.
Einsatz der Luftverteidigungsmittel
Zur Zerstörung der feindlichen Ziele wurden die Luftwaffe, die fliegerabwehrraketentruppen, Einheiten der elektronischen Kampfführung und der unbemannten Systeme sowie mobile Feuergruppen der ukrainischen Verteidigungskräfte eingesetzt. Laut vorläufigen Angaben der Luftstreitkräfte zum Zeitpunkt 09:30 Uhr schoss die Luftverteidigung 82 feindliche UAV des Typs Schahed, „Gerbera“ sowie Drohnen anderer Typen ab und unterdrückte sie, zusätzlich 6 Drohnen S8000 „Bandierol“. Das Kommando betonte, dass zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Lageberichts der Luftangriff noch nicht abgeschlossen war und in der Luft weiterhin russische Drohnen registriert wurden.
Folgen des Angriffs
Laut verfügbaren Informationen wurden Treffer an 11 Orten registriert, Trümmer abgeschossener Drohnen fielen zusätzlich auf sieben weiteren. In der Oblast Kiew wurde nach dem Angriff ein großflächiger Brand gelöscht, wie RBC-Ukraine zuvor berichtete. Für das Verständnis der allgemeinen Dynamik ist wichtig, dass Russland am Abend des 5. September mehr als zwei Stunden lang Saporischschja beschoss – die Schläge auf verschiedene Regionen liefen also praktisch ununterbrochen im Laufe eines Tages.
Widersprüchliche Daten
Alle Zahlen zum Nachtangriff vom 6. September sind vorläufig: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Lageberichts lief der Angriff noch, daher kann die endgültige Zahl der abgeschossenen Ziele und der Trefferorte revidiert werden. Außerdem werden in offenen Quellen Daten zu anderen, früheren Angriffen genannt, die nicht mit dem Ereignis vom 6. September vermischt werden sollten: Insbesondere wurde in Materialien vom 1. September über den Abschuss von 5 ballistischen Raketen und mehr als 180 Drohnen berichtet, und in der Nacht zum 2. September wurden UAV-Angriffe in zwei Rajons der Oblast Rostow abgewehrt. Die Unterschiede in Umfang und Datum erklären sich dadurch, dass es sich um verschiedene Episoden handelt und nicht um einen Widerspruch in der Bewertung ein und desselben Angriffs.
Kontext der Eskalation
Der Nachtangriff vom 6. September fügt sich in ein beständiges Bild gegenseitiger massiver Angriffe mit unbemannten Systemen ein, das für die aktuelle Phase des Konflikts charakteristisch ist. Zuvor wurden auch rekordhohe Drohnenangriffe registriert, was auf den systematischen Charakter solcher Operationen auf beiden Seiten hinweist. Für die ukrainische Seite bleibt die Frage der Zuverlässigkeit der Luftverteidigung und des Schutzes kritisch wichtiger Objekte und Siedlungen bei mehrvektorigen Schlägen von zentraler Bedeutung.