In letzter Zeit hat sich Protein zu einem der wichtigsten Trends in der Ernährungswelt entwickelt. Soziale Medien sind voll von Ratschlägen zur Erhöhung der Proteinaufnahme, und die Regale der Geschäfte sind voll von Produkten mit der Kennzeichnung „High Protein'. Hinter dem Trend verbergen sich jedoch oft wichtige physiologische Bedürfnisse des Körpers. Wir klären gemeinsam mit der Ernährungsberaterin Julia Dragulova, wer wirklich Proteinriegel braucht und wer nur dem Trend folgt.
Warum wird über Protein gesprochen?
Das wachsende Interesse an diesem Nährstoff hat eine logische Erklärung. Protein ist ein grundlegender Baustoff, der an der Regeneration von Gewebe, der Aufrechterhaltung der Muskelmasse und der Funktion des Immunsystems beteiligt ist. Die Popularität des Themas wird auch durch die Entwicklung der Sportkultur und den Trend zum bewussten Essen befeuert. Experten erinnern jedoch daran: Eine gesunde Ernährung basiert auf einem Gleichgewicht von Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen.
Zwei Extreme in der Ernährung
Heute gibt es eine polare Einstellung zu Protein. Einige Menschen, die vom Trend fasziniert sind, versuchen, es im Übermaß zu konsumieren, in der Annahme, dass „mehr besser ist'. Andere wiederum glauben, dass sie genug bekommen, obwohl ihre Ernährung hauptsächlich aus Wurstwaren und ultra-verarbeiteten Produkten besteht. Der entscheidende Fehler liegt in der Konzentration auf die Menge und nicht auf die Qualität der Quellen.
Wie viel Protein brauchen Sie?
Es gibt keine universelle Norm, die für jeden passt. Der Bedarf hängt von Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und Aktivitätsniveau ab. Für einen gesunden Erwachsenen beträgt die Grundempfehlung 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Für diejenigen, die regelmäßig Sport treiben, insbesondere Krafttraining, oder hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt sind, kann dieser Wert auf 1,6–2 g pro Kilogramm Gewicht steigen.
Die besten Proteinquellen
Die besten Lieferanten von hochwertigem Protein, das alle essentiellen Aminosäuren enthält, sind:
- Fisch und Meeresfrüchte;
- Geflügel und Eier;
- Milchprodukte.
Pflanzliche Quellen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle: Hülsenfrüchte, Tofu, Nüsse und Samen. Die optimale Strategie besteht darin, verschiedene Quellen im Laufe des Tages zu kombinieren und sich nicht auf ein einzelnes Produkt zu beschränken.
Proteinriegel: Allheilmittel oder Marketing?
Proteindrinks und -riegel sind ein praktisches Werkzeug für Menschen mit einem vollen Terminkalender, Sportler oder jene, die sich von einer Krankheit erholen. Sie helfen, einen Nährstoffmangel auszugleichen, wenn eine vollständige Mahlzeit nicht möglich ist. Es ist jedoch wichtig zu bedenken: Es handelt sich um eine Ergänzung der Ernährung, nicht um einen Ersatz. Bei der Auswahl solcher Produkte sollte man die Zusammensetzung genau prüfen, da viele einen Überschuss an Zucker oder gesättigten Fetten enthalten.
Tipps für eine ausgewogene Ernährung
Für diejenigen, die den Proteinkonsum ohne komplexe Diäten sinnvoll erhöhen möchten, empfiehlt die Ernährungsberaterin drei einfache Schritte:
- Fügen Sie jeder Hauptmahlzeit eine Proteinquelle hinzu. Etwa ein Viertel des Tellers sollte mit proteinhaltigem Essen gefüllt sein.
- Ersetzen Sie leichte Snacks durch nahrhafte Alternativen: Naturjoghurt, Käse, Nüsse oder einen hochwertigen Proteinriegel.
- Planen Sie Ihre Ernährung im Voraus, um spontane und ungesunde Entscheidungen zu vermeiden.
Mäßige Erhöhung des Proteinkonsums ist für gesunde Menschen sicher, aber es ist wichtig, Gemüse, Ballaststoffe und Fette nicht zu vergessen. Menschen mit Nierenerkrankungen sollten vor einer Änderung ihrer Ernährung einen Arzt konsultieren.