In den letzten Tagen ist auf den besetzten Gebieten eine radikale Änderung der Taktik der russischen Streitkräfte zu beobachten. Der Schutz der Logistikrouten hat sich spürbar verstärkt, was auf eine erhebliche Belastung im Versorgungssystem der russischen Armee hindeutet. Experten weisen darauf hin, dass dies eine direkte Folge der Intensivierung der Angriffe der ukrainischen Verteidigungskräfte auf die militärische Infrastruktur des Gegners ist.
«Genialer Weg», Ressourcen abzuziehen
Der Leiter des Zentrums für die Erforschung der Besetzung, Petr Andruschenko, kommentierte die Situation in seinem Telegram-Kanal und bezeichnete die aktuelle Taktik der Ukraine als «genialen Weg», russische Ressourcen von der Front abzuziehen. Nach seinen Worten zwingt die Notwendigkeit, die Sicherheit der Transporte zu gewährleisten, Moskau dazu, Kräfte zu verbrauchen, die für aktive Kampfhandlungen eingesetzt werden könnten.
Gegenwärtig sind die russischen Streitkräfte auf den Transport in dichten Kolonnen umgestiegen. Jede solche Kolonne, die hauptsächlich aus fünf Fahrzeugen, einschließlich Lastwagen, besteht, wird von einer bis drei mobilen Feuergruppen begleitet. Dies erzeugt eine enorme Belastung für das Personal und die Technik des Gegners.
Massiver Gerätetransport und «wahnwitzige Ressourcen»
Laut Andruschenko wurden nur in der aktuellen Woche täglich Bewegungen von 30 bis 50 Lastwagen in Richtung Donezk registriert. Etwas weniger Fahrzeuge wurden in Richtung Berdjansk geschickt. Besonderes Augenmerk wurde auf den Schutz von Tanklastzügen gelegt, was die kritische Bedeutung der Kraftstoffversorgung für die Besatzer unterstreicht.
Die Situation im Bereich der besetzten Stadt Mariupol erscheint am angespanntesten. Nach Berechnungen des Experten waren in diesem Sektor gleichzeitig mindestens 44 mobile Feuergruppen im Einsatz. Andruschenko fasst diese Taktik als «wahnwitzige Ressourcen mit fragwürdigem Erfolg» zusammen.
Kettenreaktion: Angriffe auf Logistik und Wirtschaft
Die Notwendigkeit, erhebliche Kräfte für die Begleitung von Konvois abzustellen, war eine direkte Antwort auf eine Serie erfolgreicher Angriffe ukrainischer Soldaten. In den letzten Tagen haben die ukrainischen Verteidigungskräfte die Angriffe auf die militärische Logistik und militärwirtschaftliche Objekte auf dem Territorium Russlands intensiviert.
In der Nacht zum 23. Juli wurden eine Reihe strategischer Ziele angegriffen. Insbesondere wurde ein Tanker im Schwarzen Meer getroffen, der laut Generalstab zur Beförderung von Öl und Treibstoff für die Bedürfnisse der russischen Armee genutzt wurde. Zudem wurde eine Pontonbrücke in der Nähe von Nowoekonomisches in der Oblast Donezk angegriffen, die als wichtiger Knotenpunkt für die Überführung von Personal und Technik diente.
Gegenschläge tief in das russische Territorium
In der Nacht zum 25. Juli führten ukrainische Truppen eine neue Serie von Langstreckenanschlägen auf Objekte auf dem Territorium Russlands durch. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass folgende Ziele getroffen wurden:
- Ein Erdölraffinerie in Tjumen;
- Ein Logistikobjekt in Jekaterinburg;
- Ein Zug mit Kraftstoffen und Schmierstoffen in Rostow am Don;
- Schiffe und ein Kriegsschiff im Kaspischen Meer, die an der Beförderung von Militärgütern beteiligt waren.
Diese Aktionen demonstrieren die Fähigkeit der Ukraine, Ziele in erheblicher Entfernung zu treffen, und zwingen den Gegner, seine Logistikpläne zu überdenken und Ressourcen für den Schutz des Hinterlandes aufzuwenden.