Der Senator aus dem Bundesstaat Connecticut, Richard Blumenthal, einer der Autoren eines umfassenden Sanktionsgesetzes gegen Russland, erklärte, dass er sich darauf hoffe, dass das Repräsentantenhaus des US-Kongresses das Dokument bereits im September 2026 berät. Laut seinen Angaben genießt der Gesetzentwurf, der in den Medien den inoffiziellen Namen „Höllensanktionen“ erhalten hat, erhebliche Unterstützung unter den Republikanern im unteren Haus des Kongresses und soll, in den Worten des Senators selbst, der „Hammer“ sein, den „nur Putin versteht“.
Chronologie des Gesetzgebungsverfahrens
Laut von ukrainischen Medien gesammelten Daten erfolgte der entscheidende Meilenstein in der Geschichte des Gesetzentwurfs am 7. August 2026, als der US-Senat das Dokument billigte und es an das Repräsentantenhaus weiterleitete. Anfang August wurde der Gesetzentwurf offiziell in das untere Haus des Kongresses eingereicht. Blumenthal betonte, dass seine Beratung im September erwartet wird, was diesen Zeitraum zum wahrscheinlichsten Zeitfenster für die Verabschiedung des Gesetzes in der aktuellen Kongresssession macht.
Druckmechanismus: Zölle von bis zu 100 % und Schlag gegen die Energieerlöse
Der Gesetzentwurf sieht zwei Hauptinstrumente vor. Erstens: direkte Sanktionen gegen bestimmte Beamte der Russischen Föderation. Zweitens: die Erteilung von Befugnissen an den US-Präsidenten Donald Trump, Zölle in Höhe von bis zu 100 % für die größten Käufer von russischem Öl und Gas – vor allem China und Indien – festzusetzen. Ziel des Mechanismus ist es, die Erlöse Moskaus aus dem Energieträgerexport zu verringern, die, nach Einschätzung der Autoren des Dokuments, die Militäroperation gegen Ukraine finanzieren.
Innerparteiliche Differenzen und die Frage der Präsidentschaftsbefugnisse
Trotz der allgemeinen Unterstützung der Sanktionslinie durch die demokratische Fraktion äußerten einige Senatoren und demokratischen Abgeordneten Bedenken hinsichtlich des Umfangs der Befugnisse, die der Gesetzentwurf dem Präsidenten einräumt. Es ging um die theoretische Möglichkeit, zusätzliche Zölle gegen Verbündete der USA, einschließlich europäischer Partner, einzuführen. Blumenthal erklärte daraufhin, dass das Dokument Ausnahmen enthält, die die Anwendung des Zollmechanismus gegen europäische Verbündete ausschließen, und dass dies die wichtigsten Bedenken innerhalb der Partei ausräumen sollte.
Widersprüchliche Angaben
In den verfügbaren Quellen ist eine geringfügige Diskrepanz in der Formulierung der Fristen zu beobachten. Der Haupttext der Erklärung Blumenthals verweist auf den „nächsten Monat“ (September 2026) als Zeitraum für die Beratung des Gesetzentwurfs durch das Repräsentantenhaus. Gleichzeitig formulieren eine Reihe ukrainischer Medien (TSN, Slovoidilo) die These als „könnten bereits im September verabschiedet werden“, was nicht nur den Beginn der Beratung, sondern eine potenzielle Abstimmung impliziert. Der Unterschied zwischen „Beratung“ und „Verabschiedung“ im kongressionalen Verfahren ist erheblich: Das Repräsentantenhaus kann im September die Debatten beginnen, aber die finale Abstimmung kann verschoben werden. Darüber hinaus erzeugt der innere Widerstand eines Teils der Demokraten gegenüber den Präsidentschaftsbefugnissen einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor für den vom Senator bestätigten Zeitplan.
Kontext: Vorbereitung des zweiten Beschränkungspakets
Laut Quellen, die sich auf ukrainische Behörden berufen, bereiten die USA parallel ein weiteres Paket harter Sanktionen vor, das im September 2026 eingeführt werden könnte. In Kiew wird angenommen, dass diese Beschränkungen strenger sein könnten als die geltenden Sanktionsmaßnahmen der Europäischen Union. Somit könnte September 2026 zum entscheidenden Monat für den Sanktionsdruck auf Russland werden: Gleichzeitig könnte sowohl die Abstimmung über die „Höllensanktionen“ im Repräsentantenhaus als auch die Einführung eines neuen administrativen Beschränkungspakets stattfinden.