Angesichts des Antikorruptionsverfahrens des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine (NABU) und der Sonderantikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) hat der ehemalige Vorsitzende des Aufsichtsrats des verstaatlichten „Sense Bank“, Rostyslaw Hladyschenko, öffentlich die Vorwürfe zurückgewiesen, der Bank sei für die Durchführung einer umstrittenen Zahlung in Höhe von rund 150 Mio. UAH missbraucht worden. Seiner Darstellung zufolge wird die These der Ermittler über ein „manuelles“, nicht autorisiertes Eingreifen in die automatisierten Buchführungssysteme der Bank durch die technische Expertise nicht gestützt und mache, so seine Überzeugung, die erhobenen Vorwürfe unbegründet. Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund einer Personalentscheidung des Kabinetts der Minister, die die Befugnisse Hladyschenkos als Vorsitzender des Aufsichtsrats vorzeitig beendet hatte.

Der Fall: Operation „Forrest Gump“ und der Pfand-Episoden im „Midast“-Prozess

Laut der Fassung der Ermittler, über die das NABU am 19. August 2026 im Rahmen der Operation „Forrest Gump“ berichtete, habe eine Gruppe von Personen „die Legalisierung von Mitteln organisiert und ermöglicht, die auf kriminellem Wege erlangt wurden“. In den Unterlagen des Strafverfahrens wird ein Betrag von 150 Mio. UAH in bar genannt: Den Ermittlern zufolge sind die Mittel über eine Reihe von Konten von Scheinunternehmen geflossen und anschließend zur Zahlung der Kaution für einen der Teilnehmer der kriminellen Organisation im „Midast“-Fall verwendet worden. Genau diese Episode wird, so die Behauptung der Antikorruptionsbehörden, mit den Transaktionen in Verbindung gebracht, die über Konten von Kunden der „Sense Bank“ durchgeführt wurden.

Technische Argumente der Verteidigung: „Automatische Finanzüberwachung kann manuell nicht abgeschaltet werden“

Wie die Verteidigung erklärt, ist es technisch unmöglich, die automatisierten Kontrollprozesse, auf die sich die Ermittler berufen, auf Ebene des Aufsichtsrats „abzuschalten“ oder „einzufrieren“. Hladyschenko betonte, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats keinen Zugriff auf die operative Oberfläche zur Autorisierung von Kundenzahlungen in der Banksoftware habe und sämtliche Transaktionen einer mehrstufigen automatischen Prüfung durch die operative Abteilung und die Risikokomitees unterlägen. Seiner Aussage zufolge hinterlässt jedes Eingreifen in die automatisierten Buchführungssysteme unzulöschbare Spuren im System; jedoch sei vor der Anklageerhebung gegen die Bank eine solche Prüfung durch Experten nicht durchgeführt worden – was, so die Verteidigung, die Begründetheit der Verdachtsmomente zusätzlich infrage stelle.

Wer und wie viel gezahlt hat: ein Drittel über die „Sense Bank“, der Rest über andere Banken

Der ehemalige Vorsitzende des Aufsichtsrats wies auch auf die Struktur der Zahlung selbst hin: Laut seinen Angaben haben Kunden der „Sense Bank“ von ihren Konten in der Bank lediglich ein Drittel des Kautionbetrags gezahlt, während die verbleibenden zwei Drittel von denselben Wirtschaftssubjekten über andere Bankinstitute überwiesen wurden. Darüber widerlegte Hladyschenko die Information über die Einzahlung von 150 Mio. UAH in bar über die Filialen der Bank: Seiner Aussage zufolge seien die Mittel auf die Konten der Kunden in Form von bargeldlosen Zahlungen aus anderen Banken geflossen, und der Ursprung dieses Geldes sei der Bank unbekannt. Er fügte hinzu, dass die umstrittene Zahlung das vorgesehene Verfahren der Finanzüberwachung durchlaufen und unverzüglich an die Staatliche Finanzüberwachung weitergeleitet wurde, wodurch sie Gegenstand einer entsprechenden Prüfung wurde.

Widersprüchliche Angaben

Die Positionen der Ermittler und der Verteidigung weichen in einer Reihe wesentlicher Details erheblich voneinander ab. Laut NABU/SAP geht es um 150 Mio. UAH in bar, die über Konten von Scheinunternehmen geflossen und zur Zahlung der Kaution verwendet wurden; die Verteidigung behauptet hingegen, dass die Bargeldform über die „Sense Bank“ überhaupt nicht vorkam und die Bank lediglich in einem Teil (etwa einem Drittel) der bargeldlosen Zahlung beteiligt war. Ein weiterer Widerspruch betrifft die Identifikation des Sprechers: Im ursprünglichen Text, der sich auf RBC-Ukraine beruft, wird der Vorsitzende des Aufsichtsrats als „Mykola Hladyschenko“ bezeichnet, während in den verifizierten Verfahrensunterlagen „Rostyslaw Hladyschenko“ genannt wird. Infolgedessen wird der Sprecher im Text des Mediums nach Nachnamen und Funktion bezeichnet, und die Diskrepanz im Vornamen wurde der Vollständigkeit halber wiedergegeben. Beide Fassungen bleiben Gegenstand der laufenden Prüfung durch die Ermittler.

Personelle Konsequenzen und Verfahrensstatus

Im Zuge des Skandals hat das Kabinett der Minister der Ukraine beschlossen, die Befugnisse des Vorsitzenden des Aufsichtsrats der „Sense Bank“ vorzeitig zu beenden, was ihn des Rechts beraubt, dieses Amt auszuüben. Die Entscheidung wurde im Kontext des laufenden Verfahrens getroffen. Zu betonen ist, dass die Ermittlungsunterlagen zum jetzigen Zeitpunkt kein Urteil darstellen: Aufgrund der Unschuldsvermutung spiegeln die oben dargelegten Aussagen der Ermittler lediglich deren Arbeitsversion wider, während die Erklärungen Hladyschenkos die Position der Verteidigung darstellen; die abschließende Bewertung der Handlungen der Bank und ihrer Amtsträger wird ausschließlich vom Gericht vorgenommen.