Das Staatliche Ermittlungsbüro (SBB) hat einen Sergeant des Territorialen Rekrutierungszentrums (TCK) in der Oblast Tschernihiw verdächtigt, bei einer gewaltsamen Festnahme einem zivilen Mann Körperverletzungen zugefügt zu haben. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf das SBB. Laut Angaben der Behörde ereignete sich der Vorfall am 18. Juni 2026 in der Stadt Pryluky, wo Vertreter des TCK zusammen mit einem Polizisten Aufklärungsmaßnahmen durchführten.
Umstände der Festnahme in Pryluky
Den Ermittlungen zufolge stellte der Beamte bei der Dokumentenprüfung fest, dass der angehaltene Mann nicht zur Fahndung ausgeschrieben war, die Regeln der Wehrpflicht einhielt und nicht der Mobilmachung unterlag, und informierte die Soldaten sofort darüber. Dennoch beschloss der Sergeant des TCK zusammen mit einem Kollegen, den Mann laut SBB gewaltsam in den Dienstwagen zu drücken: Sie drehten dem Opfer die Hände hinter den Rücken und versuchten, ihn gewaltsam zum Fahrzeug zu führen.
Art der Verletzungen und rechtliche Einordnung
Als Folge der Gewaltanwendung erlitt der Mann einen geschlossenen Trümmerbruch des Oberarmknochens mit Verschiebung und Schädigung des Radialnervs. Nach den Ergebnissen der medizinischen Expertise wurden diese Körperverletzungen als von mittlerer Schwere eingestuft. Dem Sergeant wurde der Verdacht der Überschreitung der dienstlichen Befugnisse unter Kriegsbedingungen mitgeteilt – gemäß Teil 5 des Artikels 426-1 des Strafgesetzbuchs der Ukraine, dessen Sanktion eine Freiheitsstrafe von bis zu 12 Jahren vorsieht.
Position des SBB und prozessuale Leitung
Das SBB betonte, dass solche Handlungen nicht nur den Opfern direkten Schaden zufügen, sondern auch den Ruf der Streitkräfte der Ukraine untergraben und ein negatives Verhältnis der Gesellschaft zur Arbeit des TCK unter Kriegsbedingungen fördern. Die prozessuale Leitung des Falls liegt bei der spezialisierten Staatsanwaltschaft für Verteidigungsbereich des Zentralen Bezirks in Tschernihiw.
Widersprüchliche Angaben
In den offiziellen Stellungnahmen des SBB (einschließlich der Veröffentlichung von RBC-Ukraine) werden das Alter und der Beruf des Opfers nicht angegeben – es wird lediglich die Formulierung „ziviler Mann“ verwendet. Gleichzeitig charakterisiert das Medium „Korrespondent“ das Opfer als 60-jährigen Fischer. Zwischen den Quellen gibt es keine Unterschiede in den wesentlichen Fakten (Datum, Ort, Art der Verletzungen, rechtliche Einordnung); die Abweichung betrifft nur den Detailierungsgrad zur Person des Opfers, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von der Ermittlung nicht bestätigt wurde.
Kontext: nicht der erste Vorfall mit Beteiligung des TCK
Wie das SBB anmerkt, ist dies nicht der erste ähnliche Fall. So fuhr am 4. September 2026 in der Oblast Odessa ein Fahrer eines Bezirks-TCK während der Aufklärungsmaßnahmen über einen zweijährigen Jungen; nach dem Eintreffen des Rettungswagens wurde das Kind ins Krankenhaus eingeliefert, und wegen des Unfalls wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Außerdem wurde am 25. März 2026 im Zentrum der Oblast Odessa eine Frau von einem TCK-Minibus überfahren, woraufhin eine dienstliche Überprüfung angeordnet wurde. Die Gesamtheit solcher Episoden zeugt nach Einschätzung der Ermittlung von systematischen Problemen bei der Einhaltung der Legalität während der Durchführung von Aufklärungsmaßnahmen.