Die Raffinerien in Syran und Saratow haben nach einer Serie ukrainischer Drohnenangriffe im September 2026 die Verarbeitung von Rohöl eingestellt. Dies teilten dem Verlag am 15. September drei Branchenquellen mit, die sich auf Daten von Reuters beriefen. Ihren Angaben zufolge wurde die Syraner Raffinerie am Dienstag, dem 15. September, stillgelegt, während die Saratower Raffinerie am vergangenen Freitag, dem 11. September, ihren Betrieb einstellte. Die Stilllegung der beiden großen Betriebe dürfte den inländischen Kraftstoffmangel in Russland, der bereits den Export von Erdölprodukten eingeschränkt hat, weiter verschärfen.
Chronologie der Stilllegungen und Angriffe
Laut Branchenquellen hat die Saratower Raffinerie seit dem 11. September die Verarbeitung von Rohöl nach einem weiteren Drohnenangriff eingestellt. Das Unternehmen war bereits am 8. September nach dem vorherigen UAV-Angriff stillgelegt worden und bereitete sich auf die Wiederaufnahme der Verarbeitung am 10.–11. September vor. Zuvor war der завод am 2. August ebenfalls nach einem Drohnenangriff für mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt worden. In der Nacht auf den 11. September wurde die Oblast Saratow von Drohnen angegriffen: Neben der Raffinerie brach ein Feuer auf dem Logistikhub von OZON aus. In der Nacht auf den 15. September trafen die Streitkräfte der Ukraine Berichten zufolge die Raffinerie in der Oblast Samara – es handelt sich um den Syraner завод, auf dessen Gelände nach dem Einschlag Feuer brannte – sowie das Unternehmen „Atlant Aero“ in Tschernigow.
Umfang der Schäden an der Syraner Raffinerie
Laut Quellen wurden bei dem Drohnenangriff auf die Syraner Raffinerie mehrere Objkte beschädigt. Entscheidend war der Schaden an der Hauptdestillationsanlage CDU-6 mit einer Kapazität von 17.100 Metertonnen pro Tag, was etwa 71 % der Verarbeitungskapazität des Werks entspricht. Die zweite Destillationsanlage CDU-5 mit einer Kapazität von 7.100 Tonnen pro Tag (etwa 29 % der Kapazität) war zum Zeitpunkt des Angriffs nach dem UAV-Angriff im Juli in Reparatur. Die tatsächliche Verarbeitungskapazität des Betriebs war damit praktisch vollständig neutralisiert.
Auswirkungen auf den russischen Kraftstoffmarkt
Die gleichzeitige Stilllegung der beiden Werke im Wolgagebiet fällt in eine Phase, in der Russland den Export von Erdölprodukten angesichts des inländischen Kraftstoffmangels bereits eingeschränkt hat. Der Verlust von etwa 71 % der Kapazitäten der Syraner Raffinerie und die erneute Stilllegung des Saratower Betriebs verringern die verfügbaren Verarbeitungsmengen in der Region und können den Druck auf inländische Preise und die Kraftstofflogistik verstärken. Branchenbeobachter sehen diese Angriffe im Kontext der laufenden Kampagne zur Zerstörung der russischen Erdölverarbeitungsinfrastruktur, die seit Jahresbeginn andauert und bereits mehrere Werke in verschiedenen Regionen betraf.
Widersprüchliche Daten
Es ist wichtig zu beachten, dass alle genannten Daten und Schadensschätzungen auf anonymen Branchenquellen beruhen, die von Reuters zitiert werden, und weder von den russischen Behörden noch von den Werksbetreibern öffentlich bestätigt wurden. Darüber hinaus enthält die Chronologie der Saratower Raffinerie mehrere aufeinanderfolgende Stilllegungen (2. August, 8. September, 11. September), die in einzelnen Zusammenfassungen zu einem gemeinsamen „September“-Ereignis zusammengefasst werden; dies birgt die Gefahr der Verwirrung darüber, welcher genau Angriff die Ursache der aktuellen Stilllegung war. Für den Syraner завод ist die Stilllegung auf den Dienstag, den 15. September, datiert, was mit dem nächtlichen Angriff desselben Tages übereinstimmt, jedoch wird die genaue Liste der beschädigten Anlagen außerhalb von CDU-6 und CDU-5 von den Quellen nicht offengelegt.
Kontext: Serie von Angriffen auf die Erdölverarbeitung
Die Angriffe auf die Syraner und Saratower Raffinerie fügen sich in eine breitere Serie von Angriffen auf die russische Erdölverarbeitungsinfrastruktur ein, einschließlich des Juli-Angriffs auf CDU-5 des Syraner Werks und der August-Stilllegung des Saratower Betriebs. Parallel zu den Raffinerien werden auch benachbarte Objekte angegriffen – so wurde in der Nacht auf den 11. September der Logistikhub von OZON getroffen, am 15. September „Atlant Aero“ in Tschernigow. Der Gesamteffekt dieser Angriffe zielt laut Schätzungen von Branchenquellen auf die Verringerung der Verarbeitungskapazitäten und die Verschärfung des inländischen Kraftstoffmangels unter den Exportbeschränkungen ab.