Der Bevollmächtigte der Werchowna Rada für Menschenrechte, Dmytro Lubynez, berichtete in seinem Telegram-Kanal über einen Fall, in dem das Mobilmachungssystem faktisch minderjährige Kinder ohne ihren einzigen Elternteil zurückließ.据 ihm zufolge verstarb die Mutter von zwei Kindern im Alter von 4 und 6 Jahren, und die Erziehung lag allein beim Vater. Im Mai 2026 wurde der Mann jedoch in die Ukrainischen Streitkräfte eingezogen. Anschließend lebten die Kinder fast zwei Monate bei ihrer Großmutter, erlitten Stress und warteten auf die Rückkehr ihres Vaters, wie der Ombudsmann betonte.
Mobilmachung des Alleinvaters und verzögerte Entlassung
Laut Lubynez hatte der Vater bereits im Juni einen Antrag auf Entlassung aus dem Militärdienst aus familiären Gründen eingereicht. Er hatte hierfür einen gesetzlichen Grund: zwei minderjährige Kinder, deren Mutter verstorben war. Dennoch wurde die Prüfung des Antrags unverhältnismäßig verzögert: Der Mann wurde von einer Militäreinheit zur anderen versetzt, was den Abschluss des Entlassungsverfahrens und die Rückkehr zu seinen Kindern verhinderte. Nach Einschätzung des Ombudsmannes wurden die Kinder in dieser Situation zu „Geiseln des Systems“.
Eingreifen des Ombudsmannes und Rückkehr des Vaters nach Hause
An den Ombudsmann wandte sich der Kinderdienst am Wohnort der Familie: Die Beamten konnten den Kontakt zur Militäreinheit nicht eigenständig herstellen und keine Klärung erreichen. Lubynez eröffnete ein Verfahren und wandte sich wiederholt an den Generalstab der Ukrainischen Streitkräfte mit der Forderung, die Situation zu lösen. Erst nach etwa zwei Monaten wurde der Vater aus dem Militärdienst entlassen und kehrte zu seinen Kindern zurück. Der Ombudsmann betonte, dass das staatliche System im Bereich der Mobilmachung routinemäßig funktionieren muss, ohne dass der Menschenrechtsbeauftragte eingreifen muss, und nannte den Vorfall ein weiteres Indiz für die Folgen einer, wie er formulierte, „gescheiterten Reform“ der früheren Führung des Verteidigungsministeriums.
Systemischer Kontext: Beschwerden über das Handeln der TCK im ganzen Land
Der geschilderte Fall ist nicht isoliert. Zuvor berichtete RBK-Ukraine über eine Reihe von Menschenrechtsverletzungen durch Mitarbeiter der TCK (Teritorialni zentri zaboronennja i mobilizazii) in der Oblast Tscherkassy: So wurde ein Mann mit gesetzlicher Aussetzung festgenommen und etwa 140 km von seinem Zuhause entfernt abtransportiert. In der Oblast Odessa herrscht nach Angaben des Mediums eine sogenannte „traurige Führung“ in Bezug auf die Anzahl der Beschwerden über das Handeln der TCK – seit Anfang 2026 gingen 453 Beschwerden im Büro des Ombudsmannes ein. Ein weiterer Vorfall wurde in Dnipro registriert: Ein 17-jähriges Waisenmädchen wartete auf ihren Vormund, der von Vertretern der TCK festgenommen und zu einer allgemeinen militärischen Ausbildung geschickt wurde, wodurch das Minderjährige faktisch ohne Vormund zurückblieb.
Widersprüchliche Daten
In offenen Quellen werden parallel mehrere ähnliche Episoden mit Alleinvätern erwähnt, was zu Verwirrung hinsichtlich der Zahlen und der Altersangaben der Kinder führen kann. In der Hauptversion, die RBK-Ukraine mit Verweis auf Lubynez anführt, geht es um Kinder im Alter von 4 und 6 Jahren, deren Mutter verstarb, und um eine Mobilmachung im Mai 2026. Gleichzeitig beschreibt die Veröffentlichung von Focus.ua einen anderen, separaten Fall – die Mobilmachung eines Alleinvaters in Krywyj Rih, der eine 5-jährige Tochter hat. Diese Informationen betreffen verschiedene Familien und Regionen und widersprechen sich inhaltlich nicht, jedoch ist es bei Zitaten wichtig, die Altersangaben der Kinder und die geografischen Bezüge aus verschiedenen Materialien nicht zu vermischen. Darüber hinaus sind quantitative Einschätzungen des Ausmaßes der Probleme (z. B. die Aussage Lubynezs, dass die Mobilmachung in 90 % der Fälle gegen die Verfahren verstößt, nach Angaben von TASS) eine Einschätzung des Ombudsmannes und wurden nicht durch einen unabhängigen Audit des Verteidigungsministeriums oder des Generalstabs der Ukrainischen Streitkräfte bestätigt.
Praktisches Fazit: Rechtzeitige Beantragung von Aussetzungen
Als Abschluss erinnerte Lubynez an die kritische Wichtigkeit der rechtzeitigen Beantragung von Dokumenten, die das Recht auf Aussetzung der Mobilmachung bestätigen. Seine Position besagt, dass selbst bei Vorliegen gesetzlicher Gründe (minderjährige Kinder, Tod des Ehepartners) ohne ordnungsgemäß ausgefüllte Unterlagen und die operative Arbeit der TCK und Militäreinheiten eine Person monatelang im System verbleiben und Kinder ohne Elternteil zurückbleiben können. Der geschilderte Fall zeigt, dass das Verfahren der Entlassung aus familiären Gründen ohne externen Druck seitens des Ombudsmannes auf unverhältnismäßig lange Fristen verzögert werden kann.