US-Präsident Donald Trump hat im Gespräch mit der Presse offen gelassen, dass die Vereinigten Staaten den Iran nach Beendigung des Krieges nicht verlassen, sondern die iranische Ölindustrie unter ihre Kontrolle stellen könnten. Washington werde lediglich einen „richtigen Deal“ schließen und sich nicht auf ungünstige Bedingungen einlassen, so der Präsident. Die Aussage fiel vor dem Hintergrund eines andauernden militärischen Konflikts und der Debatte über dessen zeitlichen Abschluss.

„Richtiger Deal“ und Kontrolle über Ressourcen

Trump betonte, dass seine Administration zu Verhandlungen bereit sei, aber nur unter den von ihm für korrekt gehaltenen Bedingungen. „Am Ende werden wir gehen, es sei denn, wir entscheiden uns, zu bleiben und das Öl zu behalten, so wie es Venezuela gemacht hat“, erklärte der Chef des Weißen Hauses und fügte hinzu, die Einnahmen der USA aus dem venezolanischen Abkommen hätten den Krieg „mehrfach“ amortisiert. Damit skizzierte der Präsident faktisch ein Szenario, in dem der Militäreinsatz nicht mit dem Abzug der Truppen, sondern mit einer langfristigen wirtschaftlichen Präsenz endet.

Vergleich mit Venezuela

Als Präzedenzfall nannte Trump das Abkommen der USA mit Venezuela, wonach Washington den fünften Teil der enormen Ölreserven des Landes unter seine Kontrolle nahm. Mit Blick auf den Iran mutmaßte der Präsident, dass ein ähnliches Modell auch in Teheran angewendet werden könnte, falls die Verhandlungen erfolgreich verlaufen. Er erklärte zudem, der Iran „rufe ständig“ zu Friedensverhandlungen auf, obwohl Teheran solche Formulierungen zuvor öffentlich zurückgewiesen hatte.

Widersprüchliche Angaben

Hier widersprechen sich die Darstellungen beider Seiten. Trump behauptet, die iranische Seite initiiere selbst und „rufe ständig“ zu einem friedlichen Dialog auf, und dass Washington bereits mit dem Iran in Kontakt stehe. Gleichzeitig hatte das offizielle Teheran zuvor die Behauptung zurückgewiesen, es sei der Initiator friedlicher Verhandlungen. Außerdem bestätigte Trump, dass er das Ende des Krieges mit dem Iran in diesem Jahr erwarte – möglicherweise unmittelbar nach den US-Mittlerwahlen im November. Diese Zeitprognosen werden von der iranischen Seite nicht durch öffentliche Bestätigungen gestützt, was das Gesamtbild widersprüchlich macht.

Militärischer Kontext: Wiederaufnahme der Raketenproduktion

Angesichts der politischen Aussagen bleibt die militärische Lage angespannt. Laut WSJ hat der Iran die Produktion ballistischer Raketen in unterirdischen Anlagen nach massiven US- und israelischen Schlägen auf die industrielle Infrastruktur des Landes wieder aufgenommen. Quellen des Blattes zufolge stellt Teheran bereits zwei Haupttypen von Raketen her, wobei die Produktionsmengen vorerst unter dem Vorkriegsniveau liegen. Die Financial Times berichtete ihrerseits, der Iran habe bei Russland Drohnen vom Typ „Geran“ für den Krieg gegen die USA und Israel angefordert – es handle sich um modernisierte unbemannte Fluggeräte mit Strahltriebwerk.

Wirtschaftliche Versprechen

Zum Abschluss seines Auftritts versprach Trump, dass der Benzinpreis in den USA nach Beendigung des Krieges mit dem Iran „steil fallen“ werde. Dieses Versprechen verknüpfte er mit dem Ende des militärischen Konflikts und, nach seiner Logik, mit der Stabilisierung des Ölmarktes. Damit fördert der Präsident gleichzeitig das Narrativ eines baldigen Friedens und einer möglichen langfristigen Kontrolle über das iranische Öl, was eine widersprüchliche, aber wirtschaftlich motivierte Linie Washingtons zeichnet.