Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj legte in einem Gespräch mit Journalisten die wichtigsten Richtungen der Verhandlungen zur Stärkung der Luft- und Raketenabwehr des Staates dar. Nach seinen Worten haben die beiden Seiten nach einem fast zweistündigen Gespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron ein breites Spektrum von Fragen besprochen – von diplomatischen Kontakten bis zu konkreten Lieferungen der Flugabwehrsysteme SAMP/T. Das Treffen war Teil einer breiteren Linie der Abstimmung mit europäischen Hauptstädten, wo parallel Kontakte mit Berlin und Washington geführt werden.
Frankreich: Radare im Herbst und erstes SAMP/T-System
Laut RBC-Ukraine erwartet die Ukraine im Herbst den Eingang neuer Luftverteidigungsradar von Frankreich sowie mindestens eines SAMP/T-Systems; ein zweites System kann je nach Produktionskapazitäten geliefert werden. Der Präsident wies auf die entscheidende Engstelle hin – den Mangel an Aster-30-Raketen, der dem Mangel an Munition für die „Patriots“ entspricht. Gemäß dem geltenden Vertrag kann Kiew diese Raketen aus einem europäischen Kredit bezahlen, und im September plant die Unterzeichnung von Verträgen zur Herstellung zusätzlicher Munition.
Lizenzen für französische Waffen und das FREYJA-Projekt
Selenskyj rechnet damit, bis Ende 2026 Lizenzen zur Herstellung von drei Arten französischer Waffen direkt in der Ukraine zu erhalten. Eine separate Etappe war die Entwicklung des europäischen Raketenabwehrprojekts FREYJA: Nach Worten des Präsidenten ist es von der Stufe der politischen Unterstützung durch die Staatschefs zur praktischen technischen Arbeit der entsprechenden Unternehmen übergegangen, was auf den Übergang des Projekts in die industrielle Phase hinweist.
PAC-2 und „Patriots“: Vereinbarung mit Deutschland und paralleler Track mit den USA
Was die Patriot-Systeme betrifft, teilte Selenskyj mit, dass er sich mit dem deutschen Kanzler Friedrich Merz auf 600 PAC-2-Raketen für 2027–2028 geeinigt hat, sowie auf parallele Verhandlungen mit den USA, die laut seinen Worten in der zweiten Hälfte von 2027 die Produktion erheblich steigern. Eine separate Richtung war die Zusammenarbeit mit Raytheon zur Entwicklung einer ukrainischen Rakete für den „Patriot“: Als Partner wurde das Unternehmen Fire Point ausgewählt, das erste technische Treffen fand statt, und die Antwort wird in den nächsten Wochen erwartet.
Widersprüchliche Daten
In öffentlichen Erklärungen und Schlagzeilen der Quellen werden Unterschiede in Zahlen und Terminologie festgehalten. Einerseits nennt Selenskyj 600 PAC-2-Raketen im Rahmen der Vereinbarung mit Deutschland; andererseits verwenden eine Reihe von Medien (darunter Glavred) die Zahl von 300 Raketen für Patriot im Kontext der Vereinbarung mit den USA/Trump. Diese Größen können verschiedene Pakete (deutsche PAC-2 und amerikanische Munition) oder verschiedene Verhandlungsstufen widerspiegeln, jedoch fehlt derzeit eine unabhängige Verifizierung der endgültigen Mengen. In den Quellen wird das Projekt auch als „FREYA“ und „FREYJA“ geschrieben, während die etablierte internationale Bezeichnung FREYJA ist. Alle Produktionszeiträume (Lizenzen bis Ende 2026, Produktionssteigerung in den USA in der zweiten Hälfte von 2027) sind Erklärungen der Parteien und nicht durch unabhängige Daten bestätigt.
Eigene ballistische Raketen und Antwort auf die Satellitengruppe
Selenskyj erinnerte daran, dass Russland zusammen mit China einen eigenen Starlink-Analogon baut und, nach seiner Einschätzung, plant, das Projekt bis Dezember 2026 abzuschließen; parallel entwickelt die Ukraine ein eigenes Projekt mit einem europäischen Partner und hat seine Tests bereits begonnen. Der Präsident teilte auch mit, dass zwei ukrainische Unternehmen an der Entwicklung einheimischer ballistischer Waffen arbeiten, jedoch ist die Massenproduktion noch nicht geplant: Die Unternehmen haben technische Schwierigkeiten, die sie zu überwinden versuchen. Nach seinen Worten wird gerade der Übergang zur Serienproduktion der Ukraine ermöglichen, „schmerzhafte Schläge“ als Antwort auf Angriffe aus Russland zu versetzen.