Nachts am 6. September 2026 fügten die Verteidigungskräfte der Ukraine, wie der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte mitteilte, eine Reihe von Schlägen gegen Ziele auf dem Gebiet Russlands zu. Laut dem Bericht, den RBC-Ukraine zitiert, waren unter den Zielen der Flugplatz „Rostow am Don“ und die Rjasaner Erdölraffinerie. Auf beiden Objekten brachen, so die Angaben der ukrainischen Militärs, Brände aus; die genaue Höhe der verursachten Schäden wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts noch ermittelt.
Angriff auf den Flugplatz „Rostow am Don“
Wie der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte behauptet, brach infolge des nächtlichen Angriffs auf dem russischen Flugplatz „Rostow am Don“ ein Feuer aus. Die ukrainische Seite gab weder die Art der eingesetzten Waffe an noch konkrete Daten zu den Zerstörungen auf dem Gelände, sondern beschränkte sich auf die Feststellung eines Brandes. Das Ausmaß der Schäden werde, so die Militärs, derzeit noch ermittelt – was für die ersten Stunden nach solchen Schlägen typisch ist, in denen die Informationen im Zuge der aufklärerischen Auswertung zusammengetragen werden.
Rjasaner Raffinerie erneut unter Beschuss
Zweites bedeutendes Ziel der Nacht war die Rjasaner Erdölraffinerie, die, laut Angaben des Generalstabs, „erneut“ getroffen wurde – das heißt, es handelte sich nicht um den ersten Treffer auf diesem Betrieb. Auf dem Fabrikgelände brach ein Feuer aus. Laut Angaben des Unternehmens Fire Point wurden infolge des Drohnenangriffs der Ukrainer die größten Anlagen zur Primärumwandlung von Erdöl getroffen, die nach dessen Einschätzung mehr als 77 % der gesamten Primärumwandlungskapazitäten der Rjasaner Raffinerie ausmachen. Der Betrieb gehört zur Struktur von „Rosneft“ und nimmt, laut Unternehmensangaben, unter den russischen Raffinerien nach Verarbeitungs-volume und Produktsortiment einen Platz in der Spitzengruppe ein; die ukrainische Seite betont, dass die Raffinerie in die Versorgung der russischen Streitkräfte eingebunden ist.
Weite Reichweite: 14 Regionen und Schläge gegen die Luftabwehr
Der nächtliche Einsatz hatte, laut Angaben des Generalstabs, einen weiten Umfang: RBC-Ukraine hatte zuvor berichtet, dass die ukrainischen Streitkräfte keine Schläge gegen Moskau führten, sondern Hunderte Drohnen gegen Ziele in 14 Regionen Russlands einsetzten. In der Region Rostow trafen Kämpfer der Verteidigungskräfte neben dem Flugplatz auch Objekte der Luftverteidigung. In einer früheren Nachtschicht, so die gleichen Quellen, schlugen die Verteidigungskräfte auf einen russischen Relaisknoten der MESH-Netze, eine Radaranlage und eine Station der elektronischen Kampfführung ein.
Widersprüchliche Angaben
Zwischen den ukrainischen Medien, die sich auf den Generalstabsbericht berufen, gibt es eine Abweichung in der Zahl der getroffenen Luftabwehranlagen in der Region Rostow. So weist das Medium Kochegarka in der Schlagzeile auf zwei getroffene „Pantsir“-Systeme hin, während Interfax-Ukraine in der Formulierung des Generalstabs drei Objekte der feindlichen Luftabwehr nennt. Außerdem hat keine der Seiten unabhängige Bestätigungen zum Ausmaß der Schäden auf dem Flugplatz und der Raffinerie veröffentlicht: Die ukrainische Seite meldet Brände und ermittelt die Schäden, die russische Seite kommentiert in den vorliegenden Quellen diese konkreten Treffer nicht. Bis zum Vorliegen unabhängiger Daten sind beide Zahlen und das Ausmaß der Treffer als Angaben einer Konfliktpartei zu betrachten.
So stand die Nacht vom 6. September 2026 im Zeichen tiefer Drohnenschläge gegen die militärische und energetische Infrastruktur im Süden und Zentrum Russlands. Zentrale Frage bleibt die Frage nach dem tatsächlichen Schaden für die Rjasaner Raffinerie und den Flugplatz „Rostow am Don“, der, so die ukrainischen Militärs, noch ermittelt wird.