„Ukrzaliznytsia“ hat ein neues Schema aufgedeckt, mit dem die Russische Föderation versucht, Aufklärungsdaten über die ukrainische Eisenbahn zu erhalten. Laut Angaben des Unternehmens sucht der Gegner gezielt nach Ukrainern, die bereit sind, Informationen über Objekte der „Ukrzaliznytsia“, deren Standort und technischen Zustand sowie über die Bewegung von Militärfrachten weiterzugeben. Die gewonnenen Informationen könnten, wie das Unternehmen warnt, zur Planung weiterer Angriffe auf die Eisenbahninfrastruktur verwendet werden.
Geld und „anonyme Aufgaben“: So wird geworben
Die „Ukrzaliznytsia“ betonte, dass Angebote zur Zusammenarbeit als harmlose „anonyme Aufgaben“ getarnt werden können und mit der Zusage einer Geldbelohnung einhergehen. Typische Formulierungen, die die Werber verwenden, lassen sich auf einige Varianten reduzieren: ein Objekt der „Ukrzaliznytsia“ zu fotografieren oder dessen Geolokalisierung mitzuteilen; dem Eigentum der Eisenbahn Schaden zuzufügen oder eine andere Sabotageaufgabe gegen das Unternehmen zu erfüllen. Auf solche Angebote sollte, wie die „Ukrzaliznytsia“ betont, verzichtet und keine Daten weitergegeben werden, da jede solche Information dem Gegner direkt zugutekommt.
Wohin verdächtige Kontakte gemeldet werden können
Zur Dokumentation von Werbeversuchen und Sabotageangeboten weist das Unternehmen auf spezielle Kontaktkanäle hin. Über verdächtige Nachrichten kann über den anonymen Telegram-Bot „SBU / Hotline: Eisenbahn“ sowie über die Nummer +38(099) 803 50 81 in den Messenger-Diensten WhatsApp, Telegram oder Viber berichtet werden. Die „Ukrzaliznytsia“ rief die Bürger ausdrücklich dazu auf, dem Gegner nicht zu helfen und keinen Kontakt mit Personen aufzunehmen, die solche „Aufgaben“ anbieten.
Kritische Infrastruktur unter verstärktem Schutz
Die Warnung vor dem Aufklärungsschema erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender Angriffe auf die Eisenbahninfrastruktur. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass in dem Land der Schutz der Eisenbahn, der Tankstellen und anderer kritischer Einrichtungen vor russischen Angriffen verstärkt werde. Inzwischen wurde, den vorliegenden Angaben zufolge, am 16. September ein Zug der Linie Nr. 122 auf der Strecke „Kiew – Nikolajew“ von einem Drohne angegriffen; 168 Passagiere wurden evakuiert, Verletzte gab es den Berichten zufolge nicht.
Kontext: Die Eisenbahn arbeitet weiter
Trotz der Bedrohungen und einzelner Vorfälle setzt die „Ukrzaliznytsia“ ihre operative Tätigkeit fort. Laut Angaben des Unternehmens hat es im Sommer 8,14 Millionen Passagiere befördert, im Vorjahr waren es 8,07 Millionen, was auf einen stabilen Passagierstrom hinweist. Gleichzeitig wird der Zugverkehr auf einzelnen Routen aus Sicherheitsgründen zeitweise eingeschränkt, und die Tarifpolitik für den Güterverkehr wird angepasst. Vor diesem Hintergrund wird der Schutz der Objekte vor Aufklärung und Sabotage zu einem Schlüsselelement der Sicherstellung der Verkehrssicherheit.