Die US-Armee hat am 22. September neue Fotos von Tests des gerichteten Energiesystems AMP-HEL (Army Multi-Purpose High Energy Laser) veröffentlicht, das auf einem leichten taktischen Fahrzeug des Typs Infantry Squad Vehicle (ISV) montiert ist. Laut RBC-Ukraine, unter Berufung auf Army Recognition und die offizielle Ressource des Pentagons und der US-Armee DVIDS, wurden die Aufnahmen auf dem Übungsplatz Fort Bliss im Bundesstaat Texas gemacht, wo Soldaten das System für eine Bewertung im Rahmen von Manövern vorbereiteten.
Tests in Fort Bliss: Wer und was wurde geprüft
Laut vorliegenden Informationen haben am 16. September Soldaten der 1. Panzerdivision und der Joint Task Force South Border (JTF-SB) das AMP-HEL-System auf dem Übungsplatz Fort Bliss für die Tests vorbereitet. Im Rahmen der Manöver bewerteten die Militärs die Fähigkeiten des Laserkomplexes und, was wichtig ist, seine Interaktion mit anderen Mitteln, die für Operationen an der Südgrenze der USA eingesetzt werden. Damit gehen die aktuellen Tests über eine bloße Technologie-Demonstration hinaus: Es geht um die Prüfung, wie ein mobiler Laser in das Gesamtsystem der Drohnenabwehr eingebunden werden kann.
Was ist AMP-HEL und wie ist er aufgebaut
Laut Army Recognition handelt es sich bei AMP-HEL um ein System der 20-kW-Klasse, das zur Bekämpfung von Drohnen bestimmt ist. In der in Fort Bliss gezeigten Konfiguration ist der Laserkomplex LOCUST des Unternehmens AeroVironment mit einem taktischen Fahrzeug von General Motors Defense kombiniert. Die Konzeption sieht die Schaffung einer relativ leichten und mobilen Plattform vor, die Einheiten begleiten und sie vor Drohnen schützen kann, anstatt sich auf die Verteidigung stationärer Objekte zu beschränken.
Mobilität als entscheidender Vorteil
Gerade die Mobilität ist eines der Schlüsselfeatures von AMP-HEL. Die Montage des Lasers auf dem ISV soll den Militärs ermöglichen, das Drohnenabwehrmittel zusammen mit den Einheiten zu verlegen, anstatt es nur zum Schutz fester Stellungen einzusetzen. Für die Militärs ist es wichtig, nicht nur die Fähigkeit des Lasers zum Treffen von Zielen zu prüfen, sondern auch, wie leicht er verlegt, aufgestellt und in die Gesamtdrohnenabwehrarchitektur integriert werden kann.
Einsatz an der Südgrenze
Der Kontext der Tests erhält vor dem Hintergrund von Angaben über den Kampfeinsatz des Systems praktische Bedeutung. Ende August meldete die Joint Task Force South Border, dass US-Militärs in der Nacht vom 25. auf den 26. August mit Hilfe von AMP-HEL drei Drohnen getroffen hätten. Laut Angaben der US-Militärs stellten die Drohnen eine Bedrohung für US-Soldaten und Partner der Zoll- und Grenzbehörde dar, und sie wurden mit der Tätigkeit von Kartellen in Verbindung gebracht. Besonders wird angemerkt, dass diese Angaben auf den Aussagen der JTF-SB und des Pentagons selbst beruhen.
Der größere Kontext: Andere Systeme zur Drohnenabwehr
Die Tests von AMP-HEL fügen sich in einen breiteren Maßnahmenkomplex zur Bekämpfung kleiner Drohnen ein. Zuvor hatte das Nordkommando der US-Streitkräfte (USNORTHCOM) die Drohnen-Interceptoren Bumblebee des US-Unternehmens Perennial Autonomy während der Manöver Falcon Peak 26.2 auf dem Übungsplatz Yuma im Bundesstaat Arizona getestet. Die Gesamtheit dieser Schritte deutet darauf hin, dass das Pentagon ein mehrstufiges System der Drohnenabwehr aufbaut, in dem mobile Laserkomplexe eine der Rollen neben Interceptern und anderen Mitteln einnehmen.