In der Welt des professionellen Boxens und MMA sind Kämpfe, die als „Unbesiegter gegen Unbesiegter' beginnen, selten, genau so beschreibt der niederländische Kämpfer Rico Verhoeven jedoch sein Konzept. In einem Interview, das am 17. August 2026 veröffentlicht wurde, erzählte er von den Hintergründen, die ihn auf den Ring gegen Alexander Usyk führten. Die Geschichte dieses Kampfes ist nicht nur ein sportliches Duell, sondern eine Kette von Zufällen, abgesagten Verträgen und mutigen Angeboten, die den Karriereplan beider Athleten veränderten.

Pläne mit Anthony Joshua und Terminverschiebungen

Ursprünglich war die Boxkarriere von Verhoeven um einen anderen großen Namen herum geplant – den britischen Schwergewichtler Anthony Joshua. Laut dem Niederländer kam das Angebot, gegen Joshua anzutreten, unerwartet, und er stimmte sofort zu, trotz eines vollen Drehplans für den Film „Road House 2'. Der Kämpfer und sein Trainer entwickelten einen detaillierten Plan: Der Kampf sollte im Februar stattfinden, und der vollständige Trainingslager sollte im Herbst beginnen. Doch die Pläne scheiterten, als Joshua ein Angebot von Jake Paul mit einem enormen Honorar erhielt. Der Kampf mit Verhoeven wurde auf März verschoben, was dem Niederländer zusätzliche Zeit gab, sich an die Boxspezifik zu gewöhnen.

Tragödie in Afrika und Strategieänderung

Die Situation verschlimmerte sich nach einer Tragödie, die das Team von Joshua in Afrika ereilte. Dieses Ereignis wurde zum Wendepunkt: Die Verhandlungen über den Kampf traten in den Hintergrund, und der Promoter Eddie Hearn erklärte, dass der Kampf in naher Zukunft unmöglich sei. Verhoeven, der sich bereits in vollem Trainingsmodus befand, wollte seine Form nicht verlieren. Sein Team begann nach Alternativen zu suchen, und genau dann entstand die Idee: „Wie wäre es mit Usyk?'. Verhoeven gab zu, dass dies seine eigene Initiative war – das Konzept eines Kampfes zwischen zwei unbesiegten Champions vorzuschlagen.

Zustimmung von Usyk und eine unerwartete Wendung

Das Angebot wurde an das Team von Alexander Usyk weitergeleitet, und zwei Wochen später stimmte der Ukrainer zu, trotz anderer Optionen für seinen nächsten Kampf. Verhoeven betonte, dass Usyk Top-Niveau ist, ein unbesiegter Champion, und genau das machte den Kampf attraktiv. Der eigentliche Kampf, der früher im Jahr 2026 stattfand, endete jedoch mit einer Niederlage für Verhoeven, was bei ihm ein Gefühl der Ungerechtigkeit auslöste. Er verglich die Situation mit dem Fußball, wo VAR hilft, Schiedsrichterfehler zu korrigieren, und forderte die Einführung ähnlicher Mechanismen im Boxen.

Widersprüchliche Daten

Es gibt Diskrepanzen in den Versionen bezüglich der genauen Zeitpunkte und Gründe für die Absage des Kampfes mit Joshua. Laut Verhoeven war die Verschiebung von Februar auf März auf das Angebot von Jake Paul zurückzuführen, doch einige Quellen deuten darauf hin, dass die Verhandlungen mit Paul später begannen und die Hauptursache für das Scheitern tatsächlich die Tragödie in Afrika war. Zudem herrscht keine Einigkeit darüber, wie schnell Usyk dem Kampf zustimmte – Verhoeven nennt zwei Wochen, andere Quellen gehen jedoch von einem längeren Verhandlungszeitraum aus.

Bewertung der Schiedsrichterung und die Zukunft des Boxens

Verhoeven gab die Niederlage zu, betonte jedoch, dass die Bewertungen der Schiedsrichter für ihn ein Schock waren. Er merkte an, dass er den Kampf anders sah als die Arbiters, was ein Gefühl der Ungerechtigkeit schuf. Nach seiner Meinung sind Schiedsrichter Menschen und können Fehler machen, aber es sollte Spezialisten geben, die ihnen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Diese Aussage resoniert mit aktuellen Diskussionen in der Boxgemeinschaft über die Notwendigkeit von Reformen bei der Schiedsrichterung und der Einführung von Technologien zur Steigerung der Objektivität.