Das moderne Lebenstempo diktiert seine eigenen Regeln, und der Lebensmittellieferdienst hat sich fest in den Alltag von Millionen von Menschen integriert. Für beschäftigte Berufstätige ist dies eine reale Möglichkeit, nach einem anstrengenden Arbeitstag wertvolle Stunden und Energie zu sparen und das mühsame Kochen zu vermeiden. Dennoch ranken sich nach wie vor viele Mythen und Diskussionen um Restaurantessen und Lieferservices, wobei das Hauptargument lautet, gekaufte Gerichte würden automatisch der Figur und der Gesundheit schaden und selbstgekochtem Essen in jeder Hinsicht unterlegen sein.

Der Einfluss von Lieferdiensten auf Ernährung und versteckte Kalorien

Die renommierte Ernährungswissenschaftlerin Julia Dragulowa erklärte in einem Kommentar für das Fachportal Wave, ob man sich vor Lieferservices wirklich fürchten und komplett auf Hausmannskost umsteigen sollte. Ihrer maßgeblichen Meinung nach macht der Lieferservice das Essen an sich weder schlechter noch gefährlicher. Eine entscheidende Rolle spielen die Bewusstheit der Auswahl, die Zusammensetzung der Gerichte und die Regelmäßigkeit solcher Bestellungen. Wenn wir zu Hause kochen, können wir Grammzahlen, Salz- und Zuckergehalt sowie die Menge an Pflanzenöl perfekt kontrollieren. In Restaurants und Lieferdiensten verwenden Köche oft mehr Fette und Saucen zur Geschmacksverstärkung, weshalb ein vermeintlich harmloses Gericht deutlich kalorienreicher sein kann, als es auf den ersten Blick erscheint.

Wie man richtig bestellt und Portionen ausbalanciert

Dennoch betont die Expertin, dass ein vollständiger Verzicht auf bequeme Dienste keineswegs notwendig ist. Die Hauptsache ist zu lernen, seine Ernährung kompetent zu gestalten und Menükomponenten sinnvoll auszuwählen. Eine ideale Bestellung sollte nach dem Prinzip des gesunden Tellers aufgebaut sein: Eine hochwertige Proteinquelle muss durch eine Portion frisches oder gedünstetes Gemüse sowie komplexe Kohlenhydrate wie Vollkorngetreide oder Ofenkartoffeln ergänzt werden. Gleichzeitig sind schwere Saucen, Dressings und süße Getränke keineswegs ein Muss. Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Portionsgrößen gelegt werden. Ein großer Teller aus dem Restaurant bedeutet keineswegs, dass der Inhalt in einer Sitzung restlos aufgegessen werden muss — Reste lassen sich problemlos für die nächste Mahlzeit aufbewahren.

Widersprüchliche Daten

In der Expertenrunde gibt es unterschiedliche Ansichten über die Auswirkungen von Fertiggerichten auf den Stoffwechsel und das Essverhalten. Einerseits argumentieren Befürworter einer strengen Hausmannskost, Restaurantessen enthalte versteckte Transfette, Geschmacksverstärker und einen Natriumüberschuss, die sich nicht lückenlos nachverfolgen lassen. Andererseits bestehen moderne praktizierende Ernährungswissenschaftler und Forscher des Essverhaltens darauf, dass eine übertriebene Verteufelung von Lieferdiensten bei Verbrauchern zu Ängsten und kräftezehrendem Kalorienzählen führt. Ihrer Ansicht nach sollte die Ernährung umfassend über die ganze Woche hinweg beurteilt werden und nicht anhand einer einzelnen Mahlzeit, weshalb die mäßige Nutzung von Lieferdiensten der Gesundheit nicht schadet, sofern das Gesamtmenü abwechslungsreich ist.