In Kiewer Supermärkten haben Fachleute der Weltgesundheitsorganisation festgestellt, dass 14% der getesteten Lebensmittelproben den festgelegten Grenzwert für industriell hergestellte Transfette überschritten haben. Die groß angelegte Studie wurde im Rahmen einer neuen Phase des FEEDcities-Projekts in der Ukraine durchgeführt, bei der Experten exakt 100 Proben beliebter Produkte auswählten und analysierten.
Ergebnisse unabhängiger Labortests
Insgesamt wurden für die Untersuchung in der Hauptstadt im Sommer 2026 100 Lebensmittelproben aus Handelsketten ausgewählt. Wie Laboranalysen zeigten, entsprechen 86% der untersuchten Produkte vollständig den geltenden Sicherheitsstandards und technischen Vorschriften. Die Proben wurden den Labors streng anonymisiert übergeben — ohne Angabe von Marken oder Herstellernamen, was jegliche Manipulation ausschloss und die vollständige Unabhängigkeit der Ergebnisse garantierte.
Produktkategorien mit festgestellten Verstößen
Ein übermäßiger Gehalt an gefährlichen Fettsäuren wurde in bestimmten Produktpositionen festgestellt. Süßigkeiten, bestimmte Käsesorten, Speiseeis, Quarkdesserts sowie verarbeitete Fleischwaren gerieten in die Risikozone. Gleichzeitig betonen Experten, dass diese Indikatoren nicht für die gesamte Warenkategorie gelten und ein normaler Verbraucher das Vorhandensein von überschüssigen Transfetten nicht allein anhand des Aussehens der Verpackung bestimmen kann.
Gesetzliche Beschränkungen und gesundheitliche Risiken
Seit Oktober 2023 gilt in der Ukraine eine strenge gesetzliche Beschränkung, wonach der Gehalt an industriell hergestellten Transfetten 2 Gramm pro 100 Gramm aller Fette in einem Produkt nicht überschreiten darf. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist der regelmäßige Konsum solcher Substanzen ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung gefährlicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die weltweit jährlich mit über 278.000 Todesfällen in Verbindung gebracht werden.
Vergleich mit früheren Phasen und staatliche Kontrolle
Eine ähnliche WHO-Studie wurde 2023 in Lwiw durchgeführt, wo 70% der Proben den gesetzlichen Anforderungen entsprachen; Fachleute raten jedoch davon ab, direkte Parallelen zu ziehen, da das Monitoring in Lwiw neben Supermärkten auch Kioske und Straßenverkaufsstellen umfasste. Seit 2025 führt der staatliche Dienst für Lebensmittelsicherheit ein eigenes nationales Monitoring durch und verpflichtet Marktteilnehmer, nicht konforme Produkte zurückzurufen. Das FEEDcities-Projekt dient als wirksame Ergänzung zur staatlichen Kontrolle und hilft dabei, problematische Marktsegmente zu identifizieren.