Der Schulsnack ist nicht einfach nur etwas Essbares zwischen den Stunden, sondern ein vollwertiger Bestandteil der Ernährung, der den Hunger stillen, das Energieniveau aufrechterhalten und bis zur nächsten Mahlzeit für Sättigung sorgen sollte. Genau deshalb hat das, was in die Schulschleife kommt, einen direkten Einfluss auf die Konzentration des Kindes im Unterricht und auf sein allgemeines Wohlbefinden während des Tages. Exklusiv für Wave RBC.UA erklärte die Ärztin und Ernährungsexpertin, Endokrinologin, zertifizierte Nahrungsmittelfachfrau und Autorin des Buches „Der eigene Ernährungsberater“ Wiktoria Gontscharenko, wie man einen nahrhaften, abwechslungsreichen und zugleich für das Kind ansprechenden Snack zusammenstellt, ohne den Prozess zu einem täglichen Stress für die Eltern zu machen.

Warum ein Snack aus lauter Süßigkeiten eine schlechte Strategie ist

Eltern wählen für die Schule ziemlich oft Kekse, süße Riegel, Brötchen, Trockenfrüchte oder andere Backwaren. Solche Produkte sind gut zu transportieren, kommen bei Kindern gut an und können durchaus Teil der Ernährung sein. Allerdings, so Wiktoria Gontscharenko, ist es nicht ratsam, dass der Snack überwiegend aus Süßem besteht. Produkte, die reich an Zucker und schnellen Kohlenhydraten sind, geben zwar einen schnellen energetischen „Schub“, sorgen aber nicht für eine lang anhaltende Sättigung. Schon dreißig bis vierzig Minuten nach einem solchen Snack verspürt das Kind wieder Hunger, und das Energieniveau fällt abrupt ab, was sich auf die Aufmerksamkeit und die Leistungsfähigkeit im Unterricht auswirkt.

Die Formel für einen sättigenden Snack: Protein, Fette und Kohlenhydrate

Für eine größere Sättigung empfiehlt die Expertin, jede kohlenhydratreiche Komponente mit Protein- und Fettquellen zu ergänzen. Eine Frucht oder Kekse lassen sich mit Joghurt, Hüttenkäse, Käse, Nüssen oder einem Ei kombinieren. Zu den Alternativen gehören Fleisch, Protein-Pudding oder Nussmus. Wenn das Kind eine Laktoseintoleranz hat, rät die Nahrungsmittelfachfrau, auf pflanzliche Joghurts und andere Alternativen zu achten und dabei unbedingt deren Zusammensetzung und die individuelle Verträglichkeit zu berücksichtigen. „Es muss nicht jeder Snack in allen Nährstoffen perfekt ausgewogen sein. Aber wenn wir über einen sättigenden Snack sprechen, ist die Kombination verschiedener Lebensmittelgruppen in der Regel die bessere Wahl als eine große Portion Süßigkeiten“, betont Gontscharenko.

Konkrete Varianten der Schulschleife: von einfachen bis zu sättigenderen

Die Nahrungsmittelfachfrau nannte eine ganze Reihe bewährter Kombinationen, die sich leicht zu Hause vorbereiten lassen. Obst (Apfel, Birne, Beeren) in Kombination mit Käse oder Nüssen ist die einfachste Variante, die keine aufwendige Zubereitung erfordert. Obst mit Naturjoghurt, Protein-Pudding oder einem Hüttenkäse-Dessert liefert eine zusätzliche Portion Protein. Nüsse und Trockenfrüchte sind eine bequeme Kombination für die Schulschleife, wobei Trockenfrüchte konzentrierte Zucker enthalten und daher besser in Maßen genossen werden sollten. Für einen sättigenderen Snack eignen sich Fladenbrot mit Hartkäse (nach Belieben mit Gemüse oder leicht in der Pfanne getrocknet), Fladenbrot mit Käse, Fleisch und Tomate, Mini-Sandwiches aus Vollkornbrot mit Käse, Pute und Gemüse sowie Gemüsesticks (Gurke, Karotte, Sellerie) mit Brot und Käse. Wenn das Kind etwas Süßes mag, lässt sich Marzipan mit Nüssen kombinieren, und hausgemachte Kekse können mit Joghurt, Käse oder Nüssen ergänzt werden. Ein Protein-Riegel ist eine bequeme Option, wenn keine Produkte mitgenommen werden können, die gekühlt werden müssen; dabei ist die Zusammensetzung zu prüfen: Der Riegel sollte nicht einfach eine Süßigkeit unter dem Deckmantel eines „gesunden Produkts“ sein.

Sollten Süßigkeiten aus der Schulerährung vollständig ausgeschlossen werden?

Einen kategorischen Verbot von Süßem in der Schulerährung sieht die Nahrungsmittelfachfrau nicht. Ihrer Meinung nach ist es wichtiger, für das Kind keine Liste „verbotener Lebensmittel“ zu erstellen, sondern schrittweise ein sachgerechtes Verhältnis zur Nahrung zu fördern. Statt einer großen Menge Kekse können einige Stück mit Joghurt oder Nüssen ergänzt werden. Eine kleine Portion Trockenfrüchte lässt sich mit Nüssen kombinieren. Unter den Riegeln sollten solche gewählt werden, die nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch Protein enthalten. Dieser Ansatz ermöglicht es, die Lieblings-Süßigkeiten in die tägliche Ernährung einzubinden, ohne Schuldgefühle und ohne übermäßigen Blutzuckeranstieg.

Einfache Regeln, die den Eltern den Stress nehmen

Zu jedem Snack sollte, so die Empfehlung von Gontscharenko, eine Flasche normales Wasser hinzugefügt werden – das Kind sollte während des Schultages trinken können und sich dabei vor allem an das Durstgefühl orientieren. Und vor allem: Der Schulsnack muss nicht kompliziert sein. Es ist nicht nötig, täglich etwas Neues zu kochen oder eine perfekte Schulschleife zu kreieren. Eine Frucht, Joghurt, Nüsse, ein Sandwich, Fladenbrot mit Käse, ein Ei oder hausgemachte Kekse – all diese Produkte können Teil der Schulerährung sein. Die Aufgabe der Eltern besteht nicht darin, die Ernährung des Kindes makellos zu machen, sondern es schrittweise zu lernen, abwechslungsreich und vollwertig zu essen, wobei sie sich auf die eigenen Geschmackspräferenzen und die Bequemlichkeit in der Schule stützen.