Am Morgen des 13. September 2026 führte Russland einen Angriff in der Nähe der ukrainisch-polnischen Grenze im Raum Jagodine durch. Dies erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha in einer Mitteilung in dem sozialen Netzwerk X, auf die sich RBC-Ukraine bezieht. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund eines massiven Luftangriffs, den Russland in der Nacht zum 13. September auf das ukrainische Gebiet ausführte.
Angriff an den „Toren der EU und der NATO“ und Aufruf zu entschlossenen Sanktionen
Im Zusammenhang mit dem Vorfall bezeichnete Sybiha das Geschehen als „Putins Terrorismus, der direkt an den Toren der EU und der NATO klopft“, und appellierte an die europäischen Partner, nicht zu zögern und Russland „zu stoppen, bevor es zu spät ist“. Der Diplomat rief die Verbündeten dazu auf, die volle Wucht der Sanktionen gegen das Regime Wladimir Putins zu entfesseln und betonte, dass Moskau „die Folgen seines Terrorismus spüren“ müsse. Seiner Auffassung nach seien „keine halben Maßnahmen, sondern entschlossene und kraftvolle Schritte“ erforderlich: ein vollständiges Handelsembargo, ein vollständiges Einreiseverbot und umfassende Sanktionen gegen den militärisch-industriellen Komplex. „Putin muss verstehen, dass sein Barbarentum eine entschlossene Antwort erfahren wird, die den Preis des Krieges für ihn auf ein untragbares Niveau erhöht. Das ist der einzige Weg, ihn zu stoppen“, fasste der ukrainische Außenminister zusammen.
Was genau getroffen wurde: die Eisenbahninfrastruktur
Der Sprecher des ukrainischen Grenzschutzdienstes, Andrij Demtschenko, präzisierte in einem Kommentar gegenüber RBC-Ukraine die Details des Angriffs: Die russischen Munitionstreffer trafen nicht unmittelbar die Grenzübertrittsstelle „Jagodine“ an der ukrainisch-polnischen Grenze. Laut seinen Angaben funktioniere die Grenzübertrittsstelle derzeit im regulären Modus, der Gegner habe die Eisenbahninfrastruktur getroffen; alle Folgen des Angriffs wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch geklärt. Derweil teilte die „Ukrzaliznyzja“ mit, dass in Wolynien, in der Nähe der ukrainisch-polnischen Grenze, ein russischer Drohnenangriff auf eine Lokomotive eines aus Kiew nach Warschau fahrenden Zuges gerichtet war. Der Angriff erfolgte, als sich der Zug etwa zwei Kilometer von der polnischen Grenze befand.
Widersprüchliche Angaben
In sozialen Netzwerken wurde zunächst die Information verbreitet, der Angriff habe unmittelbar die Grenzübertrittsstelle „Jagodine“ getroffen. Der Sprecher des Grenzschutzdienstes, Andrij Demtschenko, widerlegte diese Version jedoch offiziell und erklärte, dass die Grenzübertrittsstelle selbst nicht betroffen sei und im regulären Modus funktioniere, während das Ziel des Angriffs die Eisenbahninfrastruktur gewesen sei. Somit besteht ein Widerspruch zwischen den frühen Meldungen in den sozialen Netzwerken und der offiziellen Klarstellung der Grenzschützer: Bestätigt ist der Treffer auf die Eisenbahninfrastruktur in der Nähe der Grenze, während die Version eines Angriffs auf die Grenzübertrittsstelle selbst widerlegt wurde.
Kontext: Massiver Nachtangriff
Der Angriff im Raum Jagodine war Teil eines breiteren massiven Angriffs, den Russland in der Nacht zum 13. September auf die Ukraine ausführte. Laut den veröffentlichten Angaben nach dem Luftangriff neutralisierten die Luftabwehrkräfte eine erhebliche Anzahl von Zielen. Der Vorfall an der Grenze zu Polen gewinnt aus Sicht Kiews aufgrund der Nähe zum NATO- und EU-Gebiet besondere Bedeutung, was, wie Sybiha erklärte, ein zusätzliches Argument für die Verschärfung des Sanktionsdrucks auf Moskau sein sollte.