Der Konzern „Rostech“ hat die Entwicklung in Russland einer zweisitzigen Variante des fünften-Generation-Mehrzweckkämpferjets Su-57D bestätigt, bei der ein separater Platz für einen Operator unbemannter Systeme vorgesehen ist. Laut Berichten, die sich auf eine Mitteilung des Staatskonzerns stützen, durchläuft der Prototyp bereits Flugtests; sein Erstflug fand im Mai 2026 statt. Das Erscheinen der zweisitzigen Version eröffnet laut den Entwicklern den Weg zur gleichzeitigen Lösung von zwei Aufgaben: der Schulung spezieller Flugmodi zu Übungszwecken und der Erprobung von Technologien, die Moskau der Luftfahrt der sechsten Generation zuordnet.
Zweisitziges Cockpit als Luftkommandozentrum für Schwärme
Laut Branchenvertretern wurde das zweite Cockpit der Su-57D zum zentralen Novum, da es den Einsatz des Jägers als Luftkommandopunkt für unbemannte Luftfahrzeuge ermöglicht. Die Entwickler betonen, dass dies für die Koordination von Schwarm- und Gruppensystemen von UAVs wichtig ist, also für die Steuerung nicht eines einzelnen Drohnen, sondern eines ganzen Gefolges. Cheftestpilot des OKB „Sukhoi“ sagte kürzlich, dass ein hoher Bedarf an dieser Variante zu erwarten sei, und verknüpfte dies mit der wachsenden Rolle des „Menschen in der Schleife“ bei der Steuerung autonomer Geräte aus der Luft.
Sechste-Generation-Technologien und Kampfkünstliche Intelligenz
Neben der Funktion der UAV-Steuerung soll auf der Basis der zweisitzigen Variante laut den Entwicklern auch die Erprobung von Kampfkünstlicher Intelligenz erfolgen. Damit positioniert sich die Su-57D nicht einfach als Schul- oder Aufklärungsangriffsflugzeug, sondern als fliegende Testplattform für die Erprobung von Elementen der Luftfahrt der nächsten, der sechsten, Generation, einschließlich der Interaktion des Piloten mit KI-Systemen und unbemannten „Begleitern“. Gerade diese doppelte Rolle – schulend und forschungslaborartig – erklärt nach Logik von „Rostech“, warum gerade eine zweisitzige Konfiguration gewählt wurde.
Kontext des Su-57-Programms und westlicher Skepsis
Zur Erinnerung: Die Su-57 ist ein russischer fünfter-Generation-Mehrzweckjäger, entwickelt von der Firma „Sukhoi“. Ihr Erstflug erfolgte 2010, die Serienproduktion startete erst einige Jahre später nach Verzögerungen im Programm. Das Flugzeug ist zur Erlangung der Luftüberlegenheit und zur Bekämpfung von Land- und Seezielen bestimmt; Moskau erklärt, dass die Maschine Stealth-Technologien, moderne Avionik aufweist und ein breites Spektrum gelenkter Waffen einsetzen kann. Gleichzeitig haben westliche Experten die tatsächlichen Stealth-Eigenschaften der Su-57 und die realen Raten ihrer Serienproduktion wiederholt in Frage gestellt, was jede Aussage über eine „sechste Generation“ auf ihrer Basis zu einem Gegenstand vorsichtiger Analyse macht.
Widersprüchliche Daten
In offenen Quellen wird eine Diskrepanz bei der Bewertung des aktuellen Status des Prototyps festgestellt. Einerseits berichten „Rostech“ und eine Reihe von Medien, dass die zweisitzige Su-57D nach ihrem Erstflug im Mai 2026 erfolgreich Flugtests durchläuft. Andererseits tauchen in ukrainischen Medien Informationen über den Absturz eines Jägers neuer Generation unter Moskau auf, den Analysten gerade als Su-57D identifizierten. Das genaue Datum und die Umstände dieses Vorfalls werden in den vorliegenden Materialien nicht offengelegt; daher werden beide Versionen – über erfolgreiche laufende Tests und über einen Unfall des Prototyps – parallel dargelegt und bedürfen zusätzlicher Verifikation.
Militärischer Kontext: Angriffe auf Flugplätze
Die Ankündigung des zweisitzigen Jägers erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Angriffe auf die russische Luftfahrtinfrastruktur. Kürzlich zerstörten ukrainische Streitkräfte einen MiG-29-Jäger direkt auf einem Flugplatz in der Region Kursk; zudem wurde ein Luftverteidigungs- und Raketenkanonenkomplex „Pantsir-S1“ getroffen. Zuvor hatten Spezialkräfte des Nationalgardespezialzentrums „Omega“ einen russischen Su-24M-Bomber auf dem Militärflugplatz „Saki“ im vorübergehend besetzten Krim-Halbinsel zerstört. Unter diesen Bedingungen wirkt Moskaus Wette auf Luftkommandopunkte für UAVs und KI-Systeme wie ein Versuch, Verluste auszugleichen und die Taktik des Luftwaffeneinsatzes umzustrukturieren.