In den sozialen Medien ist ein Video mit dem britischen Schauspieler Tom Holland viral gegangen, in dem er über sein liebstes CrossFit-Workout namens „Cindy“ erzählt. Der Komplex dauert nur 20 Minuten und besteht aus drei Grundübungen – Klimmzügen, Liegestützen und Kniebeugen. Seit der Veröffentlichung des Clips versuchen Tausende Nutzer auf Instagram und TikTok, das Training nachzumachen, doch nicht allen gelingt es, das Ergebnis zu erreichen, das der Schauspieler zeigt.

Was ist das Cindy-Training

Cindy ist ein klassischer CrossFit-Komplex im AMRAP-Format (As Many Rounds As Possible, „so viele Runden wie möglich“). In einem Durchgang führt der Sportler 5 Klimmzüge, 10 Liegestütze und 15 Kniebeugen aus und geht dann sofort zum nächsten Durchgang über. Das Ziel des Trainings besteht darin, in 20 Minuten so viele dieser Runden wie möglich am Stück zu schaffen. Laut Tom Hollahnd in einem Kommentar für Men's Health UK ist es ein hervorragendes Workout, bei dem man über nichts anderes nachdenken muss, sondern einfach nur die Durchgänge zählen soll. Der Schauspieler merkte an, dass er in Phasen starker Erschöpfung einen Durchgang pro Minute mache, also insgesamt etwa 20 Runden.

Warum das Video viral ging

Das Interesse am Training stieg nach dem Erscheinen des Films „Spider-Man: Brandneu“ sprunghaft an. In dem Clip erscheint der Schauspieler oben ohne und zeigt eine exzellente körperliche Verfassung, was die Aufmerksamkeit des Publikums weiter anheizte. Auf Instagram und TikTok sind bereits Tausende Videos aufgetaucht, in denen Sportler, Fitness-Influencer und sogar amerikanische Militärs den Cindy-Komplex nachmachen. Die Clips sammeln Millionen von Aufrufen, obwohl es bei Weitem nicht allen gelingt, das Ergebnis des „Menschen-Spiders“ zu wiederholen.

Die Meinung eines professionellen Trainers

Top-Trainer Artem Chilinitsch vom Sportclub Smartass bezeichnete Cindy als hervorragenden und effektiven Komplex, besonders wenn es eine zeitliche Begrenzung gibt. Laut ihm lässt sich auf seiner Basis ein vollständiges Training in einer halben Stunde aufbauen: 5 Minuten Aufwärmen, 20 Minuten Hauptteil und 5 Minuten Abkühlen, außerdem kann der Komplex in ein längeres und anspruchsvolleres Workout eingebaut werden. Der Trainer selbst wiederholte die Übung nach dem Schauspieler und gab zu, dass er etwas in Fahrt kam und den Faden verlor, sodass er am Ende etwa 30 Runden mit minimalen Pausen zwischen den Durchgängen schaffte. Nach Einschätzung des Spezialisten ist ein gut trainierter Mensch in der Lage, ungefähr 20–25 Runden zu schaffen, was von Technik, Alter und Gewicht abhängt; der Komplex kann daher als guter Maßstab zur Bewertung der funktionellen Ausdauer und des Fortschritts dienen.

Widersprüchliche Angaben

Im öffentlichen Diskurs gibt es eine Ungenauigkeit bei den Zahlen. In den viralen Clips wird die Marke von 20 Runden oft als „Rekord“ des Schauspielers betrachtet, doch im Interview nennt Holland genau 20 Runden als Ergebnis in einer Phase starker Erschöpfung, nicht als sein Maximum. Gleichzeitig erreichte der professionelle Trainer beim Nachmachen etwa 30 Runden, und für einen trainierten Menschen hält er 20–25 für normal. Das populäre Bild vom „Rekord des Menschen-Spiders“ stimmt somit weder mit seiner eigenen Beschreibung noch mit dem Ergebnis des Trainers überein; man sollte sich an dem Bereich orientieren und nicht an einer einzelnen Zahl.

Vorsicht und Sicherheit

Der Trainer warnt, dass ein hochintensives Training viel Energie kostet und eine erhebliche Belastung für das Herz-Kreislauf-System und die Muskeln darstellt, daher muss unbedingt auf das eigene Wohlbefinden geachtet werden. Laut ihm sollte es beim Ausführen des Komplexes anstrengend, aber nicht schlecht sein, und nach hohen Ergebnissen sollte man nur bei vorhandener Erfahrung mit solchen Belastungen streben. Das ist besonders für Einsteiger wichtig, die unter dem Einfluss des viralen Challenges versuchen, sofort das Ergebnis von Profis zu wiederholen.