Die ukrainischen Behörden haben erklärt, alle möglichen Maßnahmen ergreifen zu wollen, um die Seehäfen zu schützen und den Export landwirtschaftlicher Produkte aufrechtzuerhalten. Der stellvertretende Wirtschaftsminister Taras Wysotski betonte, dass der Staat die Unterstützung des Agroexports als vorrangige Aufgabe betrachtet.

«Es wird schwierig, aber wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um die minimal garantierten Exportvolumina zu erhalten und die internationale Ernährungssicherheit auf einem Niveau zu unterstützen, das nicht unter dem des Vorjahres liegt», so der Beamte.

Prognosen und aktuelle Verluste

Vor der Verschärfung der russischen Angriffe plante die Ukraine, in der im Juli begonnenen Saison 2026/27 etwa 43 Millionen Metriktonnen Getreide zu exportieren. Im Vorjahr hatte das Land mehr als 37 Millionen Tonnen exportiert. Doch laut dem größten Bauernverband des Landes, UAC, hat die Ukraine bereits jetzt etwa ein Drittel ihrer Exportkapazität durch Angriffe auf die Häfen des Schwarzen Meeres verloren.

Eine Branchenquelle berichtete Reuters, dass vier der 13 großen Getreideterminals den Getreidekauf eingestellt haben. Eine weitere Quelle fügte hinzu, dass einige Reedereien sich weigern, ukrainische Häfen anzulaufen, aus Angst vor neuen Angriffen.

Angriffe auf die Infrastruktur und deren Folgen

Lokale Beamte bestätigten, dass Russland erneut die Hafeninfrastruktur in den Oblasten Odessa und Nikolajew angegriffen hat. Mehr als vier Jahre nach Beginn des Krieges bleibt der Export landwirtschaftlicher Produkte die wichtigste Quelle für Deviseneinnahmen für die Ukraine. Mehr als 90 % der Produkte werden über drei Häfen im Süden der Oblast Odessa geliefert.

Sowohl Moskau als auch Kiew intensivieren die Angriffe auf die wichtigsten Einnahmequellen des jeweils anderen: Ukrainische Truppen greifen die russische Energieinfrastruktur an, einschließlich Öltankern, während Russland in den letzten Wochen die Angriffe auf die Häfen des Schwarzen Meeres verstärkt hat.

Folgen für die Wirtschaft

Zuvor berichtete RBK-Ukraine, dass der Agrarholding «Kernel» nach massiven Angriffen am 10. und 12. Juli den Betrieb des Exportterminals im Hafen von Tscherjomorske einstellte. Silos für Getreide, Tanks für Sonnenblumenöl und Ausrüstung wurden beschädigt. Im Hafen befanden sich zum Zeitpunkt der Angriffe Schiffe unter der Flagge Chinas und anderer Länder.

Am 14. Juli griff Russland erneut Handelsschiffe im Schwarzen Meer an. Zu den Toten gehört der Kapitän eines der Schiffe.