Der Unabhängigkeitstag ist ein guter Anlass, die ukrainische Küche breiter zu betrachten, als es das vertraute Trio „Borsch – Warzyniki – Salo“ erlaubt. Im Land gibt es Dutzende regionale Küchen, und die Rezepte verändern sich zusammen mit den lokalen Zutaten, der Geschichte und den Nachbarkulturen. Die Familie an einem Tisch zu versammeln und etwas Ukrainisches zu kochen, ist ein einfacher Weg, den 24. August so zu feiern, dass das Fest nicht nur in offiziellen Aktionen, sondern auch auf dem Teller spürbar wird. Nachfolgend finden Sie Gerichte, die gastronomische Medien genau an diesem Tag zum Nachkochen empfehlen.
Borsch: ein Gericht ohne das eine „richtige“ Rezept
Die Liste logischerweise mit Borsch zu beginnen. Mit Fleisch oder ohne, dickflüssig oder leicht, mit Bohnen, Pilzen oder Pflaumen – jede Familie kann ihre eigene Version haben, und genau deshalb lässt sich das Gericht rezepturmäßig kaum als „standardisiert“ bezeichnen. 2022 wurde die Kultur der Zubereitung des ukrainischen Borschs in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen, was ihn zu mehr als nur einer Suppe machte – zu einem Teil eines international anerkannten Kulturguts.
Warzyniki mit Kirschen: der saisonale Dessert des Augusts
Der August ist einer der besten Monate für Warzyniki mit Kirschen: Teig, viel saftige Füllung, etwas Zucker und Sauerrahm ergeben einen Dessert, der keine aufwendige Präsentation braucht. Wer eine herzliche Variante wünscht, greift zu Füllungen aus Kartoffeln mit Zwiebeln, Hüttenkäse oder Pilzen. Warzyniki funktionieren sowohl als Hauptgericht des Festtischs als auch als Anlass, zu streiten, wer die bessere Füllung hat.
Karpaten-Banusch und Kletski: regionaler Charakter
Karpaten-Banusch ist ein Maisbrei, der traditionell mit Sauerrahm oder Sahne zubereitet und mit Brynza und Speckwürfeln serviert wird; in modernen Restaurants gibt es Varianten mit Pilzen. Es ist ein sättigendes, ausdrucksstarkes Gericht – cremig, salzig, maisig und leicht rauchig – ein guter Kandidat für alle, die etwas Ukrainisches, aber nicht Offensichtliches probieren möchten. Kletski sind ein Beispiel dafür, wie aus wenigen einfachen Zutaten eine eigene gastronomische Kategorie wird: In Poltawa isst man sie mit Fleisch, Sauerrahm, Speckwürfeln und Soßen und gibt sie auch direkt in die Borsch-Schüssel.
Djeruny, Kruwenyki und Kulisch: solide Gerichte für das Festmahl
Djeruny aus Kartoffeln, Zwiebeln, Ei und Mehl brauchen kein komplexes Rezept, aber den richtigen Balanceakt zwischen knuspriger Kruste und weichem Kern; am besten isst man sie sofort, mit Sauerrahm oder Pilzsoße. Kruwenyki sind Fleischrouladen mit einer Füllung aus Pilzen, Zwiebeln oder Gemüse, die geschmort oder gebacken werden und sich leicht portioniert servieren lassen. Kulisch, der mit der Kosakenküche assoziiert wird, wird aus Hirse in einer Brühe mit Gemüse, Zwiebeln, Schmalz oder Fleisch zubereitet und eignet sich gut für große Gesellschaften, besonders im Freien.
Der Abschluss des Tisches: Tschebureki, galizischer Syrniki und ein traditionelles Getränk
Tscheburek ist ein dünner, knuspriger Teig mit saftiger Fleischfüllung, der zu einer goldbraunen Kruste gebraten wird; man isst ihn heiß und vorsichtig, da der Saft darin heißer sein kann, als er aussieht. Zum Dessert – galizischer Syrniki: dicht, intensiv, formstabil, mit möglichen Zusätzen wie Rosinen, Zitronat oder Schokoglasur, gekühlt mit Kaffee oder Tee serviert. Den Festtisch krönt ein traditionelles Getränk, das man zwischen den Limonaden leicht übersehen könnte, das aber genau den Punkt im ukrainischen Festmahl setzt.