Die Nationalbank der Ukraine hat am 24. August 2026 mit der Durchführung ungeplanter Inspektionen einer Reihe von Bankinstituten begonnen, die Kunden bedienten, die zur Einzahlung einer Kaution für den ehemaligen Minister für Energie und Justiz, German Galuschtschenko, herangezogen wurden. Der Regulierer prüft, ob die Banken bei der Durchführung von Überweisungen auf das Konto des Obersten Antikorruptionsgerichts die Anforderungen des Gesetzes über die Finanzüberwachung eingehalten haben. Die konkreten Namen und die Anzahl der geprüften Institutionen gibt die Nationalbank zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht bekannt.

Operation „Forrest Gump“: Aufdeckung hochrangiger Korruption

Grund für den Beginn der ungeplanten Prüfungen waren die vom Nationalen Antikorruptionsbüro (NABU) und der Spezialisierten Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) veröffentlichten Materialien der Spezialoperation „Forrest Gump“. Die Antikorruptionsbehörden erklärten, eine Gruppe von Personen aufgedeckt zu haben, die ein Schema zur Legalisierung von auf illegale Weise erlangten Mitteln organisiert hatte. Laut Ermittlungsversion handelt es sich um 150 Millionen Hrywnia in bar, die über eine Reihe von Konten kontrollierter Unternehmen in den legalen Geldkreislauf eingeführt werden sollten, um die Kaution für einen der Teilnehmer der kriminellen Organisation im Fall „Midas“ zu bezahlen.

Legalisationsschema und die Rolle der „Sense Bank“

Laut NABU wurde die Führung der „Sense Bank“ an der Umsetzung des Schemas beteiligt. Auf den im Rahmen der Ermittlungen erhaltenen Aufnahmen ist eine Diskussion zwischen dem stellvertretenden Leiter des Präsidialamts und einem ehemaligen Volksabgeordneten über die Art der Kautionseinzahlung „für German“ zu sehen, die nach dem Plan der Organisatoren keine Fragen bei den Strafverfolgungsbehörden und den Finanzüberwachungsstrukten hätte auslöllen dürfen. Laut Ermittlungsversion sollten über kontrollierte Unternehmen und Bankkonten 150 Mio. UAH in bar „gewaschen“ und auf ein Depotkonto des Gerichts überwiesen werden.

Wer ist der Beschuldigte und wie hängt dies mit dem Fall „Midas“ zusammen

Auf den Videoaufnahmen im Rahmen des Falls wird der Name „German“ genannt, und Galuschtschenko selbst ist Beschuldigter im Strafverfahren „Midas“. Im Juni 2026 wurde für ihn eine Kaution in Höhe von 150 Millionen Hrywnia eingezahlt. Damit verbinden die Antikorruptionsbehörden genau diesen Betrag und genau diese Operation mit dem Versuch, einem der Schlüsselfiguren der ermittelten Korruptionsstruktur prozessuale Garantien zu sichern.

Was genau prüft der Regulierer

Im Rahmen der am 24. August begonnenen Inspektionen bewertet die Nationalbank unter anderem, ob die Banken die Anforderungen des ukrainischen Gesetzes „Über die Verhütung und Bekämpfung der Legalisierung (Geldwäsche) von auf illegale Weise erlangten Einkünften, der Terrorismusfinanzierung und der Finanzierung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen“ eingehalten haben. Die zentrale Frage lautet, ob die Banken Operationen, die einer obligatorischen Finanzüberwachung unterliegen, erkannt und entsprechende Meldungen an die zuständige Behörde zur Verhütung und Bekämpfung der Legalisierung übermittelt haben. Die Ergebnisse der Prüfungen sowie die Liste der betroffenen Institutionen beabsichtigt der Regulierer nach Abschluss des Inspektionszyklus zu veröffentlichen.