Der operative Geschäftsführer der „Metinvest“-Gruppe, Alexander Myronenko, erklärte in einem Interview mit Forbes, auf das RBC-Ukraine verweist, dass eine weitere Erhöhung der Frachttarife der „Ukrzaliznyzja“ angesichts der Blockade der Schwarzmeerhäfen die Lage der Industrie und der Eisenbahnmonopolgesellschaft selbst nur verschärft. Seiner Einschätzung nach sind die Herstellungskosten des Unternehmens im vergangenen Jahr um etwa 30 % gestiegen, wobei die Haupttreiber Logistik und die Verteuerung des Stroms waren. Vor diesem Hintergrund, so Myronenko, braucht die Ukraine einen separaten Plan für den Eisenbahnbetrieb unter Kriegsbedingungen, der unter anderem internationale Hilfe nach dem Prinzip eines „Eisenbahn-Ramsteins“ umfasst.

Schlag gegen den Export und steigende Logistikkosten

Als wesentlichen Faktor für den Druck auf die Kosten von „Metinvest“ nannte Myronenko die Blockade der Seehäfen: Aufgrund dieser habe das Unternehmen, seiner Einschätzung nach, die Möglichkeit verpasst, etwa 1,5 Millionen Tonnen Eisenerzprodukte monatlich zu exportieren. Zusätzliche Lasten entstanden durch die Stilllegung der Prikowska-Kohlegruppe – nun ist „Metinvest“ gezwungen, rund 250.000 Tonnen Koks-Kohle pro Monat zu importieren. Ein Teil des Rohstoffs muss per Eisenbahn oder über die Häfen Polens und Konstantas transportiert werden, was die Logistikkosten, nach Schätzung des Unternehmens, um 50–60 % erhöht.

„Ukrzaliznyzja schießt sich selbst ins Knie“

Vor diesem Hintergrund, so Myronenko, ist eine weitere Erhöhung der Tarife der UZ eine fehlerhafte Entscheidung. „Wenn die Häfen nicht funktionieren, darf man die Kosten der Logistik für den Inlandstransport nicht erhöhen. Die „Ukrzaliznyzja“ schießt sich faktisch selbst ins Knie: Je stärker sie die Tarife erhöht, desto weniger effizient wird sie“, erklärte er. Seinen Worten zufolge wechseln bereits einige Güter auf den Straßentransport, was bedeutet, dass eine Tariferhöhung die Frachtbasis der „Ukrzaliznyzja“ selbst weiter verkleinern könnte.

Loc-Lokomotivmangel in den Grenzregionen

Eine gesonderte Problematik nannte Myronenko den Mangel an Lokomotiven in den industriellen Grenzregionen. Aufgrund von Sicherheitsrisiken wird die Technik weiter vom Dnipro und von Saporischschja weg verlegt, was den stabilen Abtransport von Gütern erschwert. Ohne eine systemische Lösung, so seine Worte, könne der Moment eintreten, in dem die „Ukrzaliznyzja“ physisch nicht mehr in der Lage sein wird, die erforderlichen Transportvolumen sicherzustellen.

„Eisenbahn-Ramstein“ als systemische Lösung

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die maximale Nutzung der eigenen Lokomotivreparaturkapazitäten der UZ, Verträge mit EU-Unternehmen und internationale Grantfinanzierung für den Kauf neuer Lokomotiven. Separat schlug Myronenko die Schaffung eines Mechanismus nach dem Prinzip eines „Eisenbahn-Ramsteins“ vor – zur Konsolidierung der Hilfe der Partner in Form von Lokomotiven, Ersatzteilen und der Finanzierung der Reparatur von Eisenbahntechnik. Seinen Worten zufolge sollte der Staat bei geschlossenen Häfen die Kosten der inneren Logistik nicht erhöhen, sondern der Industrie stabile und erschwingliche Transporte garantieren, um eine weitere Reduktion der Produktion und des Exports zu verhindern.

Auch der Agrarsektor ist gegen die Erhöhung

Zuvor hatten der Allukrainische Agrarrat und die Vereinigung „Ukrainischer Agrargeschäftsklub“ ebenfalls Premierminister Serhij Horwatskyj aufgefordert, die Erhöhung der Tarife der „Ukrzaliznyzja“ für den Gütertransport aufzuschieben. Im Agrarsektor wird betont, dass die Entscheidung in einem kritischen Moment getroffen wird und die Verluste der Erzeuger verschärfen, den Export verringern und die Gesamtwirtschaftslage verschlechtern kann.